"Ziehen Sie sich was an!"

19. Dezember 2011, 16:51

Der vierte Stock um vier ist auch für engagierteste Ordnungshüterinnen kein Heimspiel

Gegen Mitternacht stieg das fesche Paar tratschend und vergnügt aus dem Auto. Der gar nicht fesche, in seiner besten Zeit ferrarirote Uralt-Daihatsu-Cuore war ordentlich geparkt und wurde versperrt. Das Gokart mit in die Wohnung zu nehmen wäre größenmäßig kein Problem, dieser Gedanke wurde aber verworfen, die Wohnung liegt ja unter dem Dach. Ebenda wurde weitergefeiert, verschiedenste Substanzen, aber alle legal, feierten mit. Sie hoben die Laune ins Unermessliche und wiegten die beiden schließlich in den Schlaf - bis vier Uhr früh. Da wurde an die Wohnungstür gepumpert, frage nicht. Vier Fäuste davor, ein "Halleluja!" dahinter. Der Wohnungsbesitzer, damisch und ohne Pyjama, öffnete vorsichtig, die Besucherin suchte unter der Tuchent Deckung und befürchtete das Schlimmste: "So klopft nur die Russenmafia."

Am Gang standen keine finster dreinblickenden Mafiosi, sondern zwei derangierte Polizistinnen. Der vierte Stock um vier ist auch für engagierteste Ordnungshüterinnen kein Heimspiel. "Herr G.? Ziehen Sie sich was an, und dann weisen Sie sich aus!" Verwirrung. Ausweisen in der eigenen Wohnung - hallo? Ist Wien etwa schon Chicago? Bevor man die falschen Fragen stellte, tat Mann das Richtige: Pyjama an, Tür wieder auf.

"Sind Sie der Besitzer des roten Daihatsu Cuore?" "Und wenn?" Eine der Beamtinnen wachelte jetzt freundlicher, aber noch immer leicht außer Atem - sie hatten sich zuvor noch in der Stiege geirrt - mit dem dazugehörigen Autoschlüssel. "Den haben Sie am Türschloss steckenlassen." Der Wiederschlüsselbesitzer war fassungslos: "So viel Tamtam um diese Zeit wegen eines Autoschlüssels?" "Genau. Weil sogar so ein Auto ist schneller gefladert, als man denkt." In Wien-Leopoldstadt jedoch sicher nicht. (Jutta Kroisleitner/DER STANDARD/Automobil/16.12.2011)

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Endlich, endlich! Ein positiver Beitrag über unsere "ewig missverstandene und stets unterschätzte" Exekutive...

Da kann ich auch aufwarten ...

... bei mir war einmal ein Polizist in der Wohnung und wollte wissen, ob ich AFAIR eine Anzeige (oder ein Organmandat) wegen eines Parkvergehens absichtlich nicht bezahlt habe oder bloss vergessen habe. Ich hatte es bloss vergessen ...

Wahrscheinlich wurde eh am Anfang sanft geklopft, aber die Rauschkugeln haben erst das pumpern mitbekommen.

jetzt wissen wir wenigstens, dass die Jutta besoffen gepempert worden ist. Danke!

Nüchtern

wirds wohl net zum derreitn sein?

Und wer der Herr G. mit dem roten Daihatsu im 4. Stock ist, das finden wir auch noch heraus...

dieser völlig abgehobene "artikel" ist reine platzverschwendung und wohl eitelkeit. endlich mal nette polizistinnen und dann solche bobos...

dieser völlig abgehobene "artikel" ist reine platzverschwendung und wohl eitelkeit. endlich mal nette polizistinnen und dann solche bobos...

So what?

Den beiden Polizistinnen eine Belobigung wegen Bürgernähe, dem Typen den Ungustlorden und die Frau K. zur Krone.

neinnein die sind schon goldrichtig hier ;-)

beinahe brillant ;o)

Frage nicht

wer hat denn da versucht wie W. Haas zu schreiben?

Der Herr G. hat seine Manieren wohl in der Baumschule gelernt

Aber wenigstens ist er fesch.

das war sehr nett von den polizisten :)

und?

was soll uns diese geschichte nun sagen?

Ein “Danke“ für das unerwartete Engagement wäre zu viel gewesen?
Die Türpumperei erscheint mir schilderungsmäßig arg übertrieben, und vor allem - man MUSS ja nicht öffnen.

"Die Türpumperei erscheint mir schilderungsmäßig arg übertrieben"

.
wenn man - wie ja oben geschildert - gerade seinen rausch ausschläft, erscheint einem ein klopfen an der tür natürlich wie das mächtige pumpern der "russenmafia" ;o)

ein blöder artikel

und nachdem die story ja wohl autobiographisch ist, gratuliere ich der autorin zu diesen ungustiösen low-life-freunden.

ein bomben-artikel

gut das ich den standard lese, jetzt weiß ich eindeutig mehr - wird wohl wieder ein zesur-post werden, aber egal.

Schreibt die Jutta hier über sich und ihren Habschi?

ich frag mich, welche seltsamen damen dieser herr zu sich in die wohnung lässt. ich hatte noch nie besuch von einer dame, die weiß, wie die russenmafia anklopft... liegt aber vielleicht daran, dass sich meine freundinnen nicht im leichten gewerbe ihren unterhalt verdienten...

der wohnungsbesitzer ist ein unhöflicher sack.

die besucherin eine paranoide funsn.

Ich hätte die beiden Polizistinnen auch noch eingeladen.

aber er war doch

schon muede....

und welche legalen substanzen hatten die in illegaler menge schon vor dem einparken intus?

ich geb ja zu, ich hab auch schon mal autoschlüssel stecken lassen - aber keine polizei die ihn mir dann nachgebracht hat...
vielleicht hätten die beamtinnen ihn gleich nach dem auto fragen sollen - aber eine freundliches dankeschön wär schon drin gewesen und am nächsten tag ein anruf am kommissariat, um sich noch mal für den einsatz der beamtinnen zu bedanken...

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