Wiener AKH

Ärzte trotz Überbrückungshilfe skeptisch

17. Dezember 2011, 11:38

Erwarten Präzisierung und schriftlich verbindliche Aussagen - Betriebsversammlung findet statt

Wien - Die Ärzte am Wiener AKH sehen trotz der vom Bund zugesagten "Überbrückungshilfe" noch viele offene Fragen und bleiben skeptisch was drohende Sparmaßnahmen betrifft. Die Mediziner verlangen Präzisierung und schriftlich verbindliche Aussagen von Rektor Wolfgang Schütz und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Denn die Verunsicherung bei den Ärzten sei weiterhin groß. Die Betriebsversammlung am 20. Dezember finde daher nach wie vor statt, hieß es in einer Aussendung am Samstag.

Die Ärzte forderten Schütz auf, die offenen Fragen "vorher schriftlich und verbindlich zu beantworten" und zu bestätigen, dass es keine Reduktion der Nachtdiensträder und keine Einsparungen von 180 dringend notwendigen Dienststellen geben werde. Sie verlangen weiters eine Bestätigung für die Rücknahme des Aufnahmestopps und vor allem, dass es keine Verschlechterung der Situation der Ärzte gibt.

Statt "vager Überbrückungshilfen" erwarten die Ärzte und der Betriebsrat "klare Zusagen, verbindliche Aussagen und nicht bloß eine kosmetische Verschiebung eines prekären Zustandes, der jederzeit wieder eintreten kann". "Wir sind zu allem bereit: weiter zu kämpfen für die Sicherheit der Patienten und realistische und menschliche Arbeitsbedingungen, und wir sind auch bereit zu vernünftigen Gesprächen über eine Gesamtreform", so Thomas Szekeres, Obmann des Betriebsrates des wissenschaftlichen Personals und Vizepräsident der Wiener Ärztekammer. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 35
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evidenzbasierer
01
18.12.2011, 13:10
jedes Jahr das Selbe..

Jedes Jahr instrumentalisiert der Bund die AKH Ärzte, damit meine ich nicht dass diese freiwillig mitmachen, um einfach weniger ins AKH investieren zu müssen.
Denn auf der anderen Seite steht die Stadt Wien, die das AKH auch mitfinanziert. Und nachdem das AKH zwar ständig versucht sich schön elitär seine Patienten auszusuchen, ist die Masse der Patienten dort natürlich ein tolles Druckmittel.

Dem Bund sei nur eines gesagt, spätestens mit Eröffnung des SMZ-Nord, unter Wegfall der Patienten aus den anderen Bundesländern, die das AKH "nehmen muss" weil es ein UNI-Spital ist unter Ausschöpfung der Ressourcen der verbliebenen Spitäler kann die Stadt Wien auch ohne dem AKH seine Bürger mit Spitzenmedizin und -pflege versorgen.

Medicus58
01
18.12.2011, 11:59
Spiel der Ohnmächtigen: Die 2 Klassen Medizin und der Streik im AKH

Die Vorgänge im AKH zeigen viel tiefere Konflikte auf, als die fehlende Million für ein paar Nachtdiensträder, so dass die Überbrückungshilfe nix bringt.

Die Honorierungssysteme der Ärzte, die nur durch Mehrarbeit und viele Quellen (Sonderklasse, Prüfungsgelder ..) adäquat sind.

Das Mißverständnis ein riesiges Routinespital mit medizinischen Wissenschaftern führen zu wollen.

Das Ergebnis der Blau-Schwarzer Bestrebungen und hauptamtlicher Mittelbaupolitiker aus der Fakultät eine eigene Uni (und sich zu Rektoren und Vizerektoren) machen zu wollen.

Das Dramadreieck, in dem vermutlich alle Beteiligten nicht glücklich sind, aber jeder weiß, dass der Erste der sich bewegt, verloren hat.

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=49

Medicus58
00
18.12.2011, 12:00
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=49263

Link ist oben leider abgeschnitten

stall
03
18.12.2011, 08:44
als es um die milliardenrettung der banken ging

war ich einfach verblüfft, wie schnell das über die bühne ging. hier wird schon wochenlang wegen läppischen 9 mille herumgestritten.

evidenzbasierer
01
18.12.2011, 13:34
es geht nicht darum dass kein Geld da ist

es geht, so wie jedes Jahr, darum dass der Bund die Stadt Wien mit Einschränkung der medizinischen Leistungen im AKH erpressen will.

Natürlich kann die Stadt Wien das fehlende Geld aufbringen. Es geht aber um das Prinzip dass es sich hier klar um Vertragsbruch und Erpressung auf Kosten der Patienten geht.

