Medwedew über Washington: "Töne wie aus dem Kalten Krieg"

17. Dezember 2011, 20:23

"Ich war gezwungen, Präsident Barack Obama gestern am Telefon zu sagen, dass die Bewertung unserer Wahlen durch die USA für uns keinerlei Bedeutung hat"

Moskau - Zwei Wochen nach der umstrittenen Parlamentswahl in Russland haben erneut Tausende bei Demonstrationen eine Wiederholung der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Abstimmung gefordert. Der Gründer der liberalen Oppositionspartei Jabloko, Grigori Jawlinski, sprach sich bei einer Kundgebung in Moskau für tiefgreifende Reformen des politischen Systems in Russland aus.

"Es reicht nicht, nur Personen auszutauschen", sagte er vor etwa 1500 Regierungsgegnern. In der Wolga-Stadt Samara wurden bei nicht genehmigten Protesten vier Demonstranten festgenommen. Nach Angaben der Agentur Interfax verliefen die Kundgebungen in vielen Städten friedlich.

Kremlchef Dmitri Medwedew wies bei einem Treffen der Regierungspartei Geeintes Russland die jüngste Kritik der USA an der Wahl vom 4. Dezember zurück. Einige Aussagen der US-Regierung seien unannehmbar und empörend, sagte er in seiner Residenz Gorki bei Moskau.

Medwedew sagt Obama telefonisch die Meinung

"Ich war gezwungen, Präsident Barack Obama gestern am Telefon zu sagen, dass die Bewertung unserer Wahlen durch die USA für uns keinerlei Bedeutung hat." Russland sei offen für korrekte Kritik. Aber "Töne wie aus dem Kalten Krieg" seien nicht akzeptabel. Vor kurzem hatte schon Regierungschef Wladimir Putin den USA vorgeworfen, das Signal für die Massenproteste in Russland gegeben zu haben.

Bei der Kundgebung in Moskau forderte Jabloko-Chef Sergej Mitrochin den Rücktritt des umstrittenen Wahlleiters Wladimir Tschurow und die Freilassung aller Oppositionellen, die während der jüngsten Protestwelle eingesperrt worden waren. Wie in der Vorwoche, als an gleicher Stelle Zehntausende demonstriert hatten, verfolgte ein Großaufgebot der Sicherheitskräfte die Veranstaltung.

Bei mehreren Kundgebungen seien Rufe lauter geworden, den populären Blogger Alexej Nawalny als Einheitskandidaten der Opposition in die Präsidentenwahl am 4. März 2012 zu schicken, berichtete der Radiosender Echo Moskwy. Dem erteilte aber die Jabloko-Partei, die an diesem Sonntag Jawlinski für die Wahl nominieren will, eine Absage. Die Kommunisten nominierten am Samstag ihren Vorsitzenden Gennadi Sjuganow für den Urnengang in elf Wochen. Die ehemalige Staatspartei hat für diesen Sonntag zu einer weiteren Großkundgebung im Zentrum von Moskau aufgerufen.

Trotz der massivsten Anti-Regierungsproteste in Russland seit den 1990er Jahren lehnen Putin und Medwedew die Forderungen der Opposition ab. Putin will nach der Präsidentenwahl in den Kreml zurückkehren. Seine Partei Geeintes Russland nominierte am Samstag Kreml-Stabschef Sergej Naryschkin als künftigen Duma-Vorsitzenden.  (APA)

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NANANANANANANANA BATMAN
12
22.12.2011, 12:32
fassen wir zusammen:

die oppositionsführer behaupten dass bei der wahl gemogelt wurde. ihre anhänger gingen auf die straßen und demonstrierten.
gut, wo ist jetzt der beweis dass es eine wahlfälschung gab?

damit man etwas vom russenhass weg kommt, etwas aus der heimat:
angenommen bei der nächsten wahl gewinnt die spö die absolute mehrheit für sich und die fpö, övp, die grünen etc. rufen ihre wähler auf um zu demonstrieren wegen wahlfälschung?

jetzt stellt sich die frage: handelt es sich um wahlfälschung oder verärgerung der opposition, weil sie nichts mehr zu melden hat?

slartibartfaß der Umwandler
211
18.12.2011, 19:40

na klar. die bösen russen. nein, die bösen chinesen. neine die bösen al quaida... ts ts.

ich meine, mich kotzt diese heuchelei unserer westlichen politiker schon so an, ich würde sie alle abwählen und durch kindergartentanten ersetzen.

dabei sinds grade unsere westlichen politiker und ihre bankster- und wirtschaftskapitalistenfreunde, die viele bürger im westen bekriegen und nicht irgendwelche russen oder chinesen....

NANANANANANANANA BATMAN
00
22.12.2011, 12:27
kindergartenpädagoginnen!

