Astronomische Vorschau

2012 bringt den letzten Venustransit zu unseren Lebzeiten

4. Jänner 2012, 17:57

Auf Eklipsen dürfen wir uns in Mitteleuropa hingegen nicht freuen

Stuttgart - Ein Venustransit ist das herausragende astronomische Ereignis des Jahres 2012. In der Nacht auf 6. Juni zieht der innere Nachbarplanet der Erde als dunkler Punkt vor der grellen Sonnenscheibe vorbei: Ein Schauspiel, das es im ganzen 20. Jahrhundert nicht gab - der letzte Transit fand 2004 statt. Venustransits kommen immer im "Doppelpack" mit einem Abstand von acht Jahren - ehe dann wieder mehr als ein Jahrhundert vergeht, bis der nächste stattfindet.

Der Venustransit 2012

In Mitteleuropa ist nur das Ende des kommenden Venusdurchgangs kurz nach Sonnenaufgang tief am Nordosthimmel zu verfolgen, vom Pazifischen Raum aus ist er in voller Länge zu verfolgen. Wer das Himmelsereignis verpasst, wird in seinem Leben kaum eine zweite Chance erhalten: Der nächste Venustransit findet erst am 11. Dezember 2117 statt.

Verdunkeln wird sich der Himmel beim Venustransit von Ost nach West nicht. Mit bloßen Augen ist der Planet als winziger, dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe erkennbar - unbedingt mit einer speziellen Finsternisbrille oder durch einen Filter beobachtet. Der Venusdurchgang zuvor - am 8. Juni 2004 - hatte sich von Mitteleuropa aus in voller Länge verfolgen lassen. 

Keine Eklipsen, aber Meteorströme

Spektakuläre Eklipsen bietet das Jahr 2012 nicht: Von den beiden Sonnenfinsternissen am 20./21. Mai und 13./14. November und den zwei Mondfinsternissen am 4. Juni und 28. November kann keine von Mitteleuropa aus gesehen werden. 

Zu den mehr oder minder regelmäßig Meteorströmen, die auch 2012 wieder zu beobachten sein werden, gehören die Perseiden. Sie flammen zwischen dem 9. und 13. August auf. Helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind keine Seltenheit. Manche erreichen sogar Vollmondhelligkeit. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren die Perseiden bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. Ihr Ursprung liegt im Kometen 109P/Swift-Tuttle. Mit 60 Kilometern pro Sekunde zählen die Perseiden zu den schnellsten Sternschnuppen.

Ein weiterer aktiver Meteorstrom sind die Leoniden, deren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe liegt. Die Leoniden tauchen Mitte November auf. Ihr Ursprungskomet trägt die Bezeichnung 55P/Tempel-Tuttle, dessen Umlaufszeit 33 Jahre misst. Die Leoniden treten vom 9. bis 20. November am Morgenhimmel auf. Das Maximum der Leonidenaktivität ist in der Nacht auf 18. November zu erwarten. Im Jahr 2012 ist allerdings mit einer eher bescheidenen Leonidentätigkeit zu rechnen.

Astronomischer Alltag

Im Frühjahr zeigt sich Venus als strahlender Abendstern, bis sie sich Ende Mai vom Abendhimmel zurückzieht. In der zweiten Jahreshälfte spielt sie ihre Rolle als Morgenstern. Mars kommt Anfang März im Sternbild Löwe in Opposition zur Sonne. Bis Dezember kann der Rote Planet noch am Abendhimmel gesehen werden. Der Riesenplanet Jupiter beherrscht im kommenden Herbst und Winter mit seinem Glanz den Nachthimmel. Am 3. Dezember steht er in Opposition zur Sonne.

