Einwanderung

Integrationsversuche für pelzige Aliens

18. Dezember 2011, 18:10
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    foto: apa/dpa, jochen lübke

    r Name als Folge einer zoologischen Ungenauigkeit: Der Waschbär wäscht seine Nahrung nicht, sondern er sucht danach auch im Wasser. Krebse und Fische stehen nämlich fix auf dem Menüplan.

Die heimische Tierwelt erfährt immer mehr Zuwanderung - Mit allen Problemen und Vorurteilen - Waschbär und Marderhund haben es schwer, ein Pilotprojekt soll für mehr Miteinander in den Wäldern sorgen

Wien - Eingewandert irgendwann in den 1960er- und 70er-Jahren. Dann Jahrzehnte ein Leben als nicht beachtete Minderheit. Versteckt vor der Öffentlichkeit, behaftet mit massiven Vorurteilen. Doch all diese widrigen Umstände haben eines nicht beeinflusst: die Fortpflanzung. Waschbär und Marderhund (Enok) zählen zwar auch heute noch in Europa zu den gebietsfremden Raubsäugern - was aber beiden Gattungen herzlich egal ist. Wie für sogenannte Neozoen ("invasive alien species") - nicht einheimische Tierarten, die mit menschlicher Hilfe nach Europa gelangt sind, dort aber gut allein überleben können - typisch, haben auch Marderhund und Waschbär ihre Bestände im Neuland lange instinktiv niedrig gehalten. Erst nach einer entsprechenden Anpassungsphase folgte eine rasante Vermehrung.

Laut dem deutschen Jagdverband hat sich beispielsweise die Jahresjagdstrecke des Marderhundes in Deutschland seit 1995 von 204 auf 30.053 Stück im Jagdjahr 2009 erhöht. Die Waschbärstrecke ist im selben Zeitraum von 333 auf 54.790 Stück angestiegen.

Naheliegend also, dass beide Tierarten auch den Sprung zum Nachbarn gewagt haben und heute fixer Bestandteil der österreichischen Fauna sind. Mit einem gravierenden Unterschied: Die Einwanderung traf Österreich völlig unvorbereitet. Über die Lebensgewohnheiten der Tiere und deren aktuelle Verbreitung ist wenig bekannt. Das Image ist dennoch schlecht: Waschbär und Marderhund sollen das heimische Ökosystem negativ beeinflussen und sogar eine Gefahr für den Menschen darstellen.

Wachsende Population

Ein klarer Fall für das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, das an der Veterinärmedizinischen Universität Wien angesiedelt ist. 2009 wurde dort das Projekt "Enok und Waschbär in Österreich" gestartet. "Unsere Untersuchungen haben bislang ergeben, dass sich beide Arten in Österreich sehr wohl fühlen und entsprechend vermehren. Wie groß die Population ist, lässt sich aber derzeit nicht abschätzen", erläutert Projektleiterin und Wildbiologin Tanja Duscher im Gespräch mit dem Standard.

Gemeldet wurden seit Beginn des Projektes 65 Enok-Nachweise/Sichtungen sowie 73 Nachweise von Waschbären. Die meisten Waschbärmeldungen stammen aus Ober- und aus Niederösterreich. Die meisten Marderhunde wurden bisher aus Niederösterreich gemeldet, gefolgt von Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark. "Die beide Arten haben sich in Österreich weiter ausgebreitet, als nach bisher veröffentlichten Verbreitungskarten anzunehmen war", freut sich Duscher.

Und eines zeigt sich bereits ein Jahr vor Projektende: Waschbär und Marderhunde werden ihrem schlechten Ruf nicht gerecht. Duscher: "Es scheint wenig Probleme mit den beiden Arten zu geben. Eine negative Auswirkung ist weder auf Niederwild noch auf Bodenbrüter erkennbar." Natürlich müsse man aber die Population genau beobachten. Duscher: "Waschbären haben auch Schildkröten auf ihrem Speiseplan. Da gilt es darauf zu achten, dass es etwa für die letzten Sumpfschildkröten Österreichs in den Donauauen nicht plötzlich eng wird."

Einreise per Schiff

Die Einreise von Deutschland nach Österreich erfolgt übrigens zumindest bei Waschbären oft per Schiff. Duscher: "Die Tiere besteigen unbemerkt ein Frachtschiff - manche werden in Österreich entdeckt und einem Zoo übergeben. Viele bleiben unerkannt."

Der erste Durchbruch gelang dem Waschbär aber bereits 1934. Im Sinne der Artenvielfalt wurde in Nordhessen ein Waschbärpärchen ausgesetzt. Und 1945 traf eine Fliegerbombe nahe Berlin die Pelztierfarm eines Waschbärenzüchters, viele Tiere entkamen. Heute wird die Waschbär-Zahl allein in Deutschland auf bis zu einer Million Tiere geschätzt. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD; Printausgabe, 19.12.2011)

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bm.koger
 
02
20.12.2011, 16:11
die jägerschaft

freut sich von herzen, weil es jetzt was gibt, was man ohne rücksicht auf verluste erledigen kann.
ich habe mir bilder von marderhunden ergoogelt, weil ich wissen wollte, wie die ausschauen - hauptsächlich findet man von jägern zu brei geschossene. ein "ricky" in einem jagdforum brüstet sich damit, 7 welpen niedergemäht zu haben und einen fuchs, was er wörtlich so kommentiert: "auf dem Rückweg von diesem Ansitz kam mir dann der schon erwähnte Jungfuchs (mein 1. Fuchs), der mich nicht passieren lassen wollte und stur auf dem Weg blieb. Die Semi-Mag hat die Verhältnisse dann aber geklärt :)" - ich halte nach wie vor den menschen für die größte bedrohung in unserem ökosystem.