Schon im laufenden Betrieb fällt sehr auf, dass viele Patienten im AKH abgewiesen werden, die später in reinen KAV Spitälern stationär behandelt werden müssen.
Und wie ich schon geschrieben habe, spätestens mit Eröffnung des SMZ-Nord wird dieses Druckmittel gewaltig verlieren...

Der Jodler
00
18.12.2011, 10:56

Weils da offensichtlich nicht um die 9 Millionen geht ...

CyberCop
00
18.12.2011, 11:50

und wenn's um das 10-fache von 9mio geht: läppisch gegen das was in banken (besser gesagt an jene die das geld wieder von den banken einkassieren) gesteckt wird.

DieSchnecke
00
18.12.2011, 07:38
da geht wohl viel Geld in, der Verwaltung,

durch "freundschaftsdienste" verloren, sind ja schon genug Fälle bekannt geworden.

CyberCop
00
18.12.2011, 11:59
und?

is doch 10x klüger österreichs wirtschaft profitiert von dem geld der "freundschaftsdienste" (sofern das richtig ist was sie behaupten) als unser teures steuergeld kommt auf grund irgendwelcher bankenhilfen in die hände internationaler shareholder welche genau nichts für österreich machen.

CyberCop
27
18.12.2011, 00:14
irgendwie versteh ich das nicht

hier geht es um beträge die im promille-bereich der bankenförderungen, griechenlandförderungen, eu-förderungen welche der staat österreich aufbringt.

sollte unsere gesundheit nicht jeden erdenklichen betrag wert sein?
egal wieviel dabei, wie es in den augen mancher poster hier scheint, 'verschludert' werden?

für die shareholder der banken und konzerne haben wir alles geld der welt - aber wegen 'ein paar zerquetschten' wird wieder mal das volk gespalten.

CyberCop
00
18.12.2011, 00:16
fail erkannt --> korrektur:

hier geht es um beträge die im promille-bereich der bankenförderungen, griechenlandförderungen, eu-förderungen welche der staat österreich aufbringt LIEGEN.

NONE
11
18.12.2011, 00:07

Die Ärzte die nebenbei noch überteuerte Ordinationen betreiben müssen entlassen werden.

So einfach ist das.

Für die anderen müssen aber bessere Konditionen her. Da gibt es viele die viel arbeiten aber nicht so dermassen raffgierig sind.

utarefson
25
17.12.2011, 23:16
Sind Ärztevertreter Patientenvertrer? Nein!

Aber es ist sehr schwierig die feudalistischen Strukturen aufzubrechen. Egal worum es geht, der Aufschrei ist immer derselbe. Wir arbeiten so wahnsinnig viel. Aber wer sind diese Vielarbeiter? Sind das alle Ärzte? Gibt es nur gleiche bzw. gleich viel arbeitende Ärzte, oder sind einige gleicher? es bleibt das Leichentuchwacheln als Argument Nr.1 und schon ist alles beim alten!

laundei1
23
18.12.2011, 01:57

hier haben wir dann eindeutig einen Menschen der keine Ahnung von den Arbeitsbedingungen in spitalern hat. leider ist das Szenario nicht weit her geholt. stellen werden nicht nachbesetzt. kann man einen ÄrzteMangel auch verhindern. die Arbeit wird immer mehr. Geld weniger. es spitzt sich zu. für Diagnose und Therapie gibt es immer mehr Möglichkeiten die aufgrund der Neuheit natürlich teuer sind. vernünftige alte Methoden sind nicht erwünscht.
die ist. glauben teilweise dass sie alles selber bezahlt haben wenn sie für eine lap.magenverkleinerung 500(!) Euro bezahlt haben. ob ihr es glaubt oder nicht. mfg

dakakadu
00
18.12.2011, 10:06

wie lang dauert eine solche Operation?

trampelpfad
21
18.12.2011, 06:10
... einen Menschen der keine Ahnung von den Arbeitsbedingungen in spitalern hat.

Und diesen ahnungslosen Menschen brauchen wir, um das interne Desaster dieses Privilegientempels zu lösen.

Die Ärzte sind vorwiegend damit beschäftigt, "ihre 100 Stunden Durcharbeit" innerhalb 24 Tagesstunden unterzubringen. Die Patienten werden als Pfand "gekidnappnigt" und die Kosten eilen.

R58
00
18.12.2011, 07:22
Der Pfad des Trampels

Wird hier wieder mal beschritten.

Hab selber früher hundert Wochenstunden bedienstet und der sprichwörtliche oA lag auf der TÄ.

Heut hat er keine Zeit mehr dafür, da nurmehr 72 Wochenstunden legal sind und viel mehr Arbeit anfällt.

Walter Fenz
06
17.12.2011, 20:16
Der Bund soll doch einfach die Forschung

herausnehmen und die Lehre auf die größeren Wiener Spitäler aufteilen, dann darf das AKH endlich das machen, was es angeblich so gut kann: Medizin.

