Schönfelder: "Das hat mir keiner zugetraut"

Interview | 18. Dezember 2011, 17:56
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    foto: ap/leodolter

    Rainer Schönfelder: "Ich habe nie etwas Spezielles gemacht. Das Leben ist mein tägliches Mentaltraining."

Rainer Schönfelder, der sich als Privatier zurückgekämpft hat in die Slalommannschaft, über die Vision vom perfekten Schwung und den Wandel des Sports

Standard: Trauen Sie sich allen Ernstes zu, noch einmal ein Weltcuprennen zu gewinnen?

Schönfelder: Das kann durchaus passieren.

Standard: Sind Sie schon so weit?

Schönfelder: Nein. Ich bin in einem Prozess und merke, dass was weitergeht. Ich kann sicher noch einen Schritt machen. Aber ein großer Teil des Comebacks ist geschafft. Bei den Zeitläufen war ich in unserer Mannschaft im besseren Mittelfeld. Das hat mir in der Insiderszene keiner zugetraut.

Standard: Der Sport funktioniert gegenwärtig schon ein bisserl anders als damals, als Sie ihre großen Erfolge feierten.

Schönfelder: Ich muss den Ski anders fahren. Und das probiere ich. Das ist ein Experiment. Und eine Herausforderung.

Standard: Sind Sie jetzt wieder Teil der Mannschaft?

Schönfelder: Einmal so, einmal so. Jetzt haben sie mich eingeteilt.

Standard: Die Reise zum Slalom in Beaver Creek, also zum Ausfall im ersten Durchgang, hat sich wohl nicht ausgezahlt. Oder?

Schönfelder: Diese Reise hat der Verband gezahlt. Und ich habe etwas mitgenommen. Ich bin der Idee, wie ich fahren muss, näher gekommen. Der Schnee dort hat mir die Grenzen noch mehr aufgezeigt. Das war gut so.

Standard: Wo sind die Grenzen?

Schönfelder: Damals sind wir Torabstände von rund 13 Metern gefahren. Heute fahren wir im Schnitt zehneinhalb Meter. Durch diese Torabfolge kann man nicht mehr so direkt fahren. Da steckt in mir noch etwas vom alten Muster. Jetzt muss alles auf Zug funktionieren. Und mit dem neuen Material gehen Schwünge, die vor drei Jahren noch gar nicht gegangen sind. Ich merke manchmal, dass ich richtig schnell unterwegs bin. Doch nach ein paar Toren komme ich mit den sieben Zwetschken nicht mehr zusammen. Das Wichtigste ist jetzt, dass du nie den Fluss verlierst.

Standard: Wie in allen anderen Disziplinen auch.

Schönfelder: Aber früher hast du es besser kompensieren können.

Standard: Wie bilden Sie sich weiter?

Schönfelder: Ich schaue mir die Leute an, die die Slaloms gewinnen. Ich habe eine Vision. Ich möchte den Slalomschwung so schnell wie möglich fahren, wie ihn zum Beispiel Marcel Hirscher in Perfektion zeigt.

Standard: Wir war die Saisonvorbereitung?

Schönfelder: Das hat Spaß gemacht. Ich habe viel gelernt. Ich bin Manager, Läufer und Servicemann in einer Person. In der Mannschaft wird einem alles abgenommen.

Standard: Wie viel haben Sie investiert?

Schönfelder: 80.000 Euro. Aber ich stehe wirtschaftlich ganz gut da. Ich war mit meinem Trainer Christian Huber einen Monat lang in Neuseeland. Wir hatten auch einen jungen Burschen mit, einen Steirer, der im Landesverband ist und im ersten Jahr den ÖSV versäumt hat. Zu dritt tut man sich auch logistisch leichter, einen Trainingskurs aufzubauen. Ich glaube, dass in Österreich zu viele Leute auf der Strecke bleiben. Viel Junge haben wir ja nicht.

Standard: Haben Sie in Neuseeland auch Kollegen getroffen?

Schönfelder: Es gibt auch Trainingssharing. Ich bin international überall mitgefahren, mit den Kanadiern, den Deutschen, den Schweden. Trainingspisten sind irsinnig teuer. Ich hab mir das ausgerechnet. Die verdienen da unten mit den Rennfahrern in eineinhalb Monaten eine halbe Million Euro.

Standard: Legen Sie das Training jetzt anders an als früher?

Schönfelder: Ich mache viel mehr auf Schnee. Ich lasse weg, was mir nicht gut tut. Ich konzentriere mich auf den Slalomschwung links-rechts, dass sich die Muskeln genau dieser Belastung anpassen. Ich bin in der Vorbereitung seit April sicher zwischen 15.000 und 20.000 Tore gefahren. Ich war eigentlich noch nie so fit.

Standard: Gehören Sie in die Top 30?

Schönfelder: Sicher. Aber das ist ja alles sehr eng. Zwischen nicht qualifiziert sein und Top Ten ist nicht viel Unterschied.

Standard: Sie sind bis zum Slalom am Mittwoch in Flachau gesetzt. Dann werden die Karten neu gemischt. Dann könnte es schon wieder vorbei sein mit Ihrem Comeback.

Schönfelder: Die Karten werden jeden Tag neu gemischt. Es gehört auch viel Glück dazu. Im Slalom kannst du gut sein und trotzdem nach drei Rennen mit null dastehen.

Standard: Sind Sie im Starthaus nervöser als früher?

Schönfelder: Ich bin eher relaxter. Das Leben ist ja mein tägliches Mentaltraining. Ich habe nie etwas Spezielles gemacht.