Toto Wien
01
23.12.2011, 18:37
Was erwarten sie von jemandem, der Jäger wird? Es ist unbedingt

notwendig endlich Psycho-Tests für Jäger einzuführen! Daneben sollte es Altersbegrenzugen geben, oder gleich verbieten! Außer der Polizei, der Justiz, dem Bundesheer und einigen Sicherheitsfirmen brauchen wir keine Möchtegern-Rsmbos!

I pocks net
 
00
31.12.2011, 18:34

Unser Futter für UNSERE Tiere.

Mathias Steinlaus
 
01
20.12.2011, 10:28
Die Einreise von Deutschland nach Österreich erfolgt übrigens zumindest bei Waschbären oft per Schiff.

Kluge Tiere ... andere würden den langen Landweg auf sich nehmen .. und die fahren per Anhalter ;-)

PS: so viel Spaß machen Waschbären in Deutschland

( http://www.welt.de/vermischt... milie.html )

1934 hatte der Forstmeister Freiherr Sittich von Berlepsch zwei Paare ausgesetzt, "um die heimische Fauna zu bereichern".

Jetzt flüchten die Nachkommen über die Grenzen ;-)

OrangeBud
00
19.12.2011, 22:37
Moi!

Das Foto ist absolut umwerfend!
Wo kann ich das in besserer Auflösung bekommen bzw. bestellen? (Nur für privaten Gebrauch als Weihnachtsgeschenk.)

Vielen Dank und beste Grüße!

Ignaz gartengschirrl
00
19.12.2011, 20:21

mich wundert ein wenig das in diesem artikel lediglich waschbär und marderhund behandelt werden.

von knapp 30 verschiedenen fischarten die aus reiner profitgier freigesetzt wurden, wildkaninchen die zum bejagen freigesetzt wurden sowie nutrias (zwecks pelzzucht also wieder wg. profitgier eingeführt) die ganz nebenbei in der steiermark schon in nahezu jedem fischteich herumschwimmen wird nichts erzählt.
all diese tiere sind nicht heimisch und über die auswirkungen auf die heimische tierwelt ist wenig bis nichts bekannt.

von den unzähligen anderen tieren die unabsichtlich eingeschleppt wurden z.b. die spanische wegschnecke (die eckelhaften braunen schnecken ohne haus die jeder kennt) gar nicht zu sprechen.

Pantheon
 
00
19.12.2011, 18:39
Wölfe

Gut, dass sich auch Wölfe wieder in unseren Breiten ansiedeln.

Toto Wien
00
23.12.2011, 18:40
Da hab ich große Bedenken wegen unserer Jäger, so ein Wolf

würde denen sicher gefallen. Ich hoffe auch, dass sich der Wolf wieder bei uns ansiedelt!

Paul Platon
04
19.12.2011, 17:47

Ich mag waschbären. irgendwie nette tiere.

parapente
00
21.12.2011, 10:00
Und aus den 30.000

werden bald 90.000

Bitte bewerten Sie mit "rot"
01
19.12.2011, 17:25
Coole Viecher... der Wikipedia Artikel ist sehr interessant

Essen würde ich trotzdem keinen, in bei der "mitteldeutschen Waschbärpopulation" haben 70 % den Waschbärspulwurm (was es nicht alles gibt...) und Tollwut kommt auch vor (weniger als in den USA). Und wenn sie sich falsch ernähren, verfetten sie und zeigen Verhaltensstörungen (hier eine große Parallele zum Menschen. Vielleicht schauen die dann auch Talkshows am Nachmittag und stürmen am Samstag die Einkaufszentren :-)

Ignaz gartengschirrl
00
19.12.2011, 20:23

da würde ich aber auch fleisch vom damwild vermeiden, ist bei uns auch nicht heimisch. ich habe einmal gelesen das die irgendeinen wurm eingeschleppt haben der auch auf das heimische wild übergreift. genaueres müsste man googeln ist aber sicher nicht schwer zu finden.

Jo L
 
00
19.12.2011, 17:36
:-D

Van Braun
00
19.12.2011, 15:24
High Five!

living reef
01
19.12.2011, 14:53
klarer fall für kurz!

flohimpelz
123
19.12.2011, 13:40
Eine Flobertpatrone

kostet ca. € 0,10.

Maria Lacina
00
20.12.2011, 15:22
mir ..

.. wäre es nicht 0,10 € wert, auf dich zu schiessen ...

Nelly Niedlich
 
04
19.12.2011, 16:29

ich mag den Kurz auch nicht, aber das muss auch nicht sein

Utrillitn
07
19.12.2011, 13:35
"negative Auswirkung ist weder auf Niederwild noch auf Bodenbrüter erkennbar"

Die wurden großflächig schon von der industriellen Landwirtschaft weggeputzt.

hiergeborener
42
19.12.2011, 16:46
Utrillitn
01
19.12.2011, 13:43

Direkte Konkurrenten sind Fuchs und Dachs, und daher auch betroffen.

Und dass die Waschbären per Schiff reisen, ist schon unfair. Noch dazu ohne Paß.

panda rage
05
19.12.2011, 13:48

schade dass die schottermiez nicht mehr innenministerin ist, die würde sich nämlich von so waschbärenäuglein nciht beeindrucken lassen und die viecher alle abschieben.

prusiner
04
19.12.2011, 12:30
ein Blick genügt

eine Einbrechermaske und Verbrechervisage .. ganz eindeutig

living reef
00
19.12.2011, 14:54
verstößt klar gegen das vermummungsverbot

Kontrahent1
00
19.12.2011, 12:34
Sollen ja modell gewesen sein

für die Panzerknacker, welche Dagobert Duck das Leben so schwehr machen:-)

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