Schüsse auf Frau in Wien: Schütze stellte sich via Handy

6. Juni 2003, 15:34
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Beamte überredeten den Mann, sich zu stellen - Frau wollte keine neue Beziehung eingehen

Wien - Die Fahndung nach jenem Mann, der am Mittwoch seine von ihm getrennt lebende Frau in einem fahrenden Auto in Wien-Donaustadt angeschossen haben soll, ist zu Ende: Der 48-jährige Mann befindet sich seit Donnerstag Nachmittag in Haft.

Seiner Festnahme gingen telefonische Verhandlungen mit den Fahndern des Kriminalkommissariats Nord voraus. Die Beamten überredeten den Mann, sich zu stellen.

Wollte Frau zurückgewinnen

Die Tat hatte sich im Auto der 42-Jährigen in der Donaustadtstraße ereignet. Der Mann wollte seine ehemalige Frau zurückgewinnen. Da die Frau keinen neustart der Beziehung wollte soll ihr der 42-Jährige eine kleinkalibrige Faustfeuerwaffe an den Oberschenkel angesetzt und abgedrückt haben.

Die von zwei Projektilen getroffene Frau schaffte es noch auszusteigen, dann brach sie zusammen. Ihr Ex-Mann flüchtete mit dem Auto. Das seit 1990 verheiratete Paar hatte sich vor rund einem Jahr getrennt und lebte seither in einem "Rosenkrieg", sagte Kripo-Chef Horst Zeilinger vom KK Nord.

Besprechung am Telefon

Noch in der Nacht der Tat nahmen die Kriminalisten Kontakt mit dem Flüchtigen auf - über dessen Mobiltelefon. Von da an habe sich der Mann mehrfach bei den Fahndern gemeldet, um seine Lage zu besprechen, so Zeilinger. Schließlich wurde vereinbart, dass er sich Donnerstagnachmittag stellen sollte. Weil er sich nicht dazu überreden ließ, direkt ins KK Nord zu kommen, wurde als "Treffpunkt" in der Nähe ein Taxistandplatz beim Donauzentrum ausgemacht. Dort ließ sich der Mann um 16.00 Uhr von zwei Kripo-Beamten und zwei WEGA-Männern widerstandslos festnehmen.

Seine Version des Tathergangs

Seine Version des Tathergangs unterscheidet sich von jener des Opfers: Seine Frau und er hätten im fahrenden Auto um die Waffe gerangelt, dabei hätten sich die beiden Schüsse gelöst. Die Waffe ist bisher nicht gefunden worden.

Fest steht, dass der Mann sie illegal besessen hat. Er wird sich wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten müssen. Die Frau wurde laut Zeilinger zwei Mal operiert, es gehe ihr "den Umständen entsprechend". (APA)

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