2012 bringt den letzten Venustransit zu unseren Lebzeiten

Auf Eklipsen dürfen wir uns in Mitteleuropa hingegen nicht freuen

Stuttgart - Ein Venustransit ist das herausragende astronomische Ereignis des Jahres 2012. In der Nacht auf 6. Juni zieht der innere Nachbarplanet der Erde als dunkler Punkt vor der grellen Sonnenscheibe vorbei: Ein Schauspiel, das es im ganzen 20. Jahrhundert nicht gab - der letzte Transit fand 2004 statt. Venustransits kommen immer im "Doppelpack" mit einem Abstand von acht Jahren - ehe dann wieder mehr als ein Jahrhundert vergeht, bis der nächste stattfindet.

Der Venustransit 2012

In Mitteleuropa ist nur das Ende des kommenden Venusdurchgangs kurz nach Sonnenaufgang tief am Nordosthimmel zu verfolgen, vom Pazifischen Raum aus ist er in voller Länge zu verfolgen. Wer das Himmelsereignis verpasst, wird in seinem Leben kaum eine zweite Chance erhalten: Der nächste Venustransit findet erst am 11. Dezember 2117 statt.

Verdunkeln wird sich der Himmel beim Venustransit von Ost nach West nicht. Mit bloßen Augen ist der Planet als winziger, dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe erkennbar - unbedingt mit einer speziellen Finsternisbrille oder durch einen Filter beobachtet. Der Venusdurchgang zuvor - am 8. Juni 2004 - hatte sich von Mitteleuropa aus in voller Länge verfolgen lassen. 

Keine Eklipsen, aber Meteorströme

Spektakuläre Eklipsen bietet das Jahr 2012 nicht: Von den beiden Sonnenfinsternissen am 20./21. Mai und 13./14. November und den zwei Mondfinsternissen am 4. Juni und 28. November kann keine von Mitteleuropa aus gesehen werden. 

Zu den mehr oder minder regelmäßig Meteorströmen, die auch 2012 wieder zu beobachten sein werden, gehören die Perseiden. Sie flammen zwischen dem 9. und 13. August auf. Helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind keine Seltenheit. Manche erreichen sogar Vollmondhelligkeit. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren die Perseiden bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. Ihr Ursprung liegt im Kometen 109P/Swift-Tuttle. Mit 60 Kilometern pro Sekunde zählen die Perseiden zu den schnellsten Sternschnuppen.

Ein weiterer aktiver Meteorstrom sind die Leoniden, deren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe liegt. Die Leoniden tauchen Mitte November auf. Ihr Ursprungskomet trägt die Bezeichnung 55P/Tempel-Tuttle, dessen Umlaufszeit 33 Jahre misst. Die Leoniden treten vom 9. bis 20. November am Morgenhimmel auf. Das Maximum der Leonidenaktivität ist in der Nacht auf 18. November zu erwarten. Im Jahr 2012 ist allerdings mit einer eher bescheidenen Leonidentätigkeit zu rechnen.

Astronomischer Alltag

Im Frühjahr zeigt sich Venus als strahlender Abendstern, bis sie sich Ende Mai vom Abendhimmel zurückzieht. In der zweiten Jahreshälfte spielt sie ihre Rolle als Morgenstern. Mars kommt Anfang März im Sternbild Löwe in Opposition zur Sonne. Bis Dezember kann der Rote Planet noch am Abendhimmel gesehen werden. Der Riesenplanet Jupiter beherrscht im kommenden Herbst und Winter mit seinem Glanz den Nachthimmel. Am 3. Dezember steht er in Opposition zur Sonne.

Saturn im Sternbild Jungfrau ist im Frühjahr gut zu beobachten. Mitte April steht der Ringplanet der Sonne genau gegenüber und ist die gesamte Nacht über am Firmament vertreten. Für Fernrohrbeobachter bietet Saturn mit seinem zurzeit um 14 Grad zu seiner Umlaufsbahn geneigten Ringsystem einen fantastischen Anblick. Schon mit einem Fernglas ist sein Riesenmond Titan zu erkennen. 

Zu Jahresbeginn sind die beiden hellsten Planeten am Abendhimmel vertreten und ziehen die Blicke auf sich: Im Südwesten strahlt Venus schon bald nach Sonnenuntergang und Jupiter leuchtet hoch am Südhimmel im Sternbild der Fische. Mitte März überholt Venus den Riesenplaneten - ein spektakulärer Himmelsanblick am abendlichen Westhimmel: die beiden hellsten Planeten nahe beieinander. Mars taucht am späteren Abend am Osthimmel auf. Der sonnennahe und flinke Merkur zeigt sich nur wenige Tage im Jahr entweder in der Abend- oder in der Morgendämmerung. In der letzten Februarwoche etwa erscheint er in der Abenddämmerung tief am Westhimmel für etwa eine Viertelstunde.

Sektkorken 26 Minuten vor Mitternacht knallen lassen

Das astronomische Jahr 2012 begann übrigens bereits am 31. Dezember 2011 um 23.34 Uhr MEZ, als die Sonne in ihrer scheinbaren Bahn den Punkt 280 Grad östlich vom Frühlingspunkt passierte. In der Nacht auf 5. Jänner um 1.00 Uhr ist die geringste Entfernung der Erde von der Sonne erreicht, nämlich 147.097.000 Kilometer - diese Strecke überbrückt das Sonnenlicht in acht Minuten und zehn Sekunden. Anfang Juli führt die elliptische Bahn der Erde dann in Sonnenferne. Am 5. Juli um 5.00 Uhr wandert die Erde durch den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn - mit 152.092.000 Kilometern Abstand. Das Sonnenlicht benötigt dann 17 Sekunden länger als Anfang Jänner. (APA/red)

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http://de.wikipedia.org/wiki/Humor

Dabei dürfte es sich um ein Ihnen unbekanntes Konzept handeln.

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