Zweiter Prozesstag für Manning

17. Dezember 2011, 21:14
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    foto: apa/epa/scalzo

Neuerlich Demonstrationen für Freilassung des Soldaten, der Dokumente über US-Verbrechen weitergab

Fort Meade - Das spektakuläre Verfahren gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning ist am Samstag mit Zeugenbefragungen und der Beweisprüfung in die zweite Runde gegangen. Dabei versuchten die Verteidiger, dem Militärgericht auf dem Stützpunkt Fort Meade (Maryland) die emotionalen Probleme des 24-Jährigen vor Augen zu halten.

Der US-Soldat sei in seiner Einheit als homosexueller Einzelgänger bekannt gewesen und habe keine Freunde gehabt, machte sein Militäranwalt Matthew Kemkes bei der Anhörung klar. Die besondere Umstände seien für eine Beurteilung des Falles wichtig.

Manning ist angeklagt, während seines Einsatzes als Analyst der US-Armee im Irak klassifizierte US-Dokumente aus Computern kopiert und sie der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt zu haben. Die Veröffentlichung massenhafter Aufzeichnungen und Diplomatendepeschen im Internet hatten die USA und Regierungen in aller Welt bloßgestellt.

Die Verteidigung versuchte am Samstag auch, Zweifel an diesen Anschuldigungen zu streuen. So sei der junge Obergefreite nicht der einzige mit Zugang zu seinem Computer gewesen, von dem aus der riesige Datenklau unternommen worden sein soll. Ein als Zeuge befragter, an der Ermittlung beteiligter IT-Experte des Militärs sagte aus, dass der Rechner nicht passwortgeschützt gewesen sei.

Wie am ersten Tag der Anhörung zeigte sich Manning, der am Samstag seinen Geburtstag feierte, in Tarnuniform und mit einer Brille. Die auf eine Woche veranschlagte Anhörung soll klären, ob die Beweise für die Eröffnung eines richtigen Militärprozesses ausreichen. Dem Soldaten droht im Fall einer Verurteilung eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen der Unterstützung des Feindes. Seine Anhänger fordern seine Freilassung.

Mannings ziviler Anwalt David Coombs war am Freitag mit seiner Forderung gescheitert, den Ermittlungsrichter Paul Almanza wegen eines mutmaßlichen Interessenskonflikts auszutauschen. Er sei ein Militärreservist und arbeite in seinem zivilen Leben als Staatsanwalt, sei daher befangen. Almanza wies den Verdacht zurück. "Ich denke nicht, dass eine vernünftige Person, die alle Umstände kennt, zu dem Glauben kommen könnte, dass meine Unparteilichkeit infrage steht", sagte er.

Am zweiten Tag musste Almanza die Anhörung allerdings nach zehn Minuten unterbrechen, weil es technische Probleme gab. Die erste von der Anklage aufgerufene Zeugin war per Telefon zugeschaltet und im Gerichtssaal kaum zu verstehen. Almanza forderte die Frau, die von ihrem Handy aus telefonierte, auf, sich später noch einmal über das Festnetz zu melden. Bei der Zeugin handelte es sich um eine Spezialagentin der Militärpolizei auf Hawaii. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 102
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anthropophagus
20
19.12.2011, 12:40
es ist zu befürchten,

dass manning einen sehr hohen preis zahlen muss für den geltungsdrang und die rücksichtslosigkeit von julian assange.

Raphae1
00
19.12.2011, 19:09

Huh? Assange fordert seinen Freispruch. Es ist die US Regierung, die ihn für das Aufdecken von Kriegsverbrechen bestrafen will.

zeibercaffee
11
18.12.2011, 21:22
...Sentence wird

wohl hoeher bemessen sein wird als z.B. Mundraub.
A propos ..bei Rotlicht ueber die Strasse laufen um
die Apokalypse abzuwenden, wuerde ich als Richter
mit dem Hoechstmass bewerten. Man stelle sich nur vor, der #Rotlichtlaufer# waere der einzige, der dazu
in der Lage (gewesen) waere und nun so ein Malheur, kommt der unter die Raeder, der eigentlich den Index auf die Menschenrechte weist. Bob Dylon
sagte da mal : steal a little & you'll land in jail - steal
a lot & they make you a King und Koenige haben ihre
Narren ...Punkt

zeibercaffee
10
18.12.2011, 20:31
Wanderer kommst du nach Sp...

