Die Verschuldensrate stieg auf 124 Prozent. Der Anteil der Erneuerbaren soll im Strom- und Wärmebereich bis 2030 auf 50 Prozent steigen
Wien - Die Wien Energie wird ihre Strom- und Gaspreise
vorerst nicht ändern. Es werde über die Heizperiode sicher keine
Strom- und Gaspreiserhöhung geben, sagte Geschäftsführer Robert
Grüneis. Deutlich ausbauen will die Wien
Energie den Anteil der Erneuerbaren Energie sowohl beim Strom als
auch im Wärmebereich. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende
September) entwickelte sich der Wiener Landesenergieversorger stabil.
Deutlich ausbauen will die Wien Energie den Anteil der
Erneuerbaren Energien. Im Jahr 2030 soll die Hälfte der Erzeugung aus
Erneuerbaren stammen, sagte Wien-Energie-Geschäftsführerin Susanna
Zapreva. Derzeit liegt deren Anteil bei Strom bei 11 Prozent bzw.
400.000 Haushalten, bei Wärme bei 18 Prozent. Investieren wolle die
Wien Energie in den Ausbau der Erneuerbaren Energien pro Jahr rund
200 Mio. Euro.
Einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils
werden die heuer erworbenen Anteile an den Verbund-Wasserkraftwerken
am Inn leisten. Wien Energie und EVN haben im Frühjahr zusammen 26
Prozent der Verbund Innkraftwerke GmbH erworben. Investieren werde
man auch in Windkraft. Im nächsten Jahr würden mehrere Windparks im
In- und Ausland, etwa in Polen und Rumänien, in Betrieb gehen. In
Wien setze man verstärkt auf Solarenergie und Geothermie.
Umsatz zwei Milliarden Euro
Der Umsatz lag bei 2,04 Mrd. Euro. Die Geschäftszahlen seien
aufgrund der Umstrukturierungen zu Jahresbeginn 2011, rückwirkend zu
Beginn des Geschäftsjahres Anfang Oktober 2010, nur bedingt
vergleichbar, so die Wien Energie. Unbereinigt lag der Umsatz 18,3
Prozent unter dem Wert des vorangegangenen Geschäftsjahrs. Bereinigt
ergab sich ein Plus von 2,5 Prozent. Die Wien Energie GmbH umfasst
mittlerweile nur mehr das im Wettbewerb stehende Strom- und
Gasgeschäft, also im Wesentlichen Produktion und Vertrieb, sowie die
Fernwärme und die Telekom-Aktivitäten. Das Stromnetz und das Gasnetz
sind in eigene Gesellschaften ausgegliedert, deren Anteile ebenso wie
jene der Wien Energie GmbH direkt von den Wiener Stadtwerken gehalten
werden.
Das Betriebsergebnis der Wien Energie lag bei 61,5 Mio. Euro (+2,4
Prozent), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)
betrug 82,3 Mio. Euro (+3,3 Prozent), der Konzernjahresüberschuss
80,1 Mio. Euro (+1,9 Prozent). Das Finanzergebnis verbesserte sich um
5,9 Prozent auf 20,8 Mio. Euro.
124 Prozent Verschuldungsrate
Die Zahl der Mitarbeiter halbierte sich durch die Umstrukturierung
auf 2.738, davon sind rund 1.200 in der Fernwärme Wien und rund 200
Personen in der Energiecomfort beschäftigt. Die
Pensionsrückstellungen sind dadurch auf 574 Mio. Euro (zuvor: 2 Mrd.
Euro) zurückgegangen. Die Wien Energie muss der Gemeinde Wien die
Pensionsaufwendungen für die ihr zugewiesenen Mitarbeiter ersetzen.
Die Zahl der Beamten und Vertragsbediensteten liegt bei der Wien
Energie nun bis 900 bis 1.000 Personen, in der alten Struktur waren
es rund 3.500.
Der Umsatz pro Mitarbeiter stieg um 62 Prozent auf 745 Mio. Euro,
das EBITDA pro Mitarbeiter um 15 Prozent auf 68,5 Mio. Euro. Die
Verschuldensrate (Gearing) stieg - vor allem umstrukturierungsbedingt
- auf 124 Prozent, nach rund 97 Prozent.