Keine Lösung in Sicht

Personal flüchtet aus Staatsanwaltschaft Wien

16. Dezember 2011, 17:43
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    foto: standard/möseneder

    Die Wiener Anklagebehörde hat ein Personalproblem: Neuanfänger hält es dort oft nur einige Monate. Das führe dann zu längeren Verfahren, sagt Leiterin Maria-Luise Nittel.

Eine Personalfluktuation von über 30 Prozent herrscht bei der Staatsanwaltschaft Wien - Die Verfahren ziehen sich hin, weil ständig ausgebildet wid

Wien - Dass das Image der heimischen Justiz im Keller ist, liegt zu einem nicht unwesentlichen Teil an der Staatsanwaltschaft Wien. Verfahren dauern Jahre bis zu einer Entscheidung, Ermittlungsschritte ziehen sich hin. Was man dort sogar eingesteht. Das Problem sei aber nicht Faulheit oder politische Willfährigkeit - sondern ein personeller Teufelskreis.

"Wir sind ein Ausbildungspool für andere Behörden und keine reine Ermittlungsbehörde mehr" , meint Maria-Luise Nittel, Chefin der Wiener Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, trocken. Eine Ansicht, die sie auch mit Zahlen belegen kann. "Wir hatten in jedem einzelnen der vergangenen drei Jahre eine Personalfluktuation von über 30 Prozent" , sagt sie. Der Grund dafür: Viele, die frisch anfangen, wollen auch möglichst schnell wieder weg - zu Gericht, zu anderen Staatsanwaltschaften oder auch in die Privatwirtschaft.

Die Grundlage wurde mit der Reform der Strafprozessordnung im Jahr 2008 gelegt. Es gab viele neue Planstellen für die Staatsanwaltschaften, für die neues Personal aufgenommen werden musste.

Doch dieses neue Personal muss auch erst angelernt werden:In den ersten drei Monaten muss bei der sogenannten Vollrevision ein erfahrener Kollege alles prüfen, was ein Neuling so macht. 25 Prozent der Arbeitszeit werden ihm dafür zugestanden.

Wenn der Anfänger allerdings nach einem Jahr die Behörde gleich wieder verlässt, muss bei null begonnen werden - wieder sind Ausbildungskapazitäten gebunden. "Diese Fluktuation wirkt sich massiv aus, es kommt zu Bearbeitungsrückständen" , meint Nittel. Wodurch der Job für Anfänger noch abschreckender wird.

Dazu kommt: Durch eine Pensionierungswelle wurden in anderen Justizbehörden Posten frei. Das hat wiederum Wiener Staatsanwälte im mittleren Alter bewogen, auf diese zu wechseln. "Der Mittelbau ist nach der Reform bei uns ausgedünnt worden" , schildert Nittel. Im schlimmsten Fall sind ab 1. Jänner 7,5 von 93 Planstellen überhaupt unbesetzt.

Auffällig ist, dass es sich um ein spezifisch wienerisches Problem handelt:Während hier die jungen Juristen liebend gerne Richter werden, ist es in Linz umgekehrt. Dort werden aus Richtern Ankläger. "Was man natürlich schon als Hinweis auf unterschiedliche Arbeitsbelastung deuten könnte" , merkt ein Ankläger aus einer anderen Behörde an.

Allerdings: Patentlösung hat Nittel für ihre Sorgen keine. Sie regt daher eine neuerliche Evaluierung der Planstellenverteilung innerhalb des Justizressorts an. Nur: Die gab es schon, und die Frage, wie man Arbeitsaufwand gerecht beurteilt, blieb offen. Andere meinen, man müsse finanzielle Anreize bieten.

Im Justizministerium kennt man die spezifische Lage, konkrete Pläne hat man dort aber nicht. (Michael Möseneder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 111
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hurchzua
01
22.12.2011, 16:05
Das problem ist klar:

1.) schlechte Führung der STA Wien
2.) zu geringe Bezahlung

f_ad
02
22.12.2011, 13:20

Das Problem fängt schon bei den "alten" Staatsanwälten an, die am Gang nicht zurück grüßen können, aber dann "angefressen" sind, und sich bei der Leitung beschweren, wenn man diese Spezies auch nicht mehr grüßt. Wir sind nicht mehr im Mittelalter, und das haben weder die Leitung noch die alt eingessenen Staatsanwälte kapiert. Höflichkeitsformen sind nicht abhängig vom Dienstalter! Und genau das ist ein beschissenes Arbeitsumfeld (vom Inhalt her mal abgesehen).

Und das nächste Problem ist die Verteilung der Akten. Ja, es gibt das "Radl" aber schon komisch, dass die jungen Staatsanwälte immer wieder mit Patzen Akten dran sind (siehe Tierschutzprozess in Wr. Neustadt). Akten sollten auch nach Erfahrung gegliedert werden.

§83SPG
05
18.12.2011, 17:12

Ich bin immer wieder erstaunt, welches schlechte Standing die Justiz, im gegenständlichen Fall die Staatsanwaltschaft Wien, im Standard-Forum hat. Eigentlich ein Sittenbild.
Ich persönlich glaube, dass die in Wien keinen super Job haben und sich über zuwenig Arbeit nicht beschweren können. Dazu sind sie in einem der schwierigsten Bereiche tätig die man sich nur vorstellen kann, in der Rechtssprechung. Wenn ich die Vergleiche mit der Privatwirtschaft lese, kann ich mich eigentlich nur wundern. Hat hier irgendwer einen Job, der sich mit dem Führen eines strafrechtlichen Prozesses vergleichen lässt, bzw. bei dem das berufliche Handeln ähnliche Konsequenzen haben kann oder hat?

mstislav raskachlovitsch
21
19.12.2011, 08:16
Vergleich mit Privatwirtschaft!

