Südkorea / Japan

Zwangsprostitution in ehemaligen Soldatenbordellen bleibt Streitpunkt

18. Dezember 2011, 16:03

Etwa 200.000 Frauen aus Ostasien wurden im Zweiten Weltkrieg in die Sexsklaverei gezwungen

Tokio - Die Zwangsprostitution südkoreanischer Frauen in japanischen Soldatenbordellen während des Zweiten Weltkrieges überschattet erneut die Beziehungen zwischen Seoul und Tokio. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak drängte den japanischen Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda am Sonntag bei einem Treffen in der alten japanischen Kaiserstadt Kyoto, die Frage der Entschädigung der Überlebenden der Sexsklaverei mit höchster Priorität anzugehen. Lee forderte Noda laut japanischen Medienberichten auf, "Courage" zu zeigen. Die Angelegenheit sei ein "Hindernis in den bilateralen Beziehungen".

Nach Schätzungen von Historikern wurden etwa 200.000 asiatische Frauen, überwiegend aus Südkorea, China und den Philippinen, zum Sexdienst in Frontbordellen der kaiserlichen japanischen Armee gezwungen. Die koreanische Halbinsel stand von 1910 bis 1945 unter japanischer Kolonialherrschaft. Tokio erkennt zwar die zentrale Rolle der Armee bei der Zwangsprostitution an, doch betrachtet Japan die Angelegenheit seit dem Abkommen von 1965 als abgeschlossen.

Diese Haltung bekräftigte Yoshihiko Noda nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo nun erneut. Japan bemühe sich jedoch, die Sache von einem "humanitären Standpunkt" aus anzugehen, sagte Noda bei seinem Gespräch mit Lee. Es sei wichtig zu verhindern, dass die Beziehungen beider Länder Schaden erleiden. 

Proteste

Seit 20 Jahren demonstrieren in Südkorea jeden Mittwoch Überlebende der Zwangsprostitution. Sie wollen, dass sich Tokio für die Sexsklaverei entschuldigt. Bei der 1000. Protestaktion am vergangenen Mittwoch in Seoul riefen betroffene Frauen und mehrere hundert Unterstützer die Regierung des Nachbarlandes zudem dazu auf, den Überlebenden der sexuellen Ausbeutung eine Entschädigung zu leisten.

Bei dem Treffen mit Lee drückte Noda sein Bedauern aus über die Errichtung einer Statue gegenüber der japanischen Botschaft in Seoul durch die Demonstranten. Das "Friedensmonument" aus Bronze zeigt ein sitzendes Mädchen in traditioneller koreanischer Kleidung. Die lebensgroße Figur soll nach Angaben einer Unterstützer-Organisation an den Kampf der Opfer der Zwangsprostitution um Gerechtigkeit erinnern. Die japanische Regierung hatte gegen die Aufstellung der Statue protestiert. Noda verlangte erneut, das Denkmal zu entfernen. (APA/red)

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13 Postings
asterio
00
20.12.2011, 11:54

glaub eher, dass bis heute der konsument von sexarbeit so seine genuss-sicht hat und weltweit normalitäten und vorzeige ''spass an der arbeit habenden'' argumentationen stattfinden.
während die zwangssituation nicht analysiert, fleissig an der erhaltung der tabus und des macho-ego zugunsten der (nicht nur) männlichen sexualität gearbeitet wird. siehe thailand thematik, noch dazu 40% minderjährige und bei uns...

BK W. Shoyssel
00
19.12.2011, 16:10
"süd"koreanischer Frauen

Und Nordkoreanerinnen ist solches wohl nicht passiert?

http://de.wikipedia.org/w/index.p... 0705114748

Konfidenzintervall
90
19.12.2011, 00:22

solange es noch überlebende gibt, wird Japan sich nicht entschuldigen und Entschädigungen zahlen. so sind sie nun mal. hängt vl auch damit zusammen, dass sie seit Jahrhunderten in ihrem Nationalstolz durch den Westen verletzt worden sind. die alte Dame, die jeden Mittwoch demonstriert und ihren vernarbten Körper herzeigt, sollte sich einfach einen schönen Lebensabend machen.

Promille Prolet
00
18.1.2012, 11:32
buh

ein bissl was zahlen könnten sie schon

Mops
08
18.12.2011, 23:27

Und nicht zu vergessen die Zwangsprostituierten in KZ die bis heute nicht als Opfer des NS Regimes gelten bei einer fast 100% Sterblichkeitsrate. Dabei hat es auch Frauen getroffen die vom Nachbarn als Ehebrecherinnen vernadert worden sind ab ins KZ Puff oder ins Offizierspuff Überlebenschance fast null. Begründung sie haben sich angeblich freiwillig gemeldet wohlgemerkt im KZ.

der schwitzbär der schwitzt sehr
03
18.12.2011, 20:38
haben sich die USA schon entschuldigt ?

das "comfort" System wurde ja 1945 fortgeführt - mit Amerikanern als Kundschaft

googelt mal:

"In massive numbers women from the Philippines, Korea and China were shipped to “comfort stations” worldwide. Through this forced trafficking of women the continuing betrayal and severe suffering of the women in the brothels went on – even after the war was over

“Twelve soldiers raped me in quick succession, after which I was given half an hour rest. Then twelve more soldiers followed. They all lined up outside the room waiting for their turn. I bled so much and was in such pain, I could not even stand up. The next morning, I was too weak to get up. . . I could not eat. I felt much pain, and my vagina was swollen. I cried and cried, calling my mo

Promille Prolet
00
18.1.2012, 11:33
i mags net glauben...

Hamstray
14
19.12.2011, 00:46
seit wann muss sich denn der "Gewinner" entschuldigen

haben sich die USA denn jemals für irgendwas entschuldigt? z.B: biologische Kriegsführung im kalten Krieg, oder was is mit den Kriegsverbrechen im nahen Osten?

Mathias Steinlaus
 
03
19.12.2011, 15:03
"Gewinner" Russland...

... hat sich für die Verbrechen an UkrainerInnen und WeissrussenInnen auch nie entschuldigt ... oder an den Menschen im Baltikum ...

Mann40
03
18.12.2011, 19:34

eine offizielle Entschuldigung Japans ist doch das Minderste.

anders and
 
38
18.12.2011, 17:05

Für die deutschsprachigen Armeen in den beiden Weltkriegen wurde das Thema der Prostitution nie genauer behandelt - das ist bei uns noch immer ein gut gehütetes Tabu, was sich am extrem oberflächlichen und schönende Artikel über Wehrmachtsbordelle in Wikipedia.

Cucumuch
02
18.12.2011, 23:47
ja und beim reinen Tisch machen könnte man dann

auch gleich dei Situation der deutschen und österr. Trümmerfrauen aufarbeiten. Ob Bordell oder Freiwild auf der Strasse macht ja wohl nicht den großen Unterschied.

mfg

anders and
 
24
19.12.2011, 11:08

Über das Elend der deutschen und österreichischen Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg gibt es ohnehin lange Abhandlungen.

Was bei uns wirklich unbekannt ist sind die Massenvergewaltigungen der jugoslawischen Frauen durch Soldaten der Roten Armee - passt für viele halt nicht so richtig ins Geschichtsbild.

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