Prostitutions-Gesetz hat Konkurrenz gebracht

16. Dezember 2011, 16:48
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Sexarbeiterinnen brauchen Klarheit über legale Standorte, so Eva von Rahden - Der 17. Dezember ist der Tag gegen Gewalt gegen Sexarbeiterinnen

Wien - Die Diskussionen darüber, wo die Anbahnung ihrer Geschäfte legal und damit sicher ist und wo nicht, verunsichere viele Prostituierte, sagte Eva von Rahden, Leiterin des Projekts "Sophie-Bildungsraumes für Prostituierte" am Freitag am Rande des Tags der Offenen Tür anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Sexarbeiterinnen in Wien. Durch die Einschränkungen, die das neue Prostitutionsgesetz mit sich gebracht hat, sei die Konkurrenz unter den Frauen gestiegen.

Seit das neue Gesetz Anfang November in Kraft getreten ist, sei die Geschäftsanbahnung nach Einschätzung des Projekts um rund die Hälfte zurückgegangen. "Die anderen Frauen sind für uns nicht mehr erreichbar", so van Rahden. Solange die Steuerungsgruppen der Stadt noch beraten, wollte sie das Gesetz an sich jedoch nicht kommentieren. Sie sieht es aber positiv, dass man sich "sehr viel Mühe gegeben" habe, Sexarbeit als Erwerbstätigkeit zu sehen. "Prostitution ist nämlich Erwerbstätigkeit, keine Persönlichkeitsstörung", betonte sie.

Von Armut betroffen

Der Verein "Sophie" der Volkshilfe bemüht sich darum, den Prostituierten die Informationen zu geben, die sie brauchen - wenn möglich in ihrer Muttersprache. Im vergangenen Jahr hatte er Kontakt zu 3.000 Frauen in Wien und zu 300 in Niederösterreich. 400 Frauen kamen in die Beratung, die größte Gruppe waren Ungarinnen. Ein wichtiges Thema sei die Armut, mit der die Frauen konfrontiert sind. Stark zugenommen habe auch die Frage nach dem Umstieg in einen anderen Job - die bevorzugten Branchen: Pflege und Tourismus.

Den Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Sexarbeiterinnen am 17. Dezember nimmt die Organisationen jedes Jahr zum Anlass, um auf die Situation der Prostituierten hinzuweisen. (APA)

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    foto: flyer "nacht der schlampen" - junge volkshilfe
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