Historisches Tief des Salzburger Landeskulturbudgets
Salzburg - Deutlicher kann die Kritik an der Politik von Landeskulturreferent Landeshauptfraustellvertreter David Brenner (SP) kaum ausfallen: "Zu Zeiten der ÖVP war es besser", sagt Thomas Randisek, Geschäftsführer des Dachverbandes der Salzburger Kulturstätten zur sozialdemokratischen Kulturpolitik des Landes.
Für 2012 stehen 47,6 Millionen Euro oder 2,11 Prozent des Landesbudgets für Kulturausgaben zur Verfügung. Im Voranschlag werde nicht einmal die Inflation valorisiert, sogar in absoluten Zahlen sinke das Kulturbudget, hat man beim Dachverband ausgerechnet. Das Minus betrage 43.000 Euro.
Für die freien Kultureinrichtungen - also die 75 im Dachverband organisierten Kulturstätten - bleiben 4,6 Millionen. Ganze 21 Cent pro hundert Landeseuro stünden für die freie Szene bereit, lautet die Rechnung des Dachverbandes. Die "großen Acht" - Landestheater, Mozarteum Orchester, Festspiele und die großen Museen schlucken mit 34 Millionen rund drei Viertel des Budgets.
Nicht so zurückhaltend wie bei der Kulturförderung ist Brenner bei der Finanzierung von Prestigeprojekten. 300.000 Euro hat Brenner für einen mobilen Kunstpavillon des Architektenteams soma ausgegeben. Dieser wurde im Frühjahr ein Monat lang bespielt und verstaubt seither im Depot.
Recht aktiv ist der rote Landeskulturreferent auch, wenn es um die der "Farbenlehre" entsprechende Postenvergabe geht. Nach der Pensionierung des Referatsleiters für Kunstförderung im Amt der Landesregierung wurde die rote Erbpacht im Herbst mit einer SPÖ-Parteisekretärin nachbesetzt.
Lob gibt es vonseiten der freien Szene hingegen für die Stadt Salzburg. Mit 4,1 Millionen Euro sei das städtische Kulturbudget beinahe gleich hoch wie das des Landes, obwohl die Stadt nur 150.000 das Land aber 530. 000 Einwohner zähle. Der Anteil der freien Szene am Gesamtbudget beträgt mit diesen 4,1 Millionen beinahe ein Prozent. (Thomas Neuhold, DER STANDARD - Printausgabe, 17./18. Dezember 2011)