Wahlverlierer Tshisekedi will sich zum Staatschef ausrufen lassen
Kinshasa - In der Demokratischen Republik Kongo spitzt
sich der Machtkampf zwischen Staatschef Joseph Kabila und
Oppositionsführer Etienne Tshisekedi zu. Tshisekedi erklärte am
Sonntag in der Hauptstadt Kinshasa, in Wahrheit sei er bei der
Präsidentenwahl am 28. November zum Staatschef gewählt worden. "Ich
werde am kommenden Freitag den Amtseid ablegen", sagte der 79-jährige
Oppositionsführer. "Ich betrachte mich als gewählten Präsidenten der
Demokratischen Republik Kongo."
Tshisekedi erklärte damit die Entscheidung des Obersten
Gerichtshofes für nichtig, der am Freitag den von der Wahlkommission
am 9. Dezember verkündeten Sieg Kabilas bestätigt hatte. Laut
Wahlkommission kam Kabila auf knapp 49 Prozent der Stimmen,
Tshisekedi erhielt demnach gut 32 Prozent. Die USA, die Europäische
Union und zahlreiche Wahlbeobachter hatten massive Zweifel an der
Glaubwürdigkeit des Ergebnisses geäußert.
Die Ausrufung Kabilas zum Wahlsieger hatte gewaltsame Proteste in
Kinshasa ausgelöst und die Opposition bewogen, die internationale
Gemeinschaft zum Eingreifen aufzufordern. Thisekedis Union für
Demokratie und sozialen Fortschritt (UDPS) will am Montag oder
Dienstag Protestkundgebungen organisieren. (APA)