Oppositionsanhänger randalieren in Brüssel

17. Dezember 2011, 23:58
  • Artikelbild
    foto: reuters/roge

    Ein umgestürztes Auto in Bürssel.

Autos beschädigt, Auslagenfenster zertrümmert - Proteste gegen Wiederwahl von Präsident Kabila

Brüssel - Nach dem umstrittenen Wahlergebnis im Kongo haben in der belgischen Hauptstadt Brüssel rund tausend Kongolesen randaliert. Die Demonstranten stürzten am Samstagabend in der Innenstadt mehrere Autos um, zertrümmerten die Fenster von Geschäften und warfen Steine, wobei 16 Polizisten verletzt wurden. Das berichtete der belgische Rundfunk RTBF. Die Beamten gingen mit Polizeihunden und Pfefferspray gegen die Randalierer vor und nahmen 92 Menschen vorübergehend fest.

Der Protest richtete sich gegen die Wiederwahl von Joseph Kabila in der Demokratischen Republik Kongo. Der Kongo war zwischen 1885 und 1960 eine belgische Kolonie; das Verhältnis Belgiens zum Kongo ist bis heute voller Spannungen. Einige Demonstranten hielten Transparente hoch, auf denen sie belgischen Politikern vorwarfen, Kabila zu unterstützen.

Oberster Gerichtshof bestätigt Sieg

Der Oberste Gerichtshof der Demokratischen Republik Kongo hat Staatschef Joseph Kabila zum Sieger der Präsidentschaftwahl erklärt. Kabila sei mit einfacher Mehrheit wiedergewählt worden, sagte der erste Vize-Präsident des Gerichtshofes, Jerome Kitoko, am Freitag. Die Partei von Herausforderer Etienne Tshisekedi kündigte Protestkundgebungen an.

Das Gericht, das das Wahlergebnis offiziell bestätigen muss, erkannte das zuvor von der Wahlkommission verkündete Resultat an, demzufolge Kabila auf knapp 49 Prozent der Stimmen kam. Tshisekedi erhielt demnach gut 32 Prozent. Er wies das Ergebnis zurück und erklärte sich selbst zum Sieger. Der Einspruch vor dem Obersten Gerichtshof kam nicht von Tshisekedi, da dieser das Gericht als "Privatveranstaltung" Kabilas betrachtet.

Mangelhafte Wahlen

Das Gericht wollte das offizielle Wahlergebnis ursprünglich am Samstag bekanntgeben, zog die Verkündung jedoch auf Freitagabend vor, nachdem der Einspruch des Kandidaten Vital Kamerhe "aus Mangel an Beweisen" zurückgewiesen wurde. Dieser hatte zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl bemängelt. Auch nationale und internationale Wahlbeobachter kritisierten den Mangel an Transparenz sowie Unregelmäßigkeiten.

Kabila erhielt bereits Glückwunschschreiben aus Uganda, Kenia, Sambia, Tansania, Burundi und der Zentralafrikanischen Republik. Die US-Regierung kritisierte, die Planung und der Verlauf der Abstimmung seien "mangelhaft" gewesen. Bemängelt wurde der Wahlverlauf auch von der Europäischen Union.

Tshisekedis Union für Demokratie und sozialen Fortschritt (UDPS) will am Montag oder Dienstag Protestkundgebungen organisieren. UDPS-Generalsekretär Jacquemin Shabani sprach von "Wahlbetrug". Seit dem Beginn des Wahlkampfs kamen bei diversen Zwischenfällen mindestens 23 Menschen ums Leben. Bei der Präsidentschaftswahl 2006 hatte Kabila sich mit 58 Prozent gegen seinen damaligen Konkurrenten Jean-Pierre Bemba durchgesetzt. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4
Malkaye
00
25.12.2011, 16:00
Es reicht bei Nacht einmal über eine taghell erleuchtete Autobahn in Belgien zu fahren.

Johannes Benn
00
19.12.2011, 12:58
.

die dutzende verweise auf leopold sind wohl alle gut gemeint aber hinter diese einzelfallbetrachtung verschwindet ein heuer weltweit zu beobachtendes muster. seien es die ueberraschend brutalen flashmobs in den usa, die krawalle in london ode rnun belgien

Kofi2k
33
18.12.2011, 18:51
Demonstrieren ja, Gewalt nein,

egal wo und wer. Auch die Ausbeutung Afrikas rechtfertigt so ein Verhalten in keinster weise.

Jürgen Rembremerding
21
18.12.2011, 18:58
Fast so schlimm wie die Steigerung des

Indefinitpronomens "kein"!

Rahoul
01
28.12.2011, 21:16

Was soll am "Elativ", einer Steigerungsform, die sich herkömmlicher Logik entzieht, um außergewöhnliche Höflichkeit, Entrüstung, Qualität, Trauer oder Demut auszudrücken, denn so schlimm sein?
Sprache ist mehr als (korrekte, bierernste) Information.

GarciaLorca
72
18.12.2011, 17:15
Kann es sein, dass die Postings des Krone-Forums hierher umgeleitet werden?!

Die dummen und rassistischen "alle Abschieben"- Postings sind schon beängstigend hier.

Alle verirrten Krone Postern sei folgender Film ans Herz gelegt:
http://www.youtube.com/watch?v=dpx5hy5TejE

don't follow me
33
18.12.2011, 16:40

Hmm.. Ob die Amis und Aussies demnächst mal in London demonstrieren?

monototal
 
01
18.12.2011, 15:51
kein wort von coltan

Malkaye
00
25.12.2011, 15:55
Natürlich nicht.