" neue Welt" Boys(innen) sind smart und machen
ihren Job. Rauben, Wegelagern, Morden und
Brandschatzen gehoeren nicht in deren Revier.
Gunpowder - Treason and Plot (...5th of Nov...)
sind nun mal das Fallbeil fuer jeden Machthaber.
Brad M.s Vorgehen war political incorrect - in
einem Ausmass, das die Guete und Wuerde des
Menschen an sich nicht nur gravierend in Frage
stellt - sondern solches als Hirngespinst jenseits-
glaeubiger vollstaendig ins Wanken bringt. Die
Reaktion seiner Landsleute: jetzt basteln wir so
lange schon an unserem makellosen Gesicht, da
muss es ja dann ohne Makel sein. Also raus auf die
Buehne mit ihm, wenn denn die US Verfassung
noch ein wenig mitspielt -ein faires Verfahren ge-
waehrleisten -

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
10
18.12.2011, 20:07
Die Amis haben halt ein anderes Wertesystem

In diesem hat halt der Schutz der Grundrechte leider nicht denselben Stellenwert wie in Europa, aber das muss man traurig zur Kenntnis nehmen.
Der Typ hätte gleich nach dem Weitergeben irgendwo in Europa um Asyl aus Schutz vor politischer Verfolgung (würde bei uns mit ziemlicher Sicherheit so gesehen werden) ansuchen müssen.
Es wird wahrscheinlich auch irgendwo peripher der Wunsch nach Vergeltung mitgespielt haben und es mögen durchaus auch Dokumente darunter sein, die nicht der Aufklärung eines Verbrechens dienen, insgesamt ist das ganze bisher aber ein Armutszeugnis für die USA.
Mal sehen wie das 'Gericht' entscheidet - hoffentlich für den jungen Mann und nicht für die totalitäre Aufgeklärtheitsheuchelei...

anthropophagus
01
19.12.2011, 12:43
welchen stellenwert..

die grundrechte in europa haben hat man ja z.b. beim "tierschützer-prozess" bzw. bei den ermittlungen zuvor gesehen.

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
00
19.12.2011, 16:24
Ich verstehe leider nicht ganz was Sie damit meinen.

Aber vielleicht habe ich es richtig verstanden und kann Sie auf http://diepresse.com/home/pano... ern.portal und http://diepresse.com/home/pano... hannel=119 verweisen?

Jimmy_Ringo
02
18.12.2011, 17:26
somit sollte keiner von Euch mehr Zweifel daran haben

dass die USA keine Demokratie ist oder je gewesen ist.

18 Monate Folter sind Terror und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der Westen hat schon vor Jahrzenten alle moralischen Werte verloren.

der Rabe
06
18.12.2011, 15:52
Die USA werden ihn schwer bestrafen

Schließlich hat er die Wahrheit verbreitet.

karl radek1
03
19.12.2011, 17:20
Alles hätte er erzählen können

Aber die Wahrheit, das geht zu weit, das könnte das Unrecht ins Wanken bringen.

Standard deviation
21
18.12.2011, 17:10
Feststellung:

Er hat sich freiwillig zum Dienst in der Army gemel-
det, sein Land verraten und sein Kameraden gefähr-det.
Dass durch seinen Verrat, auch ein Kriegsverbrechen
publik wurde, ist nicht entscheidend für sein Verhalten.

Raphae1
00
19.12.2011, 08:39

Woher willst du wissen, was für Mannings Verhalten entscheidend war? Kriegsverbrechen sind Verbrechen, die niemand verheimlichen darf, selbst wenn das Verbrechen von Kameraden verübt wurde. Der Nürnberger Prozess ist hier das Vorbild. Ich habe nur Befehle ausgeführt ist KEINE Entschuldigung.

anthropophagus
00
19.12.2011, 12:44
die angeblichen "verbrechen"...

hätte er ja auch dadurch aufzeigen können indem er sie den zuständigen stellen meldet. und wenn er wenigstens einen schlauen berater gehabt hätte, dann wäre er zumindest aus der armee ausgetreten bevor er die geheimdokumente veröffentlicht.

