Kopf des Tages: Thomas Klein

Der Spiegel hat oft mehrere Gesichter

Gregor Auenhammer, 16. Dezember 2011, 19:48
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    foto: primavista

    Almdudler-Chef Thomas Klein lebt modernes Patchwork.

Er ist nicht nur homosexuell und Almdudler-Chef, sondern auch verheiratet und Vater dreier Kinder

Wer auch immer die erratische, gleichsam exzentrische wie introvertierte Person bei einem der zum Teil von ihm selbst initiierten, exzessiv dem Hedonismus frönenden Wiener Clubbings beobachtet hat, würde à priori nicht auf die Idee kommen, dass der bunte Szenevogel auch erfolgreicher Unternehmer, verheiratet und Vater dreier Kinder ist. Eher schon sieht man dem bekennenden Homosexuellen den seit Jugendtagen gehegten Berufswunsch des Schauspielers an.

Hinter bizarren Inszenierungen, facettenreichen Masken sind oft Spiegelbilder der Seele verborgen. Unterschiedliche Gesichter, abseits tradierter Klischees und Geschlechterrollen besitzt offenbar Thomas Klein. 1963 in Wien als Sohn des Almdudler-Gründers Erwin Klein geboren, besuchte er zunächst eine Schauspielschule, brach diese jedoch abrupt nach dem Suizid des Vaters ab und übernahm mit 19 Jahren die Führung des Kräuterlimonaden-Imperiums, das er höchst erfolgreich modernisierte und bis heute leitet.

Privat folgt Klein, aufgewachsen "in einer Gesellschaft, in der Anpassung an oberster Stelle stand" zunächst klassischen Familienstrukturen. Mit 23, als er sich seiner homosexuellen Neigung sicher wird, ist er bereits verheiratet und Vater. Den Vorurteilen des kleinkarierten Alpenvolkes, dessen einende Nationaltracht die Niedertracht ist, Vorschub leistend, verbirgt der Unternehmer seine sexuelle Vorliebe - noch dazu als Vertreter eines Nationalgetränks mit dem Symbol eines Trachtenpärchens. Als Verdrängung und Verneinung seiner wahren Identität unerträglich wird, outet er sich. Als Autor von "Zwischen Sein und Schein" und dem kürzlich publizierten Ratgeber "Gib nicht auf!" beschreibt er Höhen und Tiefen, Gewissen, Zweifel, Exzesse und Depressionen.

Es heißt, soziale Kompetenz erweise sich im zivilisierten Umgang mit Krisen und Trennungen. Kleins Lebensentwurf kann getrost als personifiziertes Patchwork-Modell apostrophiert werden. Nicht geschieden, lebt er "Ethik und Moral verpflichtet" mit seiner ältesten Tochter zusammen; seine Frau Rosa, die er stets als Liebe seines Lebens bezeichnet, mit neuem Lebensgefährten, der gemeinsamen zweiten Tochter und ihrem, aus einer früheren Beziehung stammenden, von Klein adoptierten Sohn. "Wir führen eine moderne Ehe und haben unsere Freiheiten gemeinsam hart erkämpft." Gelebte Diversität, geprägt von Rücksichtnahme, Respekt und Verantwortung. (Gregor Auenhammer, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 17./18.12.2011)

Kommentar posten
22 Postings
michio
00
17.1.2012, 06:33
almes gedudel

der herr klein ist so wie er ist - und das ist gut so!

HLAB27
11
18.12.2011, 13:52

gähn........sollte eigentlich ne selbstveständlichkeit sein. weiss nicht wozu dieser artikel gut sein soll. soll doch jeder machen was er möchte.

Der lachende Mann
53
18.12.2011, 13:03
Trinke Almdudler schon lange nicht mehr.

Warm schmeckt das Zeug zudem ekelhaft.

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
02
19.12.2011, 11:53
Riecht auch komisch...

ad vocem
31
18.12.2011, 13:40
TR0TTEL.

Der lachende Mann
13
18.12.2011, 14:02
Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

ad vocem
31
18.12.2011, 15:25
Über niederträchtige Süffisanz aber schon ...

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
02
19.12.2011, 12:16
Was ist Ihr Problem bitte?

Sie haben wohl noch nie warmes Bier getrunken - dasselbe in Grün...sagenhaft worüber sich manche Leute aufregen können...

HediWari
01
18.12.2011, 09:59

Hr. Klein hat die Leitung in Wahrheit schon lang nicht mehr inne. Er ist mehr das Maskottchen, bringt den Glamourfaktor für das Unternehmen im Seitenblickemagazin...

strangerinastrangeland
 
02
18.12.2011, 00:13

Der Mann ist nicht homo- sondern bisexuell, das sind viele und es ist wahrlich nichts besonders aufregendes daran.

soamist
72
17.12.2011, 20:39
arme kinder

Der lachende Mann
21
18.12.2011, 13:04

Jetzt ist auch nachvollziehbar, warum das Trachtenpärchen am Etikette keine Kinder hat.

goldstandard
18
17.12.2011, 16:12
Genügend Geld

erleichtert sicher diese Lebensform...

Storyteller
22
17.12.2011, 10:06

Muss toll sein, in so einer Familie aufzuwachsen. Weit weg von diesem spießbürgerlich verklemmten Sumpf, in dem die allermeisten von uns grundlegend verkorkst wurden. Diesen Kindern bleiben sicherlich viele spießbürgerliche Neurosen sowie auch die Niedertracht des Proletenmilieus erspart.

Der lachende Mann
02
18.12.2011, 13:04
Warum hat sich wohl sein Vater umgebracht.

tipp ex
13
16.12.2011, 23:45
Hat den Artikel der Herr Klein selbst geschrieben??

quaxi671
23
16.12.2011, 22:26
guter mann, der typ

ein wenig authentizität in dieser verlogenen bürgerlichen welt tut gut, danke.

santa fe
 
39
16.12.2011, 20:24
"Den Vorurteilen des kleinkarierten Alpenvolkes, dessen einende Nationaltracht die Niedertracht ist,"

mit diesem satz ist der ganze artikel gerechtfertigt. worauf österreich wirklich stolz sein kann, ist die hier vorkommende schonungslosigkeit von selbsterkenntnis.

Hugh G. Rection
37
17.12.2011, 09:36
Das

bedingungslose Grundeinkommen wird auch das ändern, gell?

Der lachende Mann
02
18.12.2011, 13:05
Almdudler für jedermannIn?

Johannes99
03
18.12.2011, 07:23
Mit BGE und Sadomaso hält man die Niedertracht schon aus

Publikumsbeschimpfung kommt immer gut. In diesem Land der Niedertracht, das Spenden-Weltrekordler ist ("in unserer Niedertracht kaufen wir uns damit das Gewissen frei"), das Vereins- und Freiwilligenrekorde hält ("womit Vereinsmeier ihre krankhafte Wichtigturerei befriedigen"), und das kleinkariert auf 1000-Einwohner-Gemeinden beharrt ("wo sich die Machthaber nur bereichern"), in diesem Land leben mehr als 8 Millionen gerne. Schlechte Charakter gibt's genug auf der Welt, die Schlechtesten sind wir nicht ...
PS: Wird Herr Klein seit seinem Outing geschnitten? Wirft man ihm Stinkbomben ins Cabrio? Oder lässt man ihn nach seiner Facon glücklich sein?

santa fe
 
11
17.12.2011, 15:02

s wird die gesellschaft weniger krank machen.

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