Einserkastl rau

Lernen bei der Caritas

Einserkastl | Hans Rauscher, 16. Dezember 2011, 19:26

Eine neue Schicht von Perspektivlosen, Frustrierten, potenziellen Problemjugendlichen wächst heran

Lerncafé. Die Salzburger "Caritas" hat ein sogenanntes Lerncafé eingerichtet. Hier sollen Kinder mit dem sogenannten Migrationshintergrund und aus sozial schwächeren Familien am Nachmittag Hausübungen machen, lernen, sich auf Tests vorbereiten und dann eine Stunde spielen - unterstützt von ehrenamtlichen Helfern.

Diese Meldung sagt mehr aus über gesellschaftliche Zustände als viele Studien und Umfragen. Wir haben eine nennenswerte Anzahl von Kindern, die Sprachprobleme und Lernschwierigkeiten aufweisen - viele davon "mit Migrationshintergrund", aber nicht nur. Die Schule kann das nicht beheben, das Elternhaus auch nicht oder schon gar nicht. "Kein Geld für Nachhilfestunden, ein niedriges Bildungsniveau der Eltern, das es ihnen unmöglich macht, die Kinder zu unterstützen", erklärt der Salzburger Caritas-Direktor. Eine neue Schicht von Perspektivlosen, Frustrierten, potenziellen Problemjugendlichen wächst heran - im reichen Österreich.

Wenn die Caritas einen Raum zur Bildung bieten muss, um Kinder nicht auf der Straße verwahrlosen zu lassen, dann stimmt mit dem System etwas nicht - ebenso, wie wenn Nacht- und Notdienste im größten Spital Mitteleuropas gestrichen werden müssen, weil neun Millionen fehlen (die die Inseratenverteilungsmaschine der Stadt Wien unterwegs am Gang verliert). Irgendwo wird das Geld falsch verwendet. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.11.2011)

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Posting 1 bis 25 von 70
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Leukozyt
 
00
19.12.2011, 01:20
Die erfolgreiche Steiermark

hat deshalb Unterstützung in sämtlichen Bereichen des Sozialsektors um (durchschnittlich!) 25% gekürzt. Damit wir solche Berichte nicht lesen müssen. Oder weil die "Perspektivlosen, Frustrierten, potenziellen Problemjugendlichen" bessere Untertanen abgeben als gebildete, sozial sensible und charakterlich Starke.

Nik M
00
18.12.2011, 20:34
Dass das AKH

ein Musterbeispiel an Effizienz ist, und dort die Gelder nicht mit beiden Haenden ausgegeben werden, wage ich zu bezweifeln.

Die Nachtdienste und Ueberstunden der Aerzte sind extrem teuer. warum stellt man nicht einfach mehr Aerzte an, und streicht die Ueberstunden? Mein Verdacht ist, dass die etablierten Aerzte das verhindern, um nicht auf die/das Zula(n)gen verzichten zu muessen.

Management Quatscher
01
19.12.2011, 20:36

so ist es.

Den Vorschlag gab es auch in anderen Spitälern (mehr Ärzte anstellen; dafür fallen die jetzt angestellten Ärzte um eine Teil ihrer nicht unbeträchtlichen Zulagen/Nachdienste/Überstunden um)

Vorschlag von der Ärzteschaft mit Schaum vor dem Mund abgelehnt. Dafür jammern sie weiter wie überbelastet sie sind.

V995
00
18.12.2011, 18:17
schüsselkurs ein voller erfolg

Speckbacher1
00
18.12.2011, 18:53
Ergebnis von "Mehr privat - weniger Staat" des Neoliberalismus!

TAO
 
00
18.12.2011, 17:33
"neun Millionen fehlen (die die Inseratenverteilungsmaschine der Stadt Wien unterwegs am Gang verliert)"

Was gibt es Neues aus dem PID (Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien) unter rot-grün? Darf Herr Margulies da noch etwas dagegen sagen oder hat er schon Sprechverbot?

TAO
 
00
18.12.2011, 17:29
"mit dem sogenannten Migrationshintergrund"

Sogenannter Qualitätsjournalismus?

readymate
01
18.12.2011, 13:53
Tja, Hr. Rauscher,

auch so ein "Outcome" des Rufs nach mehr Privat und weniger Staat...!

.

der kleine mann
01
18.12.2011, 17:15
Der Herr Rauscher wird's schon verkraften!

Solange nur keiner auf die Idee kommt, zur Finanzierung solcher Dinge Vermögenssteuern zu fordern, wird der Anwalt der Armen&Superreichen wohl mit solche Kollateralschäden leben lernen!

Wein Franzpolter
02
18.12.2011, 12:08

Wenn sogar ein sicherlich engagierter Lehrer wie Nikki Glattauer Sätze der Verzweiflung von sich gibt, dann steht es um das System Bildung wohl nicht sehr gut. Wenn ausserschulische Organisationen da unterstützend eingreifen wollen um den größten Schaden abzuwenden - gute und sinnvolle Idee.

frustrierte frankfurter depressive debreziner
03
18.12.2011, 10:29

also was jetzt? kein lerncafe etwa? es wäre sinnvoller derartige initiativen zu unterstützen als bloss die erosion des gesellschaftlichen zusammenhalts zu beraunzen

Jene Grüne Straßenkatze
02
18.12.2011, 16:48
...

