Präsidentschaftswahl erneut gescheitert

16. Dezember 2011, 17:34

Nach Boykott der Kommunisten keine ausreichende Mehrheit

Chisinau/Bukarest - In der Republik Moldau  ist am Freitagnachmittag ein erneuter Versuch zur Wahl des Staatspräsidenten fehlgeschlagen. Der Kandidat der pro-westlichen Allianz für Europäische Integration (AIE), Marian Lupu, der sich im Parlament als einziger der Wahl gestellt hatte, konnte zwar alle Stimmen seiner Bündniskollegen für sich gewinnen, nicht aber die notwendigen zwei zusätzlichen Stimmen aus der Opposition. Die Kommunisten unter Ex-Staatschef Wladimir Woronin (PCRM) hatten die Abstimmung boykottiert. Vor einem Monat war bereits ein erster Wahlversuch daran gescheitert, dass keine Partei einen Kandidaten aufgestellt hatte.

Die AIE verfügt über 59 Sitze im Parlament. Für die Wahl des Präsidenten, der in Moldawien mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit vom Parlament bestimmt wird, sind aber 61 Stimmen notwendig. Die drei parteilosen Abgeordneten, die kürzlich aus der PCRM ausgetreten waren, stimmten gegen Lupu. Es war ihnen nicht gelungen, statt Lupu Ex-Regierungschefin Zinaida Greceanii bei der AIE als eigene Kandidatin durchzusetzen.

Mit dem Scheitern der heutigen Wahl ist die Republik Moldau, in der das Machtvakuum an der Staatsspitze seit zwei Jahren andauert, der Auflösung des Parlaments und der Organisierung vorgezogener Wahlen einen Schritt näher. Insgesamt stehen der jetzigen Regierung drei gültige Versuche zur Präsidentenwahl zur Verfügung. (APA)

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