Koalitionsstreit

In Oberösterreich werden Gesetze für schwule Paare nicht adaptiert

18. Dezember 2011, 18:16

Schwarz-Grün kann sich bei Pflegefreistellung nicht einigen

Linz - Oberösterreich ignoriert als einziges Bundesland in seinen Gesetzen die Existenz eingetragener Partnerschaften. Im Jänner 2010 wurden mit Einführung des Eingetragene-Partnerschaft-Gesetzes gleichgeschlechtliche Paare in vielen Bereichen heterosexuellen Eheleuten gleichgestellt. Dementsprechend passten auch die Bundesländer ihre Gesetzeswerke an - mit Ausnahme von Oberösterreich. Die schwarz-grüne Regierungskoalition konnte sich bisher nicht auf ein neues Dienstrecht einigen.

Konkret spießt es sich bei der Pflegefreistellung. Die Grünen wollen, dass die in die eingetragene Partnerschaft mitgebrachten Kinder den Stiefkindern in Patchworkfamilien gleichgestellt werden. Nicht nur der leibliche Elternteil, auch der oder die eingetragene Partner oder Partnerin soll Anspruch auf Pflegeurlaub für das im gemeinsamen Haushalt lebende Kind erhalten. "Das erachte ich als selbstverständlich", erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Maria Buchmayr. Schließlich können auch Stiefmütter oder -väter jederzeit Pflegeurlaub nehmen.

Als ganz und gar nicht selbstverständlich sieht dies hingegen die ÖVP. Sie will lediglich die dienstrechtliche Regelung für Beamte und Vertragsbedienstete des Bundes übernehmen. "Wir wollen eins zu eins das umsetzen, was auf Bundesebene gemacht wurde, und nichts darüber hinaus", stellt ÖVP-Klubobmann Thomas Stelzer klar. Demnach sollen eingetragene Partner nur dann eine Pflegefreistellung erhalten, wenn sich nachweislich auch der getrennt lebende leibliche Elternteil nicht um den kranken Nachwuchs kümmern kann.

Für Helmut Graupner, Rechtsanwalt in Wien und europäischer Aktivist für die Rechte homo-, bisexueller und transgender Frauen und Männer, ist dieses Dienstrecht des Bundes allerdings "rechtswidrig". Er sieht darin einen Verstoß gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie 2000/78 der EU, die Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund sexueller Orientierung verbietet. Wien und die Steiermark etwa machen in ihren adaptierten Landesdienstrechten keinen Unterschied zwischen eingetragenen Partnerschaften und Ehen. So ist es dort egal, welcher Partner zu Hause beim kranken Kind bleibt.

Landesgesetze warten

In Oberösterreich hat die Uneinigkeit innerhalb der Regierungskoalition jedenfalls dazu geführt, dass auch die restlichen 30 betroffenen Landesgesetze wie beispielsweise das Grundverkehrs- oder das Wohnbauförderungsgesetz bis dato nicht aktualisiert wurden. Denn laut Beschluss von ÖVP, Grünen und SPÖ sollte es ein Sammelgesetz geben, in dem alle betroffenen Gesetze auf einmal novelliert werden. Im Februar will ein Unterausschuss eine Lösung suchen. (Kersin Scheller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.12.2011)

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Posting 1 bis 25 von 59
1 2
sonne-licht
 
00
20.12.2011, 10:04
in oberösterreich

werden gesetze die es angeblich gibt gar nicht vollzogen!

wie grundversorgung/mindestversicherung!

was ist wichtiger, wer jetzt heiratet oder wann wer bieten und betteln muss um sein recht zu bekommen?

am schlimmsten ist das die justiz bei gesetzen zuschaut und dementsprechend bei anklage agiert - stillschweigend die menschen fallen läßt, die in not sind!

warum wird nicht ein ausgleich für gläubiger gesorgt, jedoch banken werden unterstützt!