Würde in der Privatwirtschaft ähnlich zaghaft/feige und unentschlossen entschieden werden wie es die Justiz mit den Urteilen handhabt, so wäre das private Unternehmen ruck-zuck unter der Erde.....
Leider wird in der Justiz die charakterliche Eignung für die Wahl des Berufes absolut unzureichend gewertet!

§83SPG
11
19.12.2011, 12:39

Was sie als zaghaft, feige und unentschlossen werten, könnte doch durchaus auch dem schweren Gewicht der Entscheidungen und den extrem unterschiedlichen Interessen der beteiligten Parteien geschuldet sein.
Ihnen ist schon auch klar, dass es vor Gericht oft um eines der elementarsten Menschenrechte geht, um die persönliche Freiheit!
Das mit der Privatwirtschaft zu vergleichen, zeugt von einem schrägen Werteverständnis.

Gschisti Bohawiczek
01
18.12.2011, 12:05
Mit einem Wort: Ein elendiger Sauhaufen und keine Änderung in Sicht.

Neza
00
18.12.2011, 09:42
aber die von KHG und Konsorten als korrupt bezeichnete Staatsanwältin ist noch da?

warum wohl ???

VierterDez
03
18.12.2011, 08:49
Nix gegen das Arbeitsinspecktorat

Dort ist Personalfluktuation 100% --> nicht nur in "BurnAut" sondern va in die früpension !

Erwin Wolfram
00
18.12.2011, 00:29
...

ja das regelt eh die polizei kurz http://www.heise.de/tp/artike... 099/1.html

Whistleblower1
01
17.12.2011, 19:40
Wär´s ein Wunder, immer so uninteressante Fälle

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boer... 5/index.do

Neza
40
17.12.2011, 19:33
zur Staatsanwaltschaft gehen von vornherein nur die schlechtesten Juristen

(Zitat Univ Prof Heinz Mayer), diese Behörde hat also genau den richtigen Ruf

DarwinsHammer
12
18.12.2011, 12:07

Deswegen sind dort auch nur gestandene Rote.

El Pais
25
17.12.2011, 19:27
wie dieses land und die justiz am sand ist:

würden die malversationen rund um die kampusch-justiz-affäre ans tageslicht kommen, könnte die ganze republik samt politiker zusperren und abtreten!

faktum ist auch, dass in den letzten zehn jahren kein korruptionsprozess zu einem rechtskräftigen urteil führte. österreich ist kein rechtsstaat - das recht geht von den verhaberten machthabern aus!

Ergreiferprämie
20
18.12.2011, 09:24

Es lebe das schwarz-weiß-Denken!

hanslblasta
30
18.12.2011, 00:03

woher beziehen Sie dieses sichere Wissen?
und womit können Sie Ihre Behauptungen belegen?

stoiker
01
18.12.2011, 00:34

aus der unmittelbaren vergangenheit.
lesen sie zeitung,informieren sie sich.

Dazu folgendes:
51
18.12.2011, 07:09

Sie informieren sich aber offensichtlich auch eher selektiv.

Neza
02
18.12.2011, 11:07
können sie mir eine positive Nachricht über die Staatsanwaltschaft Wien zeigen ?

Bhai Sahib
 
04
18.12.2011, 10:00
Aber:

Sie desinformieren offensiv!

public observer
 
123
17.12.2011, 19:26
Dem Staat muss das Recht genommen werden...

... über Recht zu entscheiden. Die repräsentative Demokratie wurde über Jahrzehnte derart korrumpiert, dass naturgemäß auch die dritte Gewalt im Staat vollkommen pervertiert ist. - Siehe Fall Kampusch.

Durch Amtsmissbrauch und der mangelnden strafrechtlichen Verfolgung der Malversationen von im politischen Proporz bestellten leitenden Staatsanwälten wird eben NICHT jenes Recht gesprochen, dass menschenrechtlich oder aus Perspektive des Völkerrechts gesprochen werden müsste. Der "Rechtsstaat" ist ein totalitäres System um Volk und Individuum zu knechten.

Österreichisches Recht ist schlichtweg Unrecht. Mehr noch: Was hier an Gesetzen produziert und an Normen, Erlässen, etc. geschaffen wird, ist reinster Staatsterror. Justiz privatisieren!

Erwin Wolfram
20
18.12.2011, 00:44
...

ich find er hat recht.

Monsieur Ridicule
00
19.12.2011, 10:41
Weil er

Faustrecht und Dorfschulzen-Scharia als das richtige Instrument für eine Gesellschaft des 21. Jahrhunderts hält ? Naja, Gottes Tiergarten ist groß.

stoiker
11
18.12.2011, 00:35

schwachsinn.

Neza
03
17.12.2011, 19:26
vielleicht stimmt dort in der Leitung etwas nicht, wenn so viele davonlaufen?

public observer
 
40
17.12.2011, 19:13
dem Staat das Recht nehmen...

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