Open Source

Münchner Linux-Projekt: Erfolgreicher als geplant

Bericht | 18. Dezember 2011 15:10
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    Foto: joerg koch / ap

Migrationsziele für das Jahr 2011 wurden übertroffen - Bereits 9.000 Arbeitsplätze umgestellt

Zufrieden darf man bei der IT-Administration der Stadt München sein: Die Pläne insgesamt 12.000 der 15.000 Rechner der öffentlichen Verwaltung auf das freie Betriebssystem Linux umzustellen, sind auf dem besten Wege.

Plansoll übererfüllt

Wie heise.de berichtet sind im Rahmen des LiMux-Projekts mittlerweile bereits 9.000 Systeme migriert worden. Damit hat man das Jahresziel von 8.500 Rechnern sogar noch deutlich übertroffen. Im kommenden Jahr sollen nun die letzten 3.000 der anvisierten Computer umgestellt werden. Parallel dazu hat man auch auf jenen Systemen, die bei Windows bleiben, fast überall den Wechsel auf das freie OpenOffice.org bzw. dessen Abspaltung LibreOffice vorgenommen.

Zum Vergleich: Wienux

Während man in München mit einer wohl durchdachten Planung also mittlerweile sehr erfolgreich mit dem Wechsel auf Linux ist, haben sich ähnliche Ambitionen der Stadt Wien über die Jahre zu einer regelrechten Farce entwickelt. Über die Jahre hat man die zugehörige Software langsam verschwinden lassen, bereits umgestellte Rechner wieder auf Windows zurück migriert. Derzeit gibt es nicht einmal mehr eine Webseite zu dem Unterfangen. (red, derStandard.at, 18.12.11)

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E Pie
06.02.2012 21:19
in wien hat es gut funktioniert...

aber eine parteispende kann wunder wirken. gut das in österreich nicht alles transparent ist :-)

Atheist von Gottes Gnaden
03.01.2012 21:51

solche bestrebungen sind begrüßenswert, aber man könnte extrem viel ausrichten, wenn man Linux in den Schulen verwenden würde. dann lauft der rest von alleine. wer mal für längere zeit mit Linux zu tun hatte wird sicher nur sehr ungern ein Windows angreifen (ausser zum spielen).

Prof. Huber
07.01.2012 16:03

Auf der Technischen Universität Wien wird schon seit Jahren Linux erfolgreich auf Studentenrechnern eingesetzt.

Atheist von Gottes Gnaden
07.01.2012 23:28

man kann bei der TU schon fast von jahrzehnten reden. gut waere halte, wenn linux in allen oesterreichischen schulen zum einsatz kaeme.

BURGStaa
 
21.12.2011 13:53
Sehr spannendes Projekt,

ich würde gerne die Meinung von betroffenen Usern hören.

novalue
22.12.2011 10:35

"so ein blödsinn dieses neue internet.. früher mit dem blauen e war alles viel besser"

BURGStaa
 
22.12.2011 14:06

:)
nicht mal bei nicht digital natives kann ich mir vorstellen, dass das blaue e besser ankommt als der schnelle fuchs

Walter J. Ferstl
19.12.2011 16:22
Alle Achtung für das Münchner Projekt. Das war von Anfang an sehr ernsthaft geplant und es stand ein klares Bekenntnis der Stadtpolitik (nicht zuletzt OBM Christian Ude) hinter dem Projekt.

Dass in Wien sich das entsprechende "Projekt" zu einer Farce entwickelt hat, ist über die Jahre ausschließlich der SP-Fraktion anzulasten.

Diese hat gelegentlich von Wienux geredet und ist aber jeweils gleichzeitig auf große Shopping-Tour bei Microsoft gegangen, den ganzen MS-Produktkatalog rauf und runter.

Die Wiener Grünen haben - zumindestens in ihrer gesamten Zeit als oppositionelle Fraktion - lobenswerter Weise alles daran gesetzt, Wienux nicht zu verbaler Trittbrettfahrerei (nach dem Motto "München macht das?" - "Wir in Wien machen das auch!") verkommen zu lassen.

Dass man jetzt, seit die Grünen an der Regierung beteiligt sind, von ihnen zu dem Thema nichts mehr hört, finde ich allerdings auch etwas enttäuschend.

Ich wär' gern eine Banane, manchmal ...
21.12.2011 17:22

Scheinbar ist das Thema nicht populistisch genug und somit lassen sich damit auch keine Wählerstimmen ergattern. Ist das momentan nicht die höchste Priorität unserer Politiker?

[citation needed]
21.12.2011 12:59

wien setzt im server-bereich auf red hat und bei datenbanken auf postgres. am desktop habens es den abteilungen freigestellt, und die haben sich dann für windows und die höheren kosten entschieden. und das obwohl die (insgesamt höheren) umstellungskosten gar nicht umgelegt worden wären.

das projekt desktop-linux ist eine reine propaganda-geschichte von FLOSS-ideologen. in der realität warten die meisten einfach darauf, dass sich der desktop von selbst überholt anstatt abermillionen in pressegeile migrationsprojekte mit ungewissem ausgang zu buttern.

hosenwurm
22.12.2011 11:42
Dass sich der Desktop überholt ...