Der Standard fürchtet um die Werbeanzeigen der Mobilfunkindustrie.
Nicht zu schweigen von den etlichen iPhone editorial coverage Artikeln...

Mornaguia
96
18.12.2011, 13:53
etwas mehr handfester protest würde auch den europäischen bevölkerungen gut tun

aber dazu sind wir zu blöd und vorallem verweichlicht

Auslandsösterreicher1
14
18.12.2011, 17:38
würdest du es auch gutheissen

wenn bei solch einem handfesten Protest dein Geschäft geplündert wird oder dein Auto angezündet? Das ging eindeutig zu weit. Demonstrieren kann man auch friedlich. Die Einwohner von Matonga können dir sicher mal schildern wie toll so ein handfester Protest ist....

Lionel Cosgrove
1722
18.12.2011, 13:10
abschieben

dasandere
52
18.12.2011, 17:06
Dich?

Ja, gerne. Kennst du die Geschichte des Kongos und seine heutige Bedeutung für deinen elendigen Computer und Handy, auf welches du jeweils kein Recht haben solltest?

Pierre d´Aubusson
21
18.12.2011, 20:44
Bitte zurechtrücken!

Die, die da protestieren, das sind die Anhänger der Nichtregierung. Und dann kommt immer die Kolonial-Ausbeutungskeule. Und da steht bei Wiki unter "Coltan" zu lesen: "Gleichzeitig ermöglichen die Einnahmen aus dem Bergbau und mangelhaft kontrollierte Embargos den lokalen Milizführern – vor allem Rebellen des Rassemblement Congolais pour la Démocratie (RCD, „Kongolesische Vereinigung für Demokratie“) – die Bezahlung von Soldaten, den Kauf von Waffen und die Fortsetzung des Bürgerkrieges..."

Und das sind jetzt diejenigen, die sich hier beschweren?
Und Sie haben Mitleid mit denen?
Wer hatte anno Tauschhandel Mitleid mit den europäischen Webern? "Deutschland, wir weben dein Leichentuch.."?
In Afrika hats niemanden gestört.

Pierre d´Aubusson
00
18.12.2011, 20:27
Bitte zurechtrücken!

untouchable
11
18.12.2011, 17:09

die rechten trolle nicht immer füttern, bitte!

GarciaLorca
01
18.12.2011, 17:00
ui

da hat jemand einen ganz ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ohne Kenntnis der Geschichte würde ich an ihrer Stelle nicht so einen Unsinn posten.

Kongo wurde wurde Ende des 19.Jhdt auf brutalste Weise von Leopold II kolonisiert. Millionen von Menschen wurden auf brutalste Weise in nur wenigen Jahren umgebracht. Als der Kongo endlich unabhängig wurde, killten Amerikaner und Belgier Präsident Lumumba. Seit über 100 Jahren kennen die Kongolesen nicht anderes als Gewalt und Vertreibung. Hauptschuld - und ja hier kann man ganz eindeutig von Schuld sprechen - haben die Belgier, die das Andenken an Leopold II immer noch hochhalten und vom erbeuteten Reichtum profitieren.

Kleanthes
71
18.12.2011, 12:44

Die Häme, die in den Posts über Belgien ausgeschüttet wird, überrascht nicht wirklich. Sie ist nur entsetzlich dumm. Aber das überrascht auch nicht.

Bösmensch (oft zensiert)
 
2715
18.12.2011, 12:30
Das ist das Ergebnis der multik. Bereicherung in Brüssel

Sogar in der Financial Times gab es einst einen Artikel, dass man bereits überdenkt, das Europaviertel völlig zu umzäunen und abzuriegeln, da EU-Beamte von diesen sogenannten "Facharbeitern" beinahe täglich überfallen werden.
Sogar dem gutmenschlichsten Weltverbesserer sollte doch allmählich klar werden, dass die afrikanische und isl amische Zuwanderung eine tickende Zeitbombe ist, die jederzeit explodieren kann. Denn mit all den archaischen Kulturen haben wir auch deren Konflikte importiert.

GarciaLorca
20
18.12.2011, 17:08

sie haben offensichtlich nie in Brüssel gewohnt.

Matonge liegt in Ixelles, genau an der Grenze zum so genannten EU-Viertel. Die "Gastarbeiter" in Brüssel kommen aus Spanien, Portugal, Marokko. So viele Kongolesen gibt es in Brüssel gar nicht und klassische Gastarbeiter sind die ganz sicher nicht.
Und außerdem haben sie haben bei den Belgiern noch einiges gut würde ich sagen. Der Genozid der Truppen von Leopold II (der immer noch ein Statue zweihundert Meter außerhalb von Matonge hat) um die Jahrhundertwende ist fast einzigartig. Von wegen "archaische" Kultur. Lesen Sie mal "King Leopolds Ghost".

"Multikulti" in Brüssel ist manchmal aufgrund von islamistischen Arabern ein Problem, die z.T. die Mehrheit in bestimmten Vierteln stellen.

Der Waehlerwille
 
22
18.12.2011, 16:17
islam? Kongo?

hallo? jemand zu Hause?

earthling
42
18.12.2011, 16:04
Zynischer geht es wohl nicht mehr,

nach den Verbrechen, die das belgische Kolonialregime verübt hat!!!!

LGL
111
18.12.2011, 16:41
Warum wandern die Kongolesen zu den Verbrechern aus die ihnen so viel angetan haben ...

emma goldman
01
18.12.2011, 21:11

da belgien die diamantenhochburg ist muessen wohl auch einige kongolesen dort wohnen. Im diamantengeschaeft kann man als kleinhaendler nur familienmitgliedern trauen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.