Syrien im Sicherheitsrat

Offene Optionen

Kommentar | Gudrun Harrer, 16. Dezember 2011, 18:37

Wie im Fall Libyen stehen Peking und Moskau unter Druck

Russland und China sind zur taktischen Einsicht gelangt, dass sie eine Äußerung des Uno-Sicherheitsrats zu Syrien nicht ewig blockieren können: Auch wenn die Arabische Liga und sogar die Türkei im Moment wieder zögerlicher agieren - wegen berechtigter Zweifel, ob die Opposition Syrien nach einem Umsturz kontrollieren kann -, ist unleugbar, dass die Kritik am syrischen Regime kein westlich-imperialistisches Steckenpferd ist. Wie im Fall Libyen stehen Peking und Moskau unter Druck, weil sich auch frühere Partner Assads von ihm abwenden.

Der russisch-chinesische Resolutionsentwurf ist den anderen Sicherheitsratsmitgliedern jedoch zu äquidistant: Die Aufforderung zum Gewaltstopp an Regime und Aufständische klingt tatsächlich wie eine Gleichsetzung. Das widerspricht den Fakten: Die Demonstrationen begannen friedlich, und auch nach Monaten brutalster Repression gelingt es der Opposition, sie weitgehend so zu halten.

Aber ebenso ist die Existenz bewaffneter Gruppen nicht mehr zu leugnen, die den syrischen Staat direkt angreifen. Bisher schwindelt sich die internationale Gemeinschaft durch, etwa indem sie Opferzahlen nennt, ohne zu spezifizieren, dass auch Opfer dieser Gruppen enthalten sind. Sie zu verurteilen wäre ein Präjudiz gegen die Möglichkeit, militärisch mit ihnen zusammenzuarbeiten. Diese Option ist zwar - zumindest offiziell - nicht spruchreif, aber die Zeit könnte kommen, dass das anders gesehen wird. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.12.2011)

red dog
00
18.12.2011, 17:22
Ach, die Harrer,

verwurschtelt wieder die Story! Dabei hatte sie schon den Faden in der Hand: die Gleichsetzung der bewaffneten Attacken sogenannter Rebellen (islamistische Libyer, Pakistani, Iraker, Libanesen, Söldner aus Saudi Arabien, Deserteure der syr. Armee) mit den militärischen Attacken der Armee Syriens kann Frau Clinton, und damit der Westen, offenkundig nicht dulden. Weil dann beide Seiten zur Verantwortung gezogen werden könnten. Die beliebte Schuldfrage hat dann plötzlich zwei Adressaten und Syrien platt zu machen geht dann nicht mehr so einfach. Aber das zu schreiben geht halt nicht im westlichen Mainstream, deshalb lieber verharrern bis alles klar ist....

Müllers Mops
00
29.12.2011, 11:16
Warum denn? Ist doch recht ausgewogen.

Kriegen doch beide Seiten ihr Fett ab..

der schwitzbär der schwitzt sehr
13
18.12.2011, 00:14
die Demonstrationen begannen friedlich

und die Antwort von Assad war friedlich: Parteien gründen und halt in Gotts Namen in die Richtung dieses lächerlichen Personenlistenwahlrechts gehen, das der Westen seinen Bürgern fälschlicherweise als Demokratie verkauft

Blöderweise begannen dann Gotteskrieger die Bevölkerung und Polizisten zu massakrieren, um die Lage zu eskalieren

Obwohl Regierung wie auch Bevölkerung lahm und gutmütig darauf reagierten, schafften sie es im Lauf von 6 Monaten logischerweise doch, mehr und mehr böses Blut zu schaffen

Ein von USA bezahlter Auslandsmob ("Nationalversammlung") hörte dann noch auf Fr.Clinton ("Angebot Assads nicht annehmen!")

Das soll kein Steckenpferd des Westens sein ?

Ohne westl. Anstichelungen hätten sich dort längst alle geeinigt!

santa fe
 
12
16.12.2011, 21:03

nicht-demokratie kann nicht mit noch mehr nicht-demokratie mit noch mehr massakern beseitigt werden, von einer noch weniger demokratischen weltmacht, die FI (finanzindustrie) heisst.

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