Noch vor, oder erst nach dem papierlosen Büro?

[citation needed]
22.12.2011 12:36

ja spottens nur, mal sehen wer in 5 jahren noch in der registry rumkramt und sich mit dem setup fetter client apps rumplagt.

in den chefetagen wird das jedenfalls so gesehen (meiner meinung nach vollkommen zurecht), daher interessiert es dort auch keinen menschen, unsummen in migrationen zu buttern die sich erst in 10 jahren rechnen.

hosenwurm
22.12.2011 13:19
Die Weitsicht der Chefetagen isrt natürlich bewundernswert

Würde mich interessieren was die Chefetage so denkt was in 10 Jahren im Unterschied zu heute an Arbeit zu erledigen sein wird, und mit welchen Geräten das denn passieren soll.

[citation needed]
22.12.2011 15:43

sogar wenn sich an den paradigmen (user-interaktion etc.) nix ändert, werden die anwendungen web-basiert sein. und somit brauch ich kein desktop-OS. schon gar nicht ein bestimmtes.

john lebovski
26.12.2011 22:47
ganz ihrer meinung!

desktop war mal!

dark passenger
20.12.2011 02:33
Was bedeutet hier "Erfolg"?

Ich finde es ja amüsant, wie die Münchner hier aus politischer Selbstschutz- Motivation das LiMux Projekt schönreden. Das Projekt wurde 2001/2002 begonnen, und hat seither immer noch nicht alle Arbeitsplätze umgestellt - man hat einfach die Deadlines schrittweise fallengelassen. Auch nach kaufmännischen Gesichtspunkten rechnet sich das Projekt nicht (die ursprünglich geplanten und publizierten 30 Mio Euro für die Umstellung - großteils in Richtung IBM - wurden weit überschritten) - und es wird sich auch in den nächsten zwei Jahrzehnten nicht mehr amortisieren. Was, also, bedeutet hier "Erfolg"?

novalue
22.12.2011 11:40

„While the proprietary solution was deemed to be slightly more cost­effective over the full
period, the strategic advantage of being free to take its own IT decisions led the city council
to decide in favour of the migration to GNU/Linux.“

für mich klingt das als wäre man sogar bereit noch viel mehr zu zahlen wenn man nur aus den klauen einer firma und ihrer dateiformate in die it bezogene unabhängigkeit gelangt

Muxer
20.12.2011 11:58
Besser langsam zum Ziel als schnell aufgeben

2001 ist eine Initiative gebildet worden. 2003 gab es einen Beschluss zur IT Strategie Open Source. 2004 grünes Licht für die Bildung eines Projektes. Herbst 2006 hat man tatsächlich angefangen mit der technischen Migration. Nach insgesamt 5 Jahren (bis Ende 2012) ist die technische Migration abgeschlossen. Das ist nicht schnell, aber konsequent, wenn man bedenkt, dass mit dem Projekt die Standardisierung, Konsolidierung und Automatisierung vorangetrieben (und bezahlt !!!) wurde, die eigentlich nicht im Scope eines solchen Projektes ist. Und erfolgreich ist, wenn 2013 weitgehend alle Fachverfahren plattformunabhängig laufen. Das Projekt wird NIE 30 Mio kosten. Und IBM ist darin keine relevante Größe.
Das sind die Fakten.

dark passenger
20.12.2011 20:41

Korrektur: Das Budget beträgt nicht, wie ich geschrieben habe 30, sonder - as of 2010 - publizierte 35 Mio Euro. Um ganze 14000 Workstations umzustellen eine reife Leistung. Fakt.

Muxer
21.12.2011 10:43

wo steht denn, dass das Projekt Stand 2010 35 Mio kosten wird?

C. J.
27.12.2011 18:21

Die 35 müssen irgendwie von der Summierung von den ursprünglichen 30 Mio € mit der Etaterhöhung 2010 um 5,9 Mio € kommen.
Bei Linux-magazin (.de) war Ende 2010 von 18,7 Mio € die Rede.

DuesselDoofer
19.12.2011 17:57
jetzt...

hatte ich doch glatt 'LiMurx' gelesen - t'schuidign.

Lg

Der Unkurze
20.12.2011 09:15

wäre für die wiener version ein passender name gewesen

Systemanalytiker
19.12.2011 15:47
Linux auch für Wien und Österreich

Klar die SPÖ wird sich dann von den Parteispenden von Microsoft verabschieden müssen.

Warum sind die Wiener Grünen bei dem Thema "Linux für Wien" jetzt plötzlich nach der Wiener Regierungsbeteiligung so ruhig geworden?

Georg-99
19.12.2011 16:55

Warum die Grünen ruhig geworden sind was dieses Thema betrifft? Glaubst du etwas dass das ein Thema ist mit dem man, ganz besonders nach der bisherigen Erfolgsgeschichte von Wienux, zur Zeit punkten kann :-)

Ich würde schon sagen dass es jetzt vielleicht doch besser ist ein wenig Gras über die ganze Trauergeschichte wachsen zu lassen. Um dann irgendwann einmal dem erfolgreichen Beispiel München zu folgen.

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