Einzigartige Spezies

Der Nacktmull: Säureunempfindlich und mit Spermien im Kriechgang

16. Dezember 2011, 17:36

Die sehr spezielle Lebensweise des kleinen Nagetiers hat zu entsprechenden Anpassungen geführt

Washington/Berlin - Säure löst bei Nacktmullen keine Schmerzempfindung aus - warum das so ist, haben Berliner Forscher herausgefunden. Die etwa mausgroßen Nagetiere besäßen Schmerzrezeptoren mit einem speziellen Natriumkanal, erläutert das Team des Berliner Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) im Fachblatt "Science". Dieser werde von den Protonen blockiert, wie sie von Säuren abgegeben werden. In der Folge wird kein Aktionspotenzial ausgelöst - soll heißen: Die Nervenzelle "feuert" nicht, sie leitet kein Schmerzsignal weiter.

Normalerweise verursachen hohe Kohlendioxid-Konzentrationen und Säure bei Säugetieren sehr schmerzhafte Verätzungen und lösen Entzündungen aus. So sei das Gewebe von Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Rheuma stark mit Säure angereichert, was Schmerzen auslöst, erklärt das MDC. Deshalb können auch Substanzen, die den Kanal blockieren, in der Medizin eingesetzt werden - zum Beispiel zur lokalen Betäubung beim Zahnarzt. Menschen, bei denen der Kanal wegen genetischer Veränderungen beschädigt ist, fühlen keinen Schmerz.

Ungewöhnliche Spezies

Warum aber verzichtet der Nacktmull (Heterocephalus glaber) auf den eigentlich wertvollen Warnreiz? Der Grund dafür dürfte in der sehr speziellen Lebensweise des Tiers liegen. Nacktmulle sind fast blinde und kaum behaarte Nagetiere, die in unterirdischen Kolonien in den Halbwüstenregionen Ostafrikas leben. In ihrem Sozialverhalten ähneln sie in manchen Punkten staatenbildenden Insekten: Unter den etwa 300 Mitgliedern einer Kolonie sorgt nur ein einziges Weibchen für Nachkommen. Verschiedene Nagetierspezies haben ähnliche Mechanismen entwickelt, bei den Nacktmullen ist er jedoch am weitesten fortgeschritten: Das Alpha-Weibchen paart sich auch nur mit einem einzigen Männchen - und dieses hat mangels Konkurrenzdruck die vermutlich langsamsten Spermien im Säugetierreich, wie Forscher erst kürzlich herausfanden.

Entscheidend für die Säuretoleranz ist die unterirdische Lebensweise: In den Tunneln und Höhlen ist der Sauerstoffgehalt gering, der Kohlendioxidgehalt hingegen hoch. Dies könne zu einer Übersäuerung des Gewebes führen, schreiben die Forscher um Ewan St. John Smith. Vermutlich hätten die Nacktmulle die Säuretoleranz entwickelt, um unter diesen Umständen überleben zu können. (APA/red)

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19 Postings
slartibartfaß der Umwandler
00
21.12.2011, 12:40

errinnert mich irgendwie an eraserhead...

mäx chen
00
19.12.2011, 01:08

Ihnen dann aber zwei davon!

meineMeinung1969
33
17.12.2011, 18:37
Wozu ...

... wird auf ein Lebewesen Säure geträufelt? Was, wenn die Reaktion doch eine empfindliche gewesen wäre - das wusste ja vorher niemand? Wie enttäuscht waren die Forscher, als dass sich das Viech doch nicht vor Schmerzen krümmte? Koitus interruptus?

mM

lässt
00
18.12.2011, 23:02

Wie sollte man sonst feststellen, dass das Naktmullnervensystem nicht auf Säure reagiert?

nuts1
03
19.12.2011, 23:42

gar nicht.......wen interessierts niemanden...

lässt
00
20.12.2011, 16:55

es interessiert vl die leute, die aufgrund dieser erkenntnisse in die Richtung eines Schmerzmittels bei rheumatischen Erkrankungen forschen.

link siehe ein paar posts weiter unten.

leToma
 
92
17.12.2011, 13:00

und wieder ein paar tausend versuchstiere gequält, damit wir menschen unter umständen bei einer zahnbehandlung nicht so ein großes wehwehchen empfinden müssen . . .

Rigglerobber
01
17.12.2011, 14:43

wo lesen Sie in dem Artikel von ein paar tausend Versuchstieren? Oder ist dieses Posting mehr ein pawlowscher Reflex bei Ihnen?

smrti
00
18.12.2011, 18:09

davon kann man allerdings ausgehen, dass hier mit genug versuchstieren experimentiert wurde...

aetiology
03
17.12.2011, 14:36

Dir sei eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung und ohne Schmerzstiller für die Tage danach gegönnt

G. B. Corner
00
17.12.2011, 12:46

Zumindest weiß man jetzt, was die Vorfahren des Pitbull waren ... das mit der "Säuretoleranz" ist schlecht erklärt, wie unten schon wer bemängelt hat; vermutlich sind die Viecher auch nicht toleranter aber haben die Reaktionen blockiert.

Trurl
01
17.12.2011, 13:02

In Abhängigkeit vom Gradienten der pH-WertÄnderung.

So hab' ich's zumindest verstanden nachdem ich diese Version gelesen hab':
http://www.biotechnologie.de/BIO/Navig... BlId=74462

lässt
00
18.12.2011, 23:09

Danke für den link - um einiges informativer als hier.

Markus -
02
16.12.2011, 21:23

Um Gottes Willen - auf den ersten Blick hab ich gedacht, das wäre ein Gangrän!! !!

Harald Nowak
07
16.12.2011, 19:23
Ähm...

...da kommen permanent 2 Sachen durcheinander kommt mir vor: Säuretoleranz und nervöse Antwort auf Säure (in Form von Schmerzen) - ist jetzt das Gewebe und/oder sind die Organe des Nacktmull toleranter für niedrige pH Werte? Das hat nämlich per se rein gar nix mit der Schmerzempfindung zu tun.

2feet2go
00
17.12.2011, 01:10

Mir kommt auch vor da hat wer was nicht verstanden - oder nicht genau gelesen.

Zocker aus Leidenschaft
013
16.12.2011, 19:10

Schaut aus wie ein Penis, das Ding am Bild.

Sir JPS
00
17.12.2011, 22:06
aber der mann wichst fein mit handschuhen,

wahrlich stil! :-))

Charadrius dubius
021
16.12.2011, 19:28

Ein Penis mit Zähnen. Das androgene Gegenstück zur Vagina dentata. Gruselig!

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