Grünere Erde durch Klimaveränderungen

6. Juni 2003, 12:17
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NASA: Auch die Lebensbedingungen haben sich verändert

Greenbelt/Maryland - Das NASA-Department of Energy hat anhand von globalen Untersuchungen festgestellt, dass die Erde in den vergangenen Jahren deutlich grüner geworden ist. Mit dem Klimawechsel haben es die Pflanzen leichter sich auf dem blauen Planeten auszubreiten, berichtet das Goddard Space Flight Center der NASA. Die globale interdisziplinäre Studie erscheint auch im Wissenschaftsmagazin Science.

Klimaveränderungen haben nach Ansicht der Forscher auch zu veränderten Lebensbedingungen geführt: Mehr Wasser, Hitze und Sonneneinstrahlung in Gegenden, in denen eine dieser Voraussetzungen zu schlechtem Pflanzenwuchs führte, haben zu einer neuen Vegetation geführt. In der Zwischenzeit wachsen Pflanzen auch in solchen Gebieten, die bisher nur geringe Vegetationsdichten aufwiesen. "Die Studie sieht die globale Erwärmung als Hauptgrund für die Zunahme des Wachstums", so Studienleiter Ramakrishna Nemani von der Universität von Montana in Missoula. Im Zeitraum 1980 bis 2000 wurden die höchsten Temperaturen gemessen: Drei El-Nino-Perioden (1982-83, 1987-88 und 1997-98) sowie Veränderungen der tropischen Regenperioden und Monsum-Dynamik konnten die Forscher feststellen. Auch die globale CO2-Zunahme von 9,3 Prozent trägt zum Pflanzenwuchs bei.

Warnung vor verfrühten Hoffnungen

Auch frühere Studien von Ranga Myneni von der Boston University und Compton Tucker vom NASA-Goddard-Space-Flight-Center haben ergeben, dass die Wachstumszeit und die Biomasse von Waldgebieten in der Subarktis deutlich zunahm. Charles Keeling von der Scripps Insititution for Oceanography in La Jolla, Kalifornien warnt jedoch vor verfrühten Hoffnungen. "Niemand weiß, ob das Phänomen auf kurzfristige klimatische Zyklen oder langfristigen globalen Klimaänderungen zurückzuführen ist", so Keeling. Miteinzubeziehen in die Rechnung sei auch das Bevölkerungswachstum von 4,45 Mrd. im Jahr 1980 auf 6,08 Mrd. im Jahr 2000. "Das ist eine Steigerung von 36 Prozent. Dieses Faktum überschattet das Wachstum der Vegetation", erklärt der Forscher. Die globale Erwärmung hat weitreichende klimatische Veränderungen gebracht: so verschwanden über weiten Teilen Amazoniens die Nebelwolken, in Indien wurde der Eintritt des Monsun verlässlicher.

Nemani und sein Forschungsteam haben aus Satellitendaten eine globale Karte mit der "Netto-Primär-Produktion" von Pflanzen (NPP), der Vegetation und der Absorption der Sonneneinstrahlung erstellt. NPP ist die Differenz zwischen dem CO2, das von den Pflanzen absorbiert wird, und dem CO2, das die Pflanzen wieder abgeben. NPP ist die Grundlage für Lebensmittel, Fasern und Brennstoffe pflanzlicher Herkunft. Nach Schätzungen der Experten nutzen Menschen etwa 50 Prozent der globalen NPP. (pte)

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