Saturn im Sternbild Jungfrau ist im Frühjahr gut zu beobachten. Mitte April steht der Ringplanet der Sonne genau gegenüber und ist die gesamte Nacht über am Firmament vertreten. Für Fernrohrbeobachter bietet Saturn mit seinem zurzeit um 14 Grad zu seiner Umlaufsbahn geneigten Ringsystem einen fantastischen Anblick. Schon mit einem Fernglas ist sein Riesenmond Titan zu erkennen. 

Zu Jahresbeginn sind die beiden hellsten Planeten am Abendhimmel vertreten und ziehen die Blicke auf sich: Im Südwesten strahlt Venus schon bald nach Sonnenuntergang und Jupiter leuchtet hoch am Südhimmel im Sternbild der Fische. Mitte März überholt Venus den Riesenplaneten - ein spektakulärer Himmelsanblick am abendlichen Westhimmel: die beiden hellsten Planeten nahe beieinander. Mars taucht am späteren Abend am Osthimmel auf. Der sonnennahe und flinke Merkur zeigt sich nur wenige Tage im Jahr entweder in der Abend- oder in der Morgendämmerung. In der letzten Februarwoche etwa erscheint er in der Abenddämmerung tief am Westhimmel für etwa eine Viertelstunde.

Sektkorken 26 Minuten vor Mitternacht knallen lassen

Das astronomische Jahr 2012 begann übrigens bereits am 31. Dezember 2011 um 23.34 Uhr MEZ, als die Sonne in ihrer scheinbaren Bahn den Punkt 280 Grad östlich vom Frühlingspunkt passierte. In der Nacht auf 5. Jänner um 1.00 Uhr ist die geringste Entfernung der Erde von der Sonne erreicht, nämlich 147.097.000 Kilometer - diese Strecke überbrückt das Sonnenlicht in acht Minuten und zehn Sekunden. Anfang Juli führt die elliptische Bahn der Erde dann in Sonnenferne. Am 5. Juli um 5.00 Uhr wandert die Erde durch den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn - mit 152.092.000 Kilometern Abstand. Das Sonnenlicht benötigt dann 17 Sekunden länger als Anfang Jänner. (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 26
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LinuxFanatic
00
12.1.2012, 01:16
Leute das ist Planet X!!!!!

:-P

Chris Quast
15

vor 300 jahren oder so reisten die gelehrten weit weg um dies zu beobachten und daraus abstände in unserem sonnensystem abzuleiten.
ganz interessante geschichten (die expititionen, und wie sie schief gingen).

und heute macht man sich das gleiche prinzip zu nutze um planeten in 100en lj entfernung zu entdecken, wow !!

JosefGott
10

Was wir für ein Glück haben dass in anderen Sonnensystemen die Transits öfters als alle 100 Jahre passieren...

Magic Washroom
00

passieren nicht öfters. für planeten die ein jahr ihren stern umrunden, muss kepler unter umständen ein jahr lang beobachten. deswegen werden ja so häufig sehr nahe ihren stern umkreisende planeten entdeckt, weil es da oft zu mehreren transiten in wenigen monaten kommt. für einen jupiter (also gemeint ist: in ein planet in der entfernung von jupiter) müsste kepler auch viele jahre lang beobachten, wenn nicht gerade zufällig der planet gerade jetzt seinen transit hat.

e_Neutrino
 
60
Live - Beobachtung aus dem Wohnzimmer,...

.
nun wenn es soweit ist könnte folgende HiTech - Kombination zu einem garantiert atemberaubenden Erlebnis werden,... z.B. einen hoffentlich stattfindenden Live -Stream, einfach anzudocken an Velocity Micro | Shine™ ... ;)

http://www.velocitymicro.com/Shine.php

CyberCop
00

man sieht es genau: spongebobs patrick ist ein weltall-monster

achwasweissdennich
26

Falls man das verpasst: Einfach einen Punkt auf jedes Glas der Finsterbrille aufbringen und zur Sonne schauen. Mit ein bisschen Geschick und der richtigen Ausrichtung wirkt es total authentisch! So kann man auch ganz leicht einen Jupitertransit nachbilden. Stundenlanger Spaß garantiert!