R58
00
18.12.2011, 07:25
Gute Idee aber

In del Lehrspitalern kriegtet du kaum was für die Lehre, bald gar nichts mehr, hast keine zeit , und es wird dir vorgeschrieben wofür du das Geld verwenden darfst!

Super Idee !!!!

Fritz Unrat
 
010
17.12.2011, 17:42
Ein paar renomierte Ärzte betreiben daneben gutgehende Ordinationen, der Rest arbeiot sich weinfach nur blöd.

Ich habe dort früher selbst gearbeitet und mich rechtzeitig verabschiedet.

Die Wahrheit die keiner hören will:
Gehalt deutlich rauf, alle (!) Überstunden bezahlen.
Keine Nebenjobs mehr.

In der Privatwirtschaft würde sich auch kein Dienstgeber erlauben können, ganze Berufsgruppen durch Jahrzehnte um ihr Einkommen zu prellen.

Warum macht es keiner?
. Weil die Unilehrer im Gehaltsschema der Mittelschullehrer sind und sich letztere dann aufregen.
. Weil die wenigen Oberen, die auch EInfluss haben, ihr Geld eben nebenher verdienen und damit den Entgang der ersten 20 Jahre ausgleichen.
. Weil der Staat grundsätzliche keine variablen Kosten dulden möchte und Überstunden daher nicht zahlen will.

Josef Handt
10
17.12.2011, 22:58

Uni-LehrerInnen verdienen deutlich mehr als AHS LehrerInnen (abgesehen vielleicht von ein paar Beamten-LehrerInnen in uralt Dienstrecht kurz vor der Pension)

hot doc
03
17.12.2011, 19:47
und noch ein paar wahrheiten:

früher war eine tätigkeit am alten akh eine sichere eintrittskarte in führungspositionen. heute geht sich die karieregarantie alleine aufgrund der hohen zahl der akh-ärzte (größte klinik weit und breit) nicht mehr aus. Das ist schön langsam jedem studienabsolventen klar, und deshalb gibts eine zunehmende negativauslese.

früher durfte man bleiben, hatte zeit für die habil. jetzt hat man nur eine chance, wenn man nach 7 jahren schon im habil-verfahren ist, und selbst die ist gering - weil es keine systemerhaltenden sekundarärzte gibt, will man junges blut für die routinearbeit. was lernt man in der fa-ausbildung dann, wo andere in der selben zeit klinische erfahrung ohne ende anhäufen, während der akh-assi zellkulturen verwurschtet?

Dr.Eisenbart
02
18.12.2011, 08:19
Negativauslese was charakterliche Eignung betrifft

Gab es schon seit Jahrzehnten im AKH.
Die Unmenge an arroganten, hochspezialisieren Schnöseln, die durch die Fronarbeit der Assistenten zur Habilitation gekommen ist, verpestet nun die Gemeinde Spitäler.
Das AKH ist UNENDLICH unbeliebt und da kann der lautere Szekeres auch nix mehr ändern.

Walter Fenz
22
17.12.2011, 21:43
Gut gebrüllt, Würstchen !

Die Unikliniken sind heute primär zu Publikationsfabriken und (vermeintlichen) Karrierefertigungsstraßen verkommen, in denen Medizinproduktedrückerkolonnen und die Pharmakamarilla über "Meinungsbildner" und "Fortschrittsglauben" unfaßbare Gewinne und Gewinnmargen abgreifen können.

Die Forschung ist weitgehend für die Volksgesundheit marginal, allenfalls für (sehr) seltene Erkrankungen individuell interessant. Tonnenweise verschwinden Publikationen in den Archiven, weil sie nie jemand gelesen hat und sie eigentlich mehr oder weniger unbrauchbar sind für die Praxis. Und auch für die "Grundlagenforschung." Dauer-PR der Medunis ändert da nichts daran: Arbeits- und Karrierebeschaffung steht ganz oben, der Patient stört eigentlich nur...

didi111
64
17.12.2011, 12:13
Und im Gegenzug sollte seitens der öffentlichen Hand sichergestellt (!!) werden,

daß die Ärzte ihre Dienstzeit auch im AKH ableisten und nicht nur stundenweise dort anzutreffen sind (Stichwort: Stechuhr UND keine Ausnahmen).

Es kann nicht sein, daß man bei den Ärzten in etwa ein Drittel zuviel Planstellen benötigt, um die Absenzen der Topmediziner wieder wettmachen zu können.

Es ist sicher für das Konto vorteilig, wenn man eine Planstelle im AKH hat, ein Beschäftigungsverhältnis mit einer Privatklinik in der Tasche hat und sich über eine eigene Ordi erfreuen kann.

Nur ist dabei unmoralisch, daß wir für den Kontostand dieser Ärzte blechen müssen.

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