Zukunft des Geldes

Dem Euro vertrauen, Erspartes am Konto lassen

Kommentar der anderen | Herbert Stepic, 18. Dezember 2011, 17:37

Warum wir auch nach der Krise in Euro zahlen werden und die Stabilität der Preise nicht in Gefahr ist - Von Raiffeisen-Chef Herbert Stepic

Vier Prophezeiungen eines Bankers in Reaktion auf die Frage vieler Bankkunden nach der Zukunft ihres Geldlebens.

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Die Eurozone durchlebt derzeit die schwersten Zeiten seit ihrer Gründung. Dennoch ist ihr vermeintlich drohendes Ende völlig unwahrscheinlich. Allerdings gilt es, einen für alle Länder äußerst schmerzhaften Zahlungsausfall großer Euroländer zu vermeiden. Und langfristig bedarf es grundlegender Reformen in praktisch allen Euroländern. Diese Reformen, ob zur Vermeidung eines Zahlungsausfalls oder als gerade noch rechtzeitige Maßnahme zur nachhaltigen Gesundung, wurden beim letzten EU-Gipfel eingeleitet.

Trotz teilweise problematischer Staatsfinanzen ist die Eurozone in Summe in vergleichsweise guter fiskalischer Verfassung. Die Staatsverschuldung 2011 liegt zwar mit 88 Prozent des BIP deutlich über der Maastricht-Grenze von 60 Prozent. Im Vergleich zu anderen Währungsräumen wie den USA (100 Prozent) oder Japan (233 Prozent) ist sie aber noch niedrig. Beim laufenden Budgetdefizit fällt der Vergleich sogar noch vorteilhafter aus: Das der Eurozone liegt 2011 bei 4,1 Prozent des BIP, gegenüber 9,3 Prozent in den USA und 10,3 Prozent in Japan. Leider kann die insgesamt gute Position der Eurozone über gravierende Schwächen und Finanzierungsprobleme einzelner Länder nicht hinwegtäuschen. Deshalb bestimmt dieses Thema unsere Diskussionen.

Im Bekanntenkreis werde ich regelmäßig gefragt, wie man denn jetzt sein Erspartes anlegen sollte. Meine Antwort lautet, dass es am besten ist, das Geld am Konto zu belassen und auf stabilere Zeiten zu warten. Denn die folgenden Argumente sprechen klar gegen die kursierenden Szenarien vom Ende des Euro und dem Beginn hoher Inflationsraten.

1. Eine Umschuldung eines Eurolandes gefährdet nicht den Wert des Euro.

Es stimmt zwar, dass historisch der Zahlungsausfall eines Landes oft auch zu einem massiven Wertverlust der jeweiligen Währung führte - üblicherweise, weil die Notenbank des Landes in einem verzweifelten Versuch, den Staatsbankrott abzuwenden, die Geldmenge gewaltig aufblähte. Für einzelne Länder der Eurozone ist dieser Weg allerdings versperrt. Nur die Eurozone als Ganzes könnte ihre Geldpolitik abändern. Das wäre zwar technisch möglich, ist aber politisch angesichts der starken Abneigung Deutschlands und anderer früherer Hartwährungsländer gegen hohe Inflationsraten sehr unwahrscheinlich. Käme es zum Zahlungsausfall eines Staates in der Eurozone (was meines Erachtens außer im Fall von Griechenland vermeidbar und deshalb unwahrscheinlich ist), wären die Auswirkungen für das Finanzsystem und die Realwirtschaft gravierend, nicht aber für die Preisstabilität. Eher im Gegenteil: Die folgende schwere Rezession und das schrumpfende Kreditwachstum würden den Deflationsdruck stark steigen lassen

2. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone ist äußerst unwahrscheinlich.

Die zum Beispiel aus einem Austritt Deutschlands oder einer Aufteilung in Nord- und Südeuro resultierenden Kosten wären für alle Länder prohibitiv hoch, nicht nur aufgrund der starken Exportverflechtung innerhalb der Eurozone. Vor allem würde nach zwölf Jahren forcierter Integration des Euro-Finanzmarktes ein Auseinanderbrechen der Eurozone (samt den resultierenden Wechselkursverwerfungen) zu einer Pleitewelle von Staaten, Banken und Unternehmen und zu einer tiefen globalen Rezession führen. Dennoch könnten einzelne Länder langfristig die Eurozone verlassen, was bei den Verhandlungen über eine Anpassung der EU-Verträge berücksichtigt werden sollte. Andererseits könnten andere, stärkere Länder längerfristig zur Eurozone dazustoßen.