Chris Quast
04

jupitertranisit ;-)

JosefGott
01

Na sicher kann man vom Saturn aus ganz tolle Jupitertransits beobachten.

Avatar
011

Ein wenig anmaßend mir den Tod vor 2117 zu wünschen, wo ich da gerade mal die Hälfte meines Lebens hinter mir haben werde.

der wok
00

der selbe gedanke kam mir auch...

ape.p
06
"2012 bringt den letzten Venustransit zu unseren Lebzeiten" - um mit der zukünftigen nummer 1 der enterprise NCC-1701-D, commander william thomas riker zu sprechen: Speak for yourself sir, I plan to live forever.

und 2117 ist aber nun wirklich kein problem, wer 2000 geboren wurde, kann noch locker den übernächsten venus-transit miterleben. ich erinnere daran, dass der bisher älteste mensch 122 jahre und 164 tage alt geworden ist.

mit der steigenden lebensspanne und medizinischen errungenschaft kann erwartet werden, dass sogar die werte standard-redaktion - zumindestens zu teilen - noch das potential hat, den nächsten venustransit mitzuerleben (allerdings sollte dann der alkoholkonsum deutlich nachlassen ;-)). sagen wir mal in zukunft sind werte von 130 jahren möglich, dann könnte heutigeR standard-redakteurIn 25 jahre alt sein. und um dann noch einen artikel über den venustransit 2117 zu schreiben (das pensionsalter wird wohl dann bei 135 liegen).

Ghost in the Machine
02
Das Hauptproblem ist "lediglich" die Netzhaut.

Selbst wenn der Mensch 100 oder älter wird, die Netzhaut lässt ab 90 Jahren extrem nach.

Vermutlich wird es aber auch dieses Problem in 100 Jahren nicht mehr geben.

vallis rosarum
 
40
Könnte, könnte...

Ist ja recht lieb, was Sie sich für die Zeit um 2100 wünschen.

Allein: Glauben Sie im Ernst, 11 Milliarden Menschen hätten Platz auf dieser Erde?

Rarehero
 
01
13.1.2012, 04:50

Platz ist genug da. Das Problem ist die Verteilung der Ressourcen - von denen es eigentlich auch genug gäbe.

das ende ist nah
02

auf der erde ist locker platz für 30mrd

Cuchullain
01
Schwarzer Fleck ist schwarzer Fleck:

Merkurtransite kommen öfter vor und sind auch gut sichtbar!

little_green_man
11

...darum fliege ich auch um den 20/21. Mai nach Nordamerika, um die ringfoermige Sonnenfinsternis zu beobachten.
2012 ist ja in Europa wirklich nichts los. Leider.

Cuca Racha
 
011
"Das Sonnenlicht benötigt dann 17 Sekunden länger als Anfang Jänner."

Deshalb hat es auch etwas mehr Zeit sich unterwegs aufzuwärmen und daher ist es im Juli i.a. wärmer als zu Neujahr.

Die Wärme entsteht dabei durch die Reibung an den es überholenden Neutrinos.

JosefGott
01

Im Sommer (bei uns) ist die Erde tatsächlich weiter entfernt von der Sonne als im Winter.

John Sandwich
14
genau, und deswegen bewegt sie sich langsamer

als im winter -gemäß 2. keplerschen gesetz.
d.h. im winter: höhere geschwindigkeit => stärkerer fahrtwind => kälter; das ist der wahre grund.

The Celt
00
:-)

Klasse!! Danke habe echt laut gelacht. Kommt ganz vorne mit Badewannen und Fussballfeldern als neue Messeinheit!

investmentbanker mit bonus
00

Sagt wer?Erich von Däniken und seine Marsmännchen?

Emiliano Zapata
 
90
wohl zu viel fs3 geschaut

obwohl du noch nicht mal von elektrizität redest, sondern nur stuss...;-)

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