Mann oh Mann!

9. Juni 2003, 12:00
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Appell zur Entwicklung eines stärkeren Vorsorgebewusstseins und zu regelmäßigen Arztbesuchen

Wien - Männer erleiden doppelt so oft einen Herzanfall wie Frauen, haben ein höheres Krebsrisiko, sind öfters in Unfälle verwickelt und haben auch eine höhere Suizidrate. Das Resultat: Das "starke" Geschlecht stirbt durchschnittlich sechs Jahre früher als das so genannte schwache. Anlässlich der Eröffnung der International Men's Health Week appellierte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien an die männliche Bevölkerung, ein stärkeres Vorsorgebewusstsein zu entwickeln und regelmäßige Arztbesuche nicht auf die lange Bank zu schieben.

Männer leben Pjeta zufolge risikofreudiger und gehen seltener zu Vorsorgeuntersuchungen. "Dabei legen sie weniger Wert auf gesunde Ernährung, sind häufiger übergewichtig, rauchen und trinken bei weitem mehr als Frauen", so der Ärztekammerpräsident. "Aber offenbar blenden sie die negativen Folgen des ungesunden Lebenswandels nur zu gern aus. Männer gehen oft erst zum Arzt, wenn schon Beschwerden da sind und der Leidensdruck hoch ist."

Absichtserklärung und Durchführung

Dabei ist sich das "starke" Geschlecht seiner Schwäche bewusst. "Daten des Instituts für Sozialmedizin der Universität Wien belegen, dass immerhin 80 Prozent der Männer vorhaben, ihre Gesundheit zu verbessern", so der Wiener Ärztekammerpräsident Prim. Dr. Walter Dorner. "Offensichtlich klafft eine große Lücke zwischen Absichtserklärung und Durchführung", sagte Dorner. Die gleiche Studie belegte auch, dass sich viele eine bessere Aufklärung über Herzerkrankungen, gesunden Lebensstil und Impotenz wünschen.

Evident sei weiterhin auch die Problematik von Prostatakrebs, so ÖÄK-Präsident Pjeta. Immer häufiger trete ein Prostata-Karzinom schon bei Männern ab dem 45. Lebensjahr auf. Kenntnisse über Früherkennung und Vorsorge seien allerdings noch nicht entsprechend verbreitet.

"Es wird Zeit, dass wir uns diesen männerspezifischen Problemen stellen und hierfür gezielte Vorsorgeprogramme entwickeln", betonte Pjeta. Die Kampagne der Krebshilfe, die ein eigenes Vorsorgemodul entwickelt hat, sei vorbildlich und richtungweisend. Die Gesundheitspolitik müsse einen ähnlichen Ansatz für die Stärkung der Prävention in der Bevölkerung wählen. Beispielsweise müsse die Gesundenuntersuchung mit Blick auf die unterschiedlichen Befindlichkeiten von Männern und Frauen modernisiert werden. (APA)

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