unser rechtssystem ist ein blanker persilschein willkürlich zu handeln!

für was in der verfassung gleichberechtigung steht!

byron sully
13
19.12.2011, 14:44

wenn die övp derart in der steinzeit lebt, dann sollten sich die grünen fragen, ob es sinnvoll ist, diese koalition weiterzuführen.

milky way
13
19.12.2011, 14:19
Es wird herumgeeeiert um Kleinigkeiten

welche nicht mal einer Tagesmeldung bedürfen. Ansstatt daß die ewig gestrigen ÖVPler mal wo zustimmen, wird nur blockiert um des blockierens Willen.
Weils ja so viele Schwule gibt, die das in Anspruch nehmen könnten.
Es is´zum kotzen.

coffee anyone?
01
19.12.2011, 15:33
die depperte Diskussion kostet mehr

(=hindert stattdessen produktive Tätigkeit abzuliefern)
als die Umsetzung kosten kann:

Wieviele betroffene Paare gibt es in Oberösterreich?
Und an wievielen Tagen im Jahr
haben die ein krankes Kind zu hüten?

Vor allem: was glauben die Verhinderer zu erreichen?
Wird jemand DESWEGEN seine gewählte Lebensform ändern? Oder Glauben die Schwarzen erntshaft mit solchen Themen Wähler anzulocken?

Kremser
00
20.12.2011, 08:19

wieso "gewählte lebensform"?
ich dachte und es wird auch so vermittelt, das sei unabänderlich angeboren!

coffee anyone?
00
20.12.2011, 10:24
Troll!

mariusmaas
00
19.12.2011, 19:14
es geht nicht ums geld

der övp geht es nciht ums geld oder wievile das kosten könnte. es geht einfach darum, dass die övp das abendland in gefahr sieht, wenn familien die in einer epg leben das gleiche recht zugestanden wird wie einer ehe. es geht darum das ewig gestrige prinzip aufrecht zu erhalten.

Alexander Phoenix1
00
19.12.2011, 14:31

Und wir schreiben das Jahr 2011....

Kremser
00
20.12.2011, 08:19

und?

Roky Erickson
00
19.12.2011, 19:09
Rückwärts gewandt

Die ÖVP ist eine bürgerliche Bewegung mit Wurzeln im 19. Jahrhundert, denen sie sich auch heute noch verpflichtet fühlt.

Christian Mathias Sand
 
00
19.12.2011, 11:58
Bei dieser Gelegenheit erinnern wir uns:

Christian Mathias Sand
 
17
19.12.2011, 12:01

Man hätte auch einfach die paar Wörter in § 44 ABGB streichen können und sich diese legistischen Alpträume erspart. Aber nein, man muss ja unbedingt eine absurde Parallelkonstruktion zusammenschustern, nur damit die bösen, bösen Homosexuellen keine »Ehe« eingehen dürfen.

Kremser
00
20.12.2011, 08:20

die interessensgemeinschaften der genannten haben es doch so gewollt!

vandermonde
01
19.12.2011, 15:29
pösen, pösen ;-)

macstar
113
19.12.2011, 11:19
tja so ist das mit den grünen...

die sind nur vordergründig für gay-rights, aber stellen diese sofort ganz weit hinten an, wenn die Regierungsbeteiligung unter Leitung eines ehemaligen Religionslehrers winkt.
das bzö ist seit dem bucher-kurs wesentlich gesellschaftsliberaler als die grünen und wird daher bei den nächsten nr-wahlen meine stimme bekommen.
ich freue mich auch aus anderem Grunde auf die kommenden wählen. wird es auch nur einer von den blauen oder schwarzen Wahlhelfern versuchen mich anzusprechen wird er aufgrund o.g.g. umstände zumindest mit zerrissenen flyern oder sogar mit umgetretenen wahlkampftischen rechnen müssen - die dinger sahen mir eh noch nie sonderlich stabil aus.