Hans Hansen
20
19.12.2011, 18:00

Also ob der "böse Westen" nicht der gleiche Nonsens ist, wie die "bösen Chinesen, Russen etc..."

clearlake
02
21.12.2011, 12:07
ja natürlich, ob west oder ost, alle wollen nur unser bestes....

Red Core
12
18.12.2011, 18:40

jabloko partei die haben nichts zu melden wen hier einer sich aufregen darf dan sind das die kommunisten und keine abfallparteien sowie die liberalen westlich geprägten.weil wen die an die macht kommen würden wäre das eine katastrophe für russland dann kann man nur sagen willkommen zurück zur jelzin seiner zeit wen nicht noch schlimmer.

Bossa Nova do Brasil
00
25.12.2011, 02:18
> wen nicht noch schlimmer.

Es ist JETZT schlimmer!

PS: Russland ist zur Zeit wahrscheinlich das *** TEUERSTE *** Land der Welt!

Molodez
14
18.12.2011, 16:53
Medwedew hat recht!

Bezahlte Agenten ("NGOs"), diplomatische Einmischungen, ungehörige Feststellungen und laufend den erhobenen Zeigefinger sind eine Herausforderung der man begegnen wird, wenn sich Frau "we came, we saw, he died, hahaha..." nicht bald einkriegen wird.

‘If they continue to push us around, we’ll push back’
http://rt.com/politics/... reset-055/

readymate
51
18.12.2011, 13:26
Der Fingerzeig auf den äußeren Feind

ist stets das probate Mittel der innenpolitisch in die Bredouille Geratenen.

Ist ja ein alter Hut...!

.

Prof. Wolf
164
18.12.2011, 11:23
"Töne wie aus dem Kalten Krieg"

Ich ergänze diesen Satz: "... von Putin."
Auf Demokratie sch*** und dann das Ausland für das Verständnis der Wut der Bevölkerung anpöpeln. Seit 1945 hat jede Diktatur Kritik an ihren Verbrechen mit den Worten "innere Angelegenheit" abgetan. Russland ist bis heute Beispiel.
Und nein es tut hier nichts zur Sache, dass der Westen bei befreunden Ländern auf diesem Auge blind ist. Das ist zwar auch schlimm aber tut nichts zur Sache. Das ist in etwa so inveaulos als wenn man bei der Disskusion über einen "Ehrenmord" auf eine "Misshandlung mit Todesfolge" (natürlich ist beides nach §75 zu verurteilen) in einer österreichischen Familie hinweist.

DerStadtrat
06
19.12.2011, 13:38

"Auf Demokratie sch*** und dann das Ausland für das Verständnis der Wut der Bevölkerung anpöpeln."

Es gibt bisher keinen einzigen Stichhaltigen Beweis dass die Wahl manipuliert wurde.
Das einzige was es gibt sind Videos der Opposition, die zeigen wie Irgendjemand mehrere Stimmzettel in die Urne wirft. Nachdem die Opposition das Video aber schon auf Youtube hochgeladen hat BEVOR die Wahlen überhaupt stattfanden, haben sie sich selbst diffarmiert.

Wenn wer auf demokratie sch***t dann sind es im Moment wohl eher die nicht gewählten Politiker in Europa (Papadaemo, Montis)
Oder auch die Politiker in Österreich die OHNE VOLKSBEFRAGUNG die VERFASSUNG ändern wollen zugunsten der BANKEN.
Sowas gibts nicht mal in Venezuela.

K 3
02
18.12.2011, 17:04

Wir sind deswegen etwas nachsichtig mit unseren Kommentaren über Russland, weil jene, die wir hier in Österreich persönlich kennenlernen, zumeist nette Leute sind. Außerdem ist in der österreichischen Bevölkerung die Bedeutung der russischen Landwirtschaft für die Welt, welche bei riesigen brach liegenden aber entlegenen Landwirtschaftsflächen, wie Süd-Sibirien, zumindest seit 1945 vorhanden. Russland wurde nun Mitglied der WTO und schon gibt es in Norwegen keine Butter mehr und schon wird in Berlin eine Versammlung über die russische Landwirtschaft veranstaltet.
http://rt.com/news/russ... ecast-949/
http://www.thestar.com/news/worl... utter?bn=1
http://www.idw-online.de/pages/de/news456437

morgen war gestern
111
18.12.2011, 11:07

wann immer in den letzten jahren die russische wirtschaft oder die politische nomenklatura in bedrängnis war, wurde das spiel vom bösen feind hinter den grenzen gepflegt.

der unterschied ist nur, dass es in der vergangenheit bestens funktionierte, doch nun die menschen das ganz gut durchschauen.

es war immer recht gruselig, wie ein chauvinistisches fingerschnippen ausreichte, um auch sehr intelligente menschen zu nationalberserkern werden zu lassen.

papst benedikt
110
18.12.2011, 12:58

der unterschied besteht vor allem darin, dass die einen das spiel vom bösen feind hinter den grenzen pflegen, während die anderen den bösen feind hinter den grenzen angreifen, bombardieren, zerstören.

