Interio-Chefin will keine Sonntags-Rebellin sein

18. Dezember 2011, 18:59
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Bei einem anonymen Einkauf bei "Interio" am neuen Westbahnhof entdeckten Gewerkschafter am Sonntag "illegale Verkäufe"

Wien - Die Privatangestelltengewerkschaft (GPA-djp) ist am Sonntag bei der Einrichtungskette Interio am Wiener Westbahnhof anonym einkaufen gegangen und hat dabei nach eigener Darstellung gewissermaßen illegale Verkäufe entdeckt. "Wir gehen dagegen vor, dass auf diese Weise im Handel schleichend und über die Hintertür eine Sonntagsöffnung eingeführt wird", erklärte GPA-Vizechef Karl Proyer. Interio-Chefin Janet Kath sieht das anders: "Ich will nicht die Rebellin vom Sonntag sein, ich bewege mich im gesetzlichen Rahmen", wird sie im "Kurier" zitiert.

Die Filiale befindet sich in der "BahnhofCity Wien-West". Laut Öffnungszeitengesetz gelten für Geschäfte in Bahnhöfen Sonderregelungen. Sie dürfen am Sonntag Güter für den Reisebedarf verkaufen.

Hirschgeweihe für den Reisebedarf

Kerzenständer, Luster und Hirschgeweihe zählten seiner Meinung nach aber nicht dazu, man werde dem Magistrat bzw. der Gewerbebehörde eine Liste der verkauften Waren vorlegen, kündigte Proyer an. Die Gewerkschaft werde ferner prüfen, ob den Betreiber des Einkaufszentrums auch eine Haftung treffe.

Arbeitsinspektorat wird eingeschaltet

GPA-djp werde darüber hinaus das Arbeitsinspektorat einschalten und prüfe viertens Möglichkeiten um nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gegen interio vorgehen zu können. Am besten könnte dies nach Meinung Proyers Lugner-City-Betreiber Richard Lugner in die Wege leiten, ein Verfechter einer (selektiven) Sonntagsöffnung.

Lugner fürchtet, dass die Mieter seines EKZ durch das Einkaufszentrum am Westbahnhof geschädigt werden und erklärte vor wenigen Tagen: "Dieser Privilegienstadl Bahnhofs-Reisebedarf gehört abgeschafft, oder gleiches Recht für alle." Nicht nur die Gewerkschaft, auch das Wiener Marktamt Interio am Sonntag einen Besuch abgestattet - und wird dem Unternehmen eine Anzeige schicken.

Einkaufssamstag lief gut

Dass das Jammern der "Gruß der Kaufleute" sei, ist zwar ein altes und vielzitiertes Sprichwort - am vierten Einkaufssamstag vor Weihnachten war davon aber nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Die Einkaufszentren in allen Bundesländern meldeten volle Geschäfte und die Händler freuten sich über Kunden, denen die Brieftaschen heute besonders locker saßen. Dazu beigetragen hat auch der frische Schnee im Westen Österreichs, der die Käufer in Weihnachtsstimmung versetzte. Besonders gefragt waren Sportartikel, Bücher, Parfüms, Schmuck wie Armbänder oder Ohrringe sowie Spielwaren und Bekleidung. Auch Gutscheine waren ein beliebtes Präsent. (APA)

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    Am Sonntag dürfen jene Geschäfte an Bahnhöfen offen haben, die "Güter für den Reisebedarf" anbieten.

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    Interio-Chefin Janet Kath.

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