Richtige Strategie

3. Ein Zahlungsausfall eines größeren Eurolandes würde somit den Euro als Währung nicht gefährden.

Die Kosten dafür wären aber für alle anderen Länder so hoch, dass diese alles tun werden, um ihn zu verhindern. Sich politisch über die Mittel dazu zu verständigen, ist nicht leicht - aber sie existieren und werden letztendlich als das kleinere Übel ergriffen werden. Ein wichtiger Grund, warum der "große Befreiungsschlag" (zum Beispiel gemeinsame Eurobonds oder massive Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank, EZB) bis jetzt noch nicht gesetzt wurde, liegt darin, dass die Kernländer keinen Anreiz für hemmungslose Neuverschuldung setzen wollen.

4. Auch die Anleihenkäufe der EZB gefährden die Preisstabilität des Euro nicht.

Im Prinzip erhöht jeder Anleihenkauf der EZB die Geldmenge, wenn er nicht durch andere Maßnahmen kompensiert wird. Und ein starker Anstieg der Geldmenge erhöht mittelfristig den Inflationsdruck. Derzeit kompensiert die EZB allerdings den überwältigenden Teil dieser Geldschöpfung, indem sie an anderer Stelle bei den Banken wieder Liquidität abschöpft. Die sich abzeichnende Rezession und die verhalte- ne Kreditnachfrage dürften die Zunahme der sogenannten breiten Geldmenge (M3) nach einem zuletzt gezeigten Wachstum von ohnehin nur 2,6 Prozent pro Jahr 2012 wieder gegen null sinken lassen.

Natürlich ist das kein unlimitierter "Freibrief" für die Europäische Zentralbank: Sobald Wirtschaft und Kreditvergabe wieder stark wachsen, muss sie die verfügbare Liquidität einschränken und ihre Anleihenkäufe drosseln. Bis dahin müssen die Peripherieländer also ihre Hausaufgaben gemacht haben und wieder fit für den Markt sein (oder über Eurobonds finanziert werden).

In den nächsten ein bis zwei Jahren dürfte die Situation der EZB aber eher mit der der japanischen Notenbank vergleichbar sein, die seit rund zwei Jahrzehnten massiv Staatsanleihen kauft und für üppige Liquidität im Bankensektor sorgt - ohne dass damit die Inflationsraten signifikant steigen würden.

Langer Weg

Die Instrumente, die Euro-Schuldenkrise zu lösen, ohne ein Land (von Griechenland einmal abgesehen) umschulden zu müssen oder Inflation in Kauf nehmen zu müssen, sind also vorhanden. Das garantiert zwar keine schnelle Lösung der Schuldenkrise - im Gegenteil:

Die finale Lösung, also die Reduktion von Budgetdefiziten und Staatsverschuldung durch Umsetzung von Reformen, braucht viel Zeit und ein hohes Maß an Disziplin der Regierungsverantwortlichen, auf diesem Weg zu bleiben. Aber ich habe keinen Zweifel, dass die Krise letztendlich ohne bleibenden Schaden für den Euro überwunden wird. (Herbert Stepic, DER STANDARD, Printausgabe, 19.12.2011)

HERBERT STEPIC, 64, ist Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International (RBI).

Kommentar posten
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also dann ...
01
29.12.2011, 23:46
mein gott ... bei soviel nonsense wird sogar der "peppi-tant" spei-übel !

denn
- die banken erfinden DAS GELD AUS LUFT..., d.h.
... a l l e s geld ist nur s c h u l d g e l d
... die zinsen sind NIE in der geldmenge vorhanden
ergo dessen
... bedint der zins das unendlich doofe wachstzums-geschwätz alle wi-forscher + bank_S_ter
... ist das rettungspaket eben nichts anderes als ein enteignungspaket
... sind spareinlagen nichts anderes als willkommenes spekulationsgeld d. banken
... machen die banken ca. 200 mrd gewinne (euroland) - und ihre kapitalerfordernisse liegen darunter (so man denn den basel III leuten auch nur 1 satz glauben will)
d.h. der staat braucht sicher keine banken mehr retten
... haben die banken dals geld der steuerzahler überwiegend (!) als gewinn ausgeschüttet
usw
usw

Oh my God !
00
23.12.2011, 11:45
der Banker führt die "Sparschafe" auf die "Weide"

