Londoner Regierung akzeptiert Reformvorschläge für Finanzsektor
London - Die britische Regierung will den Bankensektor
reformieren und den Privatkundenbereich künftig strenger vom
Investmentbanking trennen. Die Regierung akzeptiere die Vorschläge
einer unabhängigen Kommission und werde "mit der Trennung der Banken
fortfahren", sagte Wirtschaftsminister Vince Cable.
"Es ist absolut richtig, dass wir die britische Wirtschaft
sicherer machen", zitierte die Rundfunkanstalt BBC den Minister. "Wir können uns einfach keine Wiederholung der
Finanzkatastrophe von vor drei Jahren erlauben."
Schatzkanzler George Osborne werde die Pläne der Regierung am Montag im Parlament vorstellen. Die für die Bankenreform
notwendigen Gesetze sollten noch vor dem Ende der Legislaturperiode
2015 verabschiedet werden, sagte Cable.
Nachdem die britischen Banken während der Finanzkrise 2008 unter
erheblichen Druck geraten waren, stützte die Londoner Regierung die
angeschlagenen Kreditinstitute mit erheblichen Summen. Derzeit hält
der britische Staat 100 Prozent an Northern Rock und Bradford &
Bingley, 83 Prozent an der Royal Bank of Scotland (RBS) und 41
Prozent an der Lloyd's Banking Group.
Eine unabhängige Kommission hatte im September empfohlen, den
Bankensektor bis 2019 umzubauen, damit die britischen Steuerzahler
künftig nicht mehr für Rettungspakete für angeschlagene Geldhäuser
aufkommen müssen. Dafür sollen die Banken ihre Eigenkapitalquote
erhöhen sowie das Privatkundengeschäft vom risikoreichen
Investmentbanking trennen. (APA)