Nach wochenlangem Krankenstand gibt Skoblicki nun seine Gemeine auf
Linz - Der umstrittene konservative Pfarradministrator von Kopfing (Bezirk Schärding), Andreas Skoblicki, hat das Handtuch geworfen. In einem Brief an Bischof Ludwig Schwarz hat er das Amt zurückgelegt. Das berichtete die Diözese Linz in einer Presseaussendung am Freitag.
Skoblicki war seit Anfang Oktober im Krankenstand, weil seine Gesundheit aufgrund der heftigen Diskussionen um seine Person in der Öffentlichkeit sehr gelitten habe. Im November bat er um eine Auszeit. Die Zeit habe er genützt, um die pastorale Situation in Kopfing zu überdenken. Nunmehr teilte er seinen Entschluss mit, nicht mehr in die bisherige Aufgabe zurückzukehren und sein Amt als Pfarradministrator von Kopfing mit 31. Dezember 2011 niederzulegen. Da Schwarz die im Gespräch ausführlich dargelegten Argumenten gut nachvollziehen habe können, habe er diesen Rücktritt zum Jahresende angenommen, hieß es in der Aussendung.
Gmeiner bleibt Parrprovisor
Der Bischof dankte zugleich Skoblicki für seine geleistete seelsorgliche Arbeit sowie den Aufbau religiöser Gruppen in der Pfarre. Auch seinem interimistischen Vertreter Dechant Johann Gmeiner, Stadtpfarrer in Grieskirchen dankte er für dessen Einsatz und für Gespräche, in denen er sich um gegenseitiges Verständnis und um Versöhnung innerhalb der Pfarrgemeinde bemüht habe. Gmeiner habe sich bereiterklärt, weiterhin in Kopfing als Pfarrprovisor zu wirken, bis im kommenden Jahr eine definitive Nachbesetzung erfolgt.
"Kinder der Sünde"
Eine Aktionsgruppe hatte dem polnischen Geistlichen, der seit 2004 als Pfarradministrator in Kopfing tätig ist, vorgeworfen, für "sektenähnliche Zustände" verantwortlich zu sein. Beispielsweise habe er von unehelichen Kindern als "Kinder der Sünde" gesprochen, deren Nachkommen seien "verdammt bis in die dritte Generation". Schwarz wollte den Pfarradministrator ursprünglich per 6. Oktober entpflichten, weil ein Miteinander in der Gemeinde kaum mehr möglich schien. Später zog er seine Entscheidung wieder zurück. (APA)