"Dem Euro vertrauen, Erspartes am Konto lassen" und
die Inflation wird den "Sparschafen" die Wolle bis zur Haut scheren.

auch von Raiffeisen:

http://www.moneytrend.at/new/tageskurse/

Walter Bimini
03
21.12.2011, 00:16
die raiffeisen werbung in ungarn spricht bände

genauso sollten jetzt alle kunden auf die propaganda von stepic reagieren.

zantana
00
20.12.2011, 23:07
schon möglich, dass der o.a. Weg...

in der Theorie zu einer Lösung führt, allerdings
könnte die Inflation von der Wechselkursseite
kommen. Bei einem schwachen Euro werden
die Importprodukte (Erdöl, Gas, etc,) zu einer
weiteren hohen Preissteigerung führen. Im
Extremfall (bei Absturz der Währung) zur H-Inflation.

Übrigens müssen die Südländer den Sparkurs auch
durchhalten, ob das politisch durchzustehen ist
wird man erst sehen - auch Leidensfähigkeit ist
begrenzt.

WässrigesWienerWürstchen
01
20.12.2011, 21:02
Die Botschaft ist also...

1012 wird Raiffeisen krachen und danach werden die Skandinavier billigst kaufen...

toll...

die Ungarn Werbung ist echt krass... unglaublich...

Dramaqueen
00
19.12.2011, 21:17
Dem Verstand vertrauen, Erspartes in Werte anlegen.

paolo
00
19.12.2011, 21:03
wir sind euro!

die giebelkreuzler sagen euch schon lange, wos langgeht, bausparen, bauernfinanzierung, ostaktien, yen-fremdwährungskredite, was sollen jetzt die proteste, machts gefääligst weiter.

Thomas Zehetbauer
 
00
19.12.2011, 18:59
EZB schlägt Alarm: Finanzstabilität stark gefährdet

Das hat ja nicht lange gedauert.
Quelle: http://bit.ly/tylObQ

Pirjeri Ryynänen
00
19.12.2011, 18:49
Erspartes am Konto lassen, bis es weg ist.

Kleiner Trost vorweg: das Geld wird nicht weg sein, es wird nur jemand anderer haben.
Geld, das auf Konten oder Sparbüchern liegt, stellt für die Banken auf Basis der von der EZB im Auftrag der Politik trotz hoher Inflation künstlich niedrig gehaltenen Zinsen die billigste Refinanzierungsquelle dar. Klar, dass Stepic so argumentiert. Sollte es aus irgendeinem unerfindlichen (haha!) Grund zu einem gröberen Crash und einem Run auf die Banken kommen, dann schau ich mir an, wie lange (in Minuten ausgedrückt) die von unserer Regierung garantierte Einlagensicherung durchhält.

churchy_vienna
00
20.12.2011, 20:28
Irrtum

Das Geld war nie auf der Bank ;-)

Erasmus von Mises
01
19.12.2011, 18:45
dass sich so jemand traut, an die Öffentlichkeit zu gehen

man denke etwa an die Subprime-Kredite, die die Raiffeisen im Osten hergeschenkt hat als gäbe es kein Morgen. Wenn da jetzt wirklich jmd von denen was von wegen "dem Euro vertrauen" schreibt, ist es höchste Eisenbahn, sein Geld irgendwie in Sicherheit zu bringen, und wenn man sich nur sinnlos irgendwas anschafft.

gier
01
19.12.2011, 18:06

mein geld wandert dann wieder aufs konto, wenns gscheite zinsen dafür gibt, so einfach ist das.

Gusti Augustinus
11
19.12.2011, 16:44
Ein Banker verpopot die Sparer

nicht mehr und nicht weniger ist dazu zu sagen. Außer noch, dass er auch Politiker werden könnte. Die lügen auch so blöd.

supermike
48
19.12.2011, 14:17
Dieser Artikel ist eine Warnung

Hebt euer Geld ab und wechselt es in Gold und Silbermünzen.
Wer über 10.000 € auf Konto / Sparbüchern hat, handelt derzeit grob fahrlässig.

churchy_vienna
00
20.12.2011, 20:36
Teilweise ja

Der erste Rat könnte richtig sein. Weshalb der Bank sein Geld für 2% leihen, wenn sich die Banken selbst nicht mehr trauen.
Edelmetalle werden genauso krachen wie die Banken. Da hat Herr Stepic recht, wenn er von Deflation spricht. Die EZB kann keine Inflation erzeugen. Mit immos und metallen werden soeben wieder die Kleinanleger abgezockt.

white noise
00
20.12.2011, 20:53
Ich vertraue auf Herrn Einstein

Die Polliter werden so gut wie sicher den "einfachen" Weg gehen. Und das Volk wird mit > 50% dafür sein.

