Ein Flop, viel Streit, ein Volksbegehren

Ansichtssache20. Dezember 2011, 14:16
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Nach Protesten über mögliche Kürzungen beim Budget für die Universitäten und (wieder) schlechten Ergebnissen bei der PISA-Studie rief die Regierung das Jahr 2011 zum "Jahr der Bildung" aus. derStandard.at hat sich angesehen, welche Reformen bei Schulen und Universitäten vorangetrieben wurden, wo SPÖ und ÖVP noch streiten und wo gar nichts weitergegangen ist.

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foto: derstandard.at/winkler-hermaden

Die geplante Abschaffung der Hauptschulen und die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule (NMS) ist wohl die größte Reform im Bildungsbereich. Die NMS gibt es bereits seit dem Schuljahr 2008/09. Zentraler Punkt dabei ist, dass Schüler und Schülerinnen bis zur achten Schulstufe gemeinsam unterrichtet werden. Die Gymnasien bleiben bestehen. Wurde 2010 noch darüber gestritten, ob mehr als zehn Prozent der Schulen Neue Mittelschulen werden dürfen, haben sich die Koalitionspartner im "Jahr der Bildung" darauf geeinigt, dass alle Hauptschulen zur NMS umgewandelt werden sollen. Das Gesetz passierte bereits den Ministerrat. Der Lehrstoff an der NMS soll in den Pflichtfächern in "grundlegende" und "vertiefte" allgemeine Bildung aufgeteilt werden. Ein Übertritt an die AHS oder BHS ist dann möglich, wenn die Bildungsziele der viertieften allgemeinen Bildung in den Pflichtfächern erreicht wurden. Die Möglichkeit einer Aufnahmeprüfung besteht zwar immer, trotzdem befürchten Experten, dass ein Übertritt von der NMS auf eine AHS schwerer werden könnte, als bisher. Auch die (wenn auch zeitlich begrenzte) Aufteilung der Schüler in jene, die den grundlegenden Stoff lernen und jene, die in der vertieften Allgemeinbildung unterrichtet werden, wird kritisiert.

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