Ehemaliger Wissenschaftsminister fordert mehr Macht für die EU-Kommission und das Parlament
Wien - Für den österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP) dauert die Vertiefung der Europäischen Union "zu lange". Es brauche ein stärkeres Bekenntnis zur politischen Integration des Kontinents. Die Idee einer Reduktion Europas ausschließlich auf den Binnenmarkt sei "unrealistisch und unehrlich", erklärte der Politiker gegenüber dem Magazin "trend" laut einer Vorausmeldung vom Sonntag.
Mehr Integration durch Krise
Der ehemalige Wissenschaftsminister fordert mehr Macht für die EU-Kommission und das Europäische Parlament. Es sei die "wirklich entscheidende Frage für die Zukunftsfähigkeit des Integrationsprojekts, wie wir Europa politischer machen können, wie wir eine weitere Demokratisierung auf europäischer Ebene vorantreiben" können. Es gebe ein "plötzliche Vertiefungen der Integration, die ohne Krise nicht möglich gewesen wären. Wir erleben, dass eine Krise auch eine Chance sein kann", erklärte der ehemalige Wissenschaftsminister.
"Spitzenpolitiker sind Alphatiere"
Dazu müssten die nationalen Politiker allerdings bereit sein, Kompetenzen abzugeben. "Das ist aber nicht das gewöhnliche Verhaltensmuster eines Alphatiers - und Spitzenpolitiker sind eben nun einmal Alphatiere." Hahn ist seit 2010 Regionalkommissar der EU. (APA)