Dh: Es wird Geld gedruckt werden bis zum Ende, - der dann ein neuer Anfang sein wird.

Graf Bobby
00
19.12.2011, 17:41

Mit Verlaub: Das funktionier hier und anderswo in den postings wie bei der Krise 2008, der Vogel- Schweine und sonstigen Grippen.

Abodroc
01
19.12.2011, 16:13
dann wird privater gold und silberbesitz einfach wieder verboten

die linkslinken kommunisten in den USA haben das damals in den 30ern gemacht!

sie glauben doch nicht wirklich sie kommen dem als kleines würschtel aus wenns wirklich krachen sollte?

gebens ihr geld aus wenns zuviel haben. investieren sie in die dinge die sie schon lange erledigen wollten. da haben sie mehr davon. renovieren sie, machens mit der gattin eine kreuzfahrt, bauen sie aus, kaufen sie sich ein kleines hüttl irgendwo in lauschiger lage wenn sie wirklich glauben ihr geld ist morgen nix mehr wert.

für sie und mich würde sich an unserem gesellschaftlichen status nichts ändern: wir gehören heute zu den 99% und werden auch morgen noch zu den 99% gehören...

supermike
00
19.12.2011, 21:49
dann wird privater gold und silberbesitz einfach wieder verboten

Noch kann man Gold und Silber anonym bei jedem Goldhändler bis zu einem Wert von 15.000 € einkaufen.

Du kannst gerne mal Leute aus östlichen Ländern fragen die schon Währungsreformen hinter sich haben. Wer vorher auf Gold und Silber gesetzt hat, verlor am wenigsten.

Die Chance das der Euro zerfällt ist hoch. Angeblich bastelt man sogar schon an einer Deutsch Österreichischen Währung für den Notfall.

Es war schon blöd unsere Schilling in Euro zu wechseln. Wer seine 10 Schilling Münzen aus 625èr Silber behalten hat, durfte sich heute über einen Wert Zuwachs von 500% freuen.
Wer in Euro gewechselt hat, verlor an Kaufkraft....

Und Immobilien sind ebenfalls unsicher und können teuer werden - siehe Faymanns Idee zur Immobiliensteuer.

Abodroc
00
20.12.2011, 11:05
sie sollen mit den immobilien auch nicht schachern und spekulieren

sie kaufen sie sich auch nicht als "wertanlage". es hat nichts mit geld und kaufen zu tun.

die idee das sie dort eine schöne zeit verbringen könnten kommt ihnen gar nicht?

das ist das problem mit den verbissenen kapitalisten. sie vermiesen sich selber und allen anderen die kurze zeit die wir auf dem planeten haben.

€=$
00
19.12.2011, 18:33

ein kluger mensch

Sogenet
45
19.12.2011, 14:54

Redens keinen Stuss!

daslebenistschön007
00
19.12.2011, 13:39
Die EZB.....aha....sonst Kreditklemme

"Vorerst muss die EZB das System liquide halten, um das Überleben des Euro zu sichern." - Banker Rudloff in der Zeit: http://www.zeit.de/wirtschaf... me/seite-3

daslebenistschön007
15
19.12.2011, 13:23
Intelligenz - die Kunst zwischen den Zeilen zu lesen.....

Der Vorstandsvorsitzende von RBI muss so arguentieren, alles andere wäre ein Skandal für einen Banker in dieser Position.
Dass er allerdings so einen Artikel verfassen muss, ist beunruhigend genug.
Die Zweifel werden dadurch nicht kleiner, eher umgekehrt.

Aber: mich überrascht das nicht.

Was mir besonders auffällt: die Alternvative zum Papiergeld - Gold - wird momentan im Wert massiv niedermanipuliert. Diese Tatsache plus der Aritikel zeigen, wie schlimm es um den Bankensektor steht.

Ford Prefect
10
19.12.2011, 20:11

steigt der goldpreis: das ist der beweis, dass es bald kracht.
sinkt der goldpreis: das ist manipuliert - bald kracht es.

ergo: nichts kracht. wann kommt schon das, was sich die lemminge denken.

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