Standard: Ihr Zeithorizont für das Comeback?

Schönfelder: Ich habe keinen. Biologisch bin ich ja erst 23 Jahre alt.(Benno Zelsacher, DER STANDARD, Printausgabe, 19.12.2011)

Rainer Schönfelder (34), Kärntner, gewann 2004 den Slalom-Weltcup, 2005 WM-Silber im Slalom, 2006 Olympia-Bronze im Slalom und in der Kombi. Als Sänger wurde er noch nicht weltberühmt. War in den vergangenen drei Jahren hauptsächlich verletzt und flog aus dem ÖSV-Kader. Kämpfte sich als Privatier zurück und ist gegenwärtig wieder Teil der Slalommannschaft.

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voc-monkey
01
Tja - Rainer

den Vorpostern unten hast dus am gestrigen Sonntag aber ordentlich gezeigt!
Und das ist gut so :-)
Alles gute für Wengen, Kitzbuehl und Schladming!

Herr Karl der Erste
11
...Herr Schönfelder ist einfach eine verkrachte Existenz. Er hat ein extrem ausgeprägtes Ego, welches sich auf rein gar nichts gründet. Mein Beileid für Ihn.

Stephan Fadinger
00
21.12.2011, 21:28
wieso ist er biologisch erst 23????

kann mir das irgendwer hier erklären?

yoghurtinator
 
00
17.3.2012, 17:19
weil er

debat is.

Hugh Jass
00
21.12.2011, 16:30
ich muss hier jetzt wieder posten:

Hugh Jass
00
21.12.2011, 16:30

HaHa!

hanni fridrich
01
21.12.2011, 16:29

wer steht denn beim stansard so auf diesen selbstdarsteller?pausenlos liest man was von dem.
die erfolge in den letzten vier,fuenf jahren koennens ja nicht gewesen sein.

Tschick Tschaikowsk
01
21.12.2011, 08:26
Long Dong Silver

Jake Gittes
00
20.12.2011, 18:42

Die Norma Desmond des Schisports.

piranhia
12
20.12.2011, 18:00
moah herr schönfelder

...lass gut sein, die skiwelt hat sich sooo geändert - ich frag mich nur wie das herren wie lasse&kostelic über jahre schaffen, zumindest dabei zu sein (und noch mehr) hinbekommen - "ich konzentriere mich auf den slalomschwung, links rechts..." BRAVO ! den schneepflug somit schon verinnerlicht?

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
03
20.12.2011, 16:58
schambehaarung am kopf ist 2012 voll in.

_Mickey_
01
20.12.2011, 13:37

Schade, dass heutzutage auch die Slalomfahrer Helmpflicht haben. Mit der Frisur und Stirnband an den Start gehen, das hätte was.

forever52
11
20.12.2011, 12:05
Kann dieser Dampfplauderer nicht einfach von der Bühne abgehen ?

Es vermißt ihn niemand !!!

Mairéad Farrell
00
20.12.2011, 11:17
Borat der Skifahrer

Immer wenn ich das Foto bei diesem Artikel sehe, denke ich mir: der Borat der Skifahrer ...

domi soprano
03
20.12.2011, 09:30
Sehr schön

Und wenn es nicht mehr zum Skifahrer reicht, dann allemal zum Retro-Pornostar...

mbli
03
20.12.2011, 09:01
meine hochachtung! und alles gute, dass es klappt!

onkel egon
05
20.12.2011, 00:36

immer, wenn ich mich darüber wundere, wie österreich zu solch oberpeinlichen regierenden kommt, les ich schnell die kommentare unter einem beliebigen standard.at-beitrag und schon ist das wundern vorbei.

danke! :-)

DoNuT
00
19.12.2011, 20:08
Pornopetze...

Ich finde, mit seinem pornösen Auftreten gehört er einfach in den WC, die anderen sind ja alle gleichförmig fad, mit 1-2 Ausnahmen vielleicht noch... ;)

Ender Wiggin
02
19.12.2011, 17:11
den 55. Platz heute im Slalom

hat ihm wohl auch keiner zugetraut.

die3lustigen4
00
20.12.2011, 09:12
sche...

das wollte ich schreiben. Warum lässt man keinen jungen ran.

Andersen
00

Weil kein "Junger" auf einer der schwierigsten Slalompisten eine Bestzeit zustandbringt.

sociovation
00
20.12.2011, 09:23
Einfache Antwort

Weil es derzeit keine gibt.
Sehen Sie sich die EC-Ergebnisse an.

wedgehog
00
19.12.2011, 15:55

Kärntner Landeshauptmann könnte er aber sicher noch werden....

sociovation
00
20.12.2011, 09:23
Hoffentlich!

Sergej Lebed
225
19.12.2011, 14:46
"Was A über B sagt, sagt mehr über A als über B."

Das fällt mir zu so manchen Kommentaren der Standard-Poster hier ein.

Wenn ich in Klischees abgleiten darf: Gestern noch solidarisches Toleranz-Brunchen zugunsten alleinerziehender Transgender mit Migrationshintergrund, heute - zurück im Büro - beschimpfen wir hier im Forum (den früheren Slalomweltcupsieger und mehrfachen Medaillengewinner) Rainer Schönfelder, der sich doch glatt erlaubt, auf Kasperl zu machen, auf das Gröbste - anonym natürlich. Selbst schaffen wir es - mutmaßlich - nicht einmal, eine Runde ohne Gehpausen um den Häuserblock zu laufen.

Toll, soviel Toleranz hier zu lesen! :-(

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