da ist mir das spiel lieber.

morgen war gestern
91
18.12.2011, 13:01

wer ist jetzt wer in deinem ranting? spielst du auf den kaukasus, afghanistan, irak an?

oder ist mir das neueste bombardement peterburgs entgangen?

in ihrem kolonialistischen anspruch unterscheiden sich RU und USA genau: gar nicht.

also - wie weiter?

papst benedikt
18
18.12.2011, 13:21

in ihrem kolonialistischen anspruch unterscheiden sich die beiden dadurch, dass der eine diesen anspruch per gewalt durchsetzt, während der andere ihn rhetorisch behauptet.
der unterschied besteht in den taten.

morgen war gestern
01
18.12.2011, 13:27

btw - er war russischer soldat. und was er so vom krieg zu erzählen wusste, war auch nicht ohne.

morgen war gestern
81
18.12.2011, 13:27

das meinst du doch nicht ernst? tschetschenien wie den kaukasus als ganzes ist also nie passiert?

wo lebst du denn? benutzt du russland nur, um deinen antiamerikanismus auszuleben, oder bedeuten dir die menschen dort zumindest auch ein bisschen etwas?

stehe zu deiner meinung, belege sie durch fakten, aber missbrauche nicht das elend des einen um das elend des anderen zu rechtfertigen.

das haben sich die menschen, denen ich persönlich in RU verbunden bin, nicht verdient. sie waren und sind spielball am brett der herrschenden genug, um nicht auch noch in einen schnöseligen privaten kalten krieg in irgendwelchen foren hineingezogen zu werden.

zum thema "rhetorik": rhetorik hat den cousin meiner frau nicht getötet. das war echter krieg.

papst benedikt
113
18.12.2011, 13:32

dass tschetschenien innerhalb der grenzen russlands liegt, haben Sie in Ihrem empörten sermon leider übersehen.
Sie haben die behauptung aufgestellt, russland betreibe das spiel vom bösen feind hinter den grenzen, nicht ich :)

morgen war gestern
81
18.12.2011, 13:36

was wohl eine spitzfindigkeit ist, die du wieder mal auf dem rücken der betroffenen austrägst.

das hilft dir - das lässt andere als doppelte opfer zurück.

(und dass der gesamte kaukasus innerhalb der grenzen der RF liegt, halte ich für ein gerücht. dass die RF nicht in afghanistan ist, hat eher damit zu tun, dass russland dort schon mal war - und sich diebisch darüber freute, dass auch der ehemalige klassenfeind erkennen musste, dass dort außer einem verlorenen krieg nichts zu holen ist. nicht zuletzt aus dieser stimmung heraus wurden berichte über den afghanistan-einsatz der usa im russischen fernsehen oft mit archivbildern aus dem eigenen krieg dort unterfüttert. aber das hast du ja nie gesehen, weil du lieber aus der ferne urteilst).

Raptor Jesus
00
20.12.2011, 13:37
Man sollte schon aufpassen was man sagt.

Für Behauptungen trägst du allein die Verantwortung und meckern, das andere es ausnutzen ist eher ein geistiges Armutszeugnis.

morgen war gestern
00
21.12.2011, 09:28

wie meinen? geht's gut?

BetterWorld
 
01
24.12.2011, 15:24
Aufregung?

Ich verstehe irgendwie die Aufregung, darüber was du geschrieben hast nicht.
Was ich aus deinen Texten herausgelesen ist folgendes:
die Verantworlichen der USA und von Russland, beide bedienen sich sehr ähnlicher Mitteln um Ihre Interessen durchzusetzen.
Für mich ist auch klar, dass es keinen Unterschied macht, ob Tscheschenien innerhalb oder außerhalb Russlands liegt. Die Aggression gegen Tscheschenien war und ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit genaus wie die USA andere Länder militärisch angreifen.
Ich bin der Meinung, dass beide Großmächte mega Dreck am Stecken haben und das nicht knapp.

morgen war gestern
00
25.12.2011, 23:49

die aufregung resultiert denke ich daraus, dass viele geister ohne schwarz-weiß/gut-böse nicht auskommen. und dazu muss man instrumentalisieren. wenn man die politik der usa nicht mag, muss man russland (als nachfolgestaat der SU) mögen. und umgekehrt.

da geht es letztendlich aber um eigene befindlichkeiten und nicht um fakten. ich lege auch eher den umkehrschluss an und sage: ohne dreck am stecken schafft "man" es in dieser welt nicht zur großmacht. mir gehen sie alle am allerwertesten vorbei. dass sich meine meinung und das agieren der einen oder anderen großmacht manchmal decken, sollte darüber nicht hinwegtäuschen.

vielleicht sehnen sich halt viele menschen nach der starken hand eines führers. ich brauch keinen.

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