Der Punkt ist, dass das Auftauchen solcher Initiativen, so gut sie auch sind, ein Symptom für Schwächen des Systems ist. Wenn private, caritative Initiativen bei den grundlegensten Aufgaben des Staates in die Bresche springen müssen, stimmt schon einiges nicht mehr.

Das können nur noch die extremsten Liberalen und Neokonservativen gut heißen.

Erwin Wolfram
00
18.12.2011, 12:51
...

die erosion wird nicht bloss beraunzt, sondern die politiker bruesten sich mit der erkenntnis dass der finanzmarkt diktiert las erkenner. daher ist diese aktiv gewuenscht, was strafbar ist.

Graf Bobby
03
18.12.2011, 09:46
Ein wichtiges Argument fehlt

Die Eltern sind am Nachmittag schlicht nicht da, um mit Kindern Hausaufgaben machen zu können oder sie auch nur zu beaufischtigen. Sei es die promovierte Mutter, die nicht mehr wie noch vor 20 Jahren alles einfach aufgibt und bei den Kindern bleibt, sei es die Handelsangestellte, die ebenso wie ihr Mann in der arbeit ist.

Darauf muss man reagieren mit qualitätvoller Ganztagsbetreuung IN DER SCHULE.

Erwin Wolfram
30
18.12.2011, 12:50
...

sie irren sich sehr! es ist unfair zu meinen jemand ist schlicht nicht da, wenn er in 6ß h ein drittel des vorgeschriebenen gehalts erwirtschaftet um durch den verkauf von gebrauchtwaren die derivate der hersteller zu stuetzen. das ist nicht schlicht sondern verharmlosung eines wirtschaftsverbrechens wie es in nazistaaten ueblich ist.

Hanns Ch.1
00
18.12.2011, 02:11
aus den augen...

aus dem sinn,....man sieht diese jugendlichen doch meistens gar nicht, oder übersieht sie eben,.. wie so vieles, was unsere solidarität oder verantwortung benötigen würde,..
ich würde vorschlagen, dass man ihnen eine spielecke in den besseren cafehäusern und nobelrestaurants einrichten könnte,..
da könnten dann die tiefsinningen gespräche der gäste sofort ein reales gegengewicht bekommen,..
und es würde ihnen wohl einiges nicht mehr so schmecken,..

an kog
04
18.12.2011, 00:35
Problemjugendliche...

erinnert mich ein wenig an den Stoiberschen Problembären, der dann zu Schadbären deklariert wurde.
Ist hier die Steigerung auch "der Schadjugendliche"?

Erwin Wolfram
00
18.12.2011, 12:52
...

sind sie beamte, der eine neue aufgabe sucht, wo er machtmissbrauch und debil sein ueberdotiert bekommt?

an kog
02
18.12.2011, 13:26

also so richtig verstehe ich nicht was Sie meinen könnten.

Aber das ist Ihnen bei Meinem Posting offenbar auch so ergangen.

Peter Sichrovsky
11
17.12.2011, 22:51
Gut-Machen

Was haelt die MA des Standards davon ab, einen privaten Verein zu gruenden und jenes 'Gute' zu tun das man stets von anderen fordert.

Erwin Wolfram
00
18.12.2011, 12:53
...

die machen das was sie tun sehr gut, um uebrigen wuerde sie sich vor den organisierten uebergriffen der oesterreicher fuerchten denke ich mal und sie koennten es nicht zugleich unter den tische kehren wie die nazipsychologie die hier praktiziert wird.

Ingen Ting
02
17.12.2011, 22:37

Für alle, die so stolz darauf sind, dass sich ihr Schlüsselkinddasein doch nicht so negativ ausgewirkt hat: Seid froh, dass Ihr vielleicht bessere Lehrer hattet oder intelligent genug ward und keine zusätzliche Hilfe benötigt habt oder Eltern/Großeltern hattet, die euch falls notwendig etwas erklären konnten. Wer die Schuld bei den Migrantischen bzw. "Unterschichteltern" sucht, hat nichts verstanden. Genau dort wo die Eltern nicht können, dort muss die Gemeinschaft einspringen z.B. in Form eines ganztägigen Lernumfelds , je früher, desto besser.

bebop
30
17.12.2011, 22:17

Für die Problemkinder soll keine Kinderbeihilfe ausbezahlt werden. Das Geld muss für Nachhlife zweckgebunden verwendet werden.

hulu33
00
18.12.2011, 18:36

genau für solche kinder sollte eigentlich die sonderschule da sein.aber die will man ja abschaffen.

Leukozyt
 
00
19.12.2011, 01:24
ZUm Glück will man die abschaffen.

Schon Mal als Sonderschulabgänger auf Jobsuche gegangen?

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