Das zweiteilige Aufnahmeverfahren an der FH Wien ist die erste Hürde, die bestanden werden muss
Studienplätze an der FH Wien der WKW sind begehrt. Jedes Jahr bewerben sich im Schnitt 3500 Interessierte für insgesamt 592 verfügbare Bachelorstudienplätze. Bei den Masterstudien zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Auswahl erfolgt durch ein mehrteiliges Aufnahmeverfahren, bei dem neben Allgemeinwissen auch Teamfähigkeit und Social Skills getestet werden. Jeder, der vollständige Bewerbungsunterlagen an die FH schickt, wird zum ersten Teil des Aufnahmeverfahrens, dem Computertest, eingeladen. Die Literatur hält dafür viele Vorbereitungsmöglichkeiten bereit. Von logischen Denkaufgaben bis zu kniffligen mathematischen Rechenübungen und Tests zum Allgemeinwissen.
Pragmatisch ging Alexander Ebhart, im dritten Semester des Bachelors Kommunikationswirtschaft, an das Aufnahmeverfahren heran. Außer mit ein paar Online-Tests hat er sich nicht vorbereitet. "Wenn ich es nicht schaffe, dann ist es vielleicht auch nicht das Richtige für mich" , erklärt er seine Beweggründe. Das Studium der Kommunikationswirtschaft zählt zu den beliebtesten an der FH. Für die 74 Plätze bewerben sich fast 600 Interessierte. Den zweiten Teil des Aufnahmeverfahrens, in seinem Fall ein persönliches Bewerbungsgespräch, vergleicht Ebhart mit der mündlichen Matura. Drei Personen des Instituts stellten die Fragen. Beispielhaft nannte er: Was würde Ihr Klassenvorstand über Sie sagen? Oder: Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag Bundeskanzler wären. Auch für diesen Teil hat er sich nur im Internet schlaugemacht. "Wenn ich in der Kommunikation nicht improvisieren kann, ist das sicher das falsche Studium", sagt er.
Mehr Zeit in die Vorbereitung investierte Elisabeth Thalndorfer. "Nach der Matura war ich zehn Jahre berufstätig und etwas weiter weg von Prüfungssituationen" , sagt sie. Daher hat sie passende Literatur konsumiert. Man könne sich aber ohnehin nur bedingt vorbereiten, vieles sei mit dem Hausverstand zu lösen, sagt die Bachelorstudentin für Tourismus. Immerhin rund zwei Drittel der Bewerber schaffen den ersten Teil des Aufnahmeverfahrens. "Das Schwierigste war aber die Zeit, bis ich die Zusage zum Studium bekommen habe", ergänzt sie. Denn das hat fast einen Monat gedauert.
Mit intensiver Zeitungslektüre hat sich Ivana Martinovic auf das Aufnahmeverfahren für das Masterstudium Journalismus und Neue Medien vorbereitet. Für die 37 Studienplätze haben sich im letzten Jahr 169 beworben. Auch sie musste als erste Hürde den Computertest bestehen. Zeitunglesen sei dafür eine gute Vorbereitung gewesen. Im zweiten Teil wurden dann die journalistischen Fähigkeiten abgeprüft. So richtig vorbereiten könne man sich dafür nicht, sagt sie. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.12.2011)