Kremser
00
20.12.2011, 08:21

und die wirtschaftspolitik spielt da keine rolle?
hauptsach die gesellschaftspolitik geht ihnen unter die nase, alles andere ist wurscht!

Aristarch
12
19.12.2011, 12:46
Das war jetzt aber eine extrem dumme Polemik!

Vielleicht sollte man den Artikel einmal lesen, bevor man gegen die Grünen lästert?

Dann wüsste man nämlich, dass es in Oberösterreich zu keiner Einigung gekommen ist, weil sich die Grünen für eine volle Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare bei der Pflegefreistellung einsetzen.

Das beweist genau das Gegenteil ihrer untergriffigen Unterstellung: Auch wenn die Grünen an einer Regierung beteiligt sind, stellen sie gay-rigths keinesfalls "ganz weit hinten an".

Lesen und verstehen sollte man halt können!

roll initiative
11
19.12.2011, 14:26

naja, es ist ja eh lieb, wenn die grünen in oö so gefühlte 100 sachen fordern

... aber sich halt einfach immer wieder der vp beugen, das ist dann nicht mehr so lieb.

wenn die schon MITREGIEREN, dann sollten die auch MITREGIEREN - und sich nicht damit zufriedengeben, dass die vp sich durchsetzt, während die grünen selbst halt ein paar sachen (gefühlt sicher 100) fordern. so ist's halt ne vp-alleinregierung mit nem grünen landesrat für ... ahm ... forderungen?

Aristarch
00
19.12.2011, 14:49
Das ist jetzt aber ein sehr dummes Beispiel

dafür, dass sich die Grünen "einfach immer wieder der vp beugen", weil in diesem Fall haben sich die Grünen der ÖVP ja gerade nicht gebeugt.

Wenn man schon unbedingt das dringende Bedürfnis hat über die Grünen herzuziehen, dann sollte man einfach auf passende Gelegenheiten warten. Sonst wird die Propaganda einfach zu leicht durchschaubar!

roll initiative
00
19.12.2011, 23:08

hach, ich bin wahrscheinlich einfach so grundgenervt von grünen und roten, dass ich ein bissl dünnhäutig reagier, wenn sich *mal wieder* die vp so problemlos mit ihren mittelalterpositionen durchsetzt ... aber danke fürs freundliche schimpfen :)

Kontrahent1
02
19.12.2011, 11:57
Schon Böhmdorfer

sah als Justizminister 'für sich kein Problem mit einer Einführung und Gleichstellung eingetragener Partnerschaften'. Wurde damals von der ÖVP abgeschmettert. Diese liberale Einstellung der damaligen FPÖ, heute BZÖ wird gerne verschwiegen, weil dieser Titel von den Medien immer den Grünen, bzw. den Roten mit ihrem Hätschelkind A. Haider zugeschoben wird.

macstar
00
19.12.2011, 23:31
auch die bzö Ministerin gastinger vertrat sehr liberale Auffassungen

das problem ist halt, dass die övp IMMER bremst bei solchen Sachen. und die grünen solche Fundis sind (siehe oö) und die spö so sehr in der Koalition klemmt, dass selbst ein rot-orange-grüner Beschluss nicht möglich wäre.
und fast 50% für die dezidiert schwulenfeindlichen Parteien fpö und övp ... davor graust mir und das werde ich im nächsten Wahlkampf an diversen "standln" auch lautstark kund tun, diesen pissen muss man schonmal zeigen, wo der Hammer hängt.

roll initiative
02
19.12.2011, 11:14

huch? in oö regieren "grüne" mit?

hm, wär mir nicht aufgefallen. weil den anschober können die mit "grün" ja wohl kaum meinen ...

Miklaus Röchlinger
22
19.12.2011, 09:44

jaja...wo die Grünen mitregieren ist alles besser *lol*

Der Große von Gegenüber
03
19.12.2011, 06:49

der hupfterte Ex-Religionslehrer ist auch schon zu lange an der Macht ...

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