Britischer Supreme Court nimmt Assanges Antrag auf Berufung an

16. Dezember 2011, 16:13

Gericht entscheidet abschließend über Auslieferung an Schweden

London - Das Oberste Gericht Englands hat dem erneuten Berufungsantrag des Mitbegründers des Enthüllungsportals Wikileaks, Julian Assange, stattgegeben. Eine zweitägige Anhörung sei für den 1. Februar 2012 angesetzt worden, erklärte das Gericht am Freitag. Der Supreme Court muss nun abschließend prüfen, ob Assange an Schweden ausgeliefert werden darf. Assange hatte Anfang November einen Berufungsprozess vor dem Londoner High Court gegen das Urteil der Vorinstanz verloren, die seiner Auslieferung zugestimmt hatte.

Assange soll im August 2010 mit zwei Schwedinnen ohne deren Einwilligung ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben. Die schwedische Justiz will ihn zu den Vorwürfen vernehmen. Assange bestreitet sie und sieht hinter ihnen ein politisches Komplott. Sein Umfeld fürchtet, dass der 40-jährige Australier von Schweden aus an die USA ausgeliefert werden könnte. Wikileaks hat unter anderem durch die Veröffentlichung vertraulicher US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen. (APA)

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
03
16.12.2011, 16:58
"Britischer Supreme Court"

Die Autoren dieses Artikels haben offenbar zuviele amerikanische Krimis gesehen: Der oberste Gerichtshof ist der Justizauschuss des House of Lords, mit Richtern in Peruecken, die zu Recht mit My Lord angesprochen werden!

Zur Strafe fuer diesen Amerikanismus sollte der Standardredakteur zu einem Jahr traditionell britischer Kueche verurteilt werden!

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
00
17.12.2011, 09:53
Eating Crow...

Tja, das kommt davon, wenn man zu sehr traditionsverhaftet ist und nicht auf dem Laufenden bleibt:
Seit 2005 hat England einen "Supreme Court",
http://en.wikipedia.org/wiki/Supr... ed_Kingdom

die "Lords Ordinary" gehoeren der Vergangenheit an.

Schade. So geht eben Tradition vor die Hunde. Aber was erwartet man von einer Nation, die einer Prinzessin Di ein Staatsbegraebnis gibt, anstatt sie nach dem traditionellen englischen Recht (google books gibt hier wundervolle Zitate - man google etwa prince wales royal consort violate chastity) wegen Verrates zu Tode zu verurteilen (Ich glaube nicht, dass die Gesetze Heinrich Viii diesbezueglich jemals explizit aufgehoben wurden - wurden ja bei Anne Boleyn angewandt!).

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