Raphae1
00
19.12.2011, 13:01

Sein "schlauer" Berater (Adrian Lamo) hat ihn leider verraten. Das Pentagon kannte das Videomaterial. Diverse NGOs hatten bereits vor Jahren die Herausgabe beantragt. Das Pentagon wußte um die darin ersichtlichen (tatsächlichen) Verbrechen und hat es darum so lange geheim gehalten.

MichaelMoore
16
18.12.2011, 13:59
Vaclav Havel, der gestern starb, war auch wegen seiner Überzeugung im Gefängnis.

Manning gab Dinge weiter, die nicht im Einklang mit der Verfassung der Gründer väter standen.
Wäre er ein Soldat der UdSSR oder Nazi-Deutschlands gewesen, hätten ihm die USA einen Orden umgehängt.

Auf jeden Fall ist er ein Symbol für die arabischen und sonstigen Protestbewegungen und damit ein Held der Freiheit.
Chapeau, Bradley!

NONE
15
18.12.2011, 13:29

Helden gehören gefeiert, nicht von Tribunalen verurteilt.

Standard deviation
00
18.12.2011, 17:13

Auch die schlimmsten Verbrecher, auch Landesver-
räter, finden ihre Bewunderer. Die Opfer ihrer Taten,
finden hingegen kaum Beachtung.

Eins von Gottes Ebenbildern
311
18.12.2011, 11:31

Manning hat keine kriegsrelevante taktische oder strategische Information weitergegeben, die "der Feind" gegen die alliierten Truppen verwenden hätte können. Allerdings hat er Kriegsverbrechen aufgezeigt und sonstige Sauereien der Weltpolizisten.

Ohne Leute wie Manning, könnten sich die Aliierten alles unhinterfragt erlauben, wobei ich auch an Abu Ghraib, Haditha, und den gefilmten Helikopterangriff auf Zivilisten erinnern will. Eine "westliche Demokratie" muss sich an anderen Standards messen lassen (können), als eine orientalische Despotie, denn wer Wasser predigt, soll halt nicht Wein saufen . Ich hoffe allerdings, dass auch die andere Seite solche echte Helden hat.

lg mensch

Standard deviation
20
18.12.2011, 17:22

Nach vorliegenden Informationen, sind die weiterge-
gebenen Dokumente so zahlreich und umfassend,
dass ihre Behauptung nicht plausibel erscheint.
Dass die Beweggründe für den Verrat moralischer Natur waren, ist unglaubwürdig.
Im positivstem Fall ist er ein "nützlicher Idiot" im
Dienste der Feinde der USA.

Georg Schütt
73
18.12.2011, 11:13
"Der US-Soldat sei in seiner Einheit als homosexueller Einzelgänger bekannt gewesen und habe keine Freunde gehabt, machte sein Militäranwalt Matthew Kemkes bei der Anhörung klar."

Ein geradezu klassisches Motiv: Rache an den Kameraden zu üben, die ihn nicht mochten.

Und so etwas als Entlastung. Vom eigenen Anwalt ... Muss schlimm um Manning bestellt sein, wenn man Rache für Liebesverweigerung als entlastendes Motiv anführen muss.

Raphae1
02
18.12.2011, 13:52

Die chat-logs sagen aber ganz was anderes. Dort soll Manning selbst gesagt haben, warum er die Daten veröffentlicht hat:
"I want people to see the truth… because without information, you cannot make informed decisions as a public."

NONE
01
18.12.2011, 13:29

Sein Anwalt scheint für Obama zu arbeiten.

Nick Tameer
21
18.12.2011, 13:12

Ich sehe nicht, inwieweit er das getan hat. Es kann sein, dass er Rache an der Armee üben wollte, sehe darin aber eher ein sympathisches Motiv.

Georg Schütt
00
18.12.2011, 13:37
Das Vertrauen, die Arglosigkeit der Kameraden auszunutzen, gilt gewöhnlich strafverschärfend ...

Er hätte ihnen wohl sein Leben anvertrauen können, sie ihm ihres nicht. Das finden Sie sympathisch?

Raphae1
02
18.12.2011, 15:27
Arglosigkeit?

Bradley Mannings Kameraden im Apache Helikopter waren arglos? Collateral Murder immer noch nicht angeschaut?

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