FH-Aufnahmeverfahren

Erst die Prüfung, dann das Studium

16. Dezember 2011, 17:08

Das zweiteilige Aufnahmeverfahren an der FH Wien ist die erste Hürde, die bestanden werden muss

Studienplätze an der FH Wien der WKW sind begehrt. Jedes Jahr bewerben sich im Schnitt 3500 Interessierte für insgesamt 592 verfügbare Bachelorstudienplätze. Bei den Masterstudien zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Auswahl erfolgt durch ein mehrteiliges Aufnahmeverfahren, bei dem neben Allgemeinwissen auch Teamfähigkeit und Social Skills getestet werden. Jeder, der vollständige Bewerbungsunterlagen an die FH schickt, wird zum ersten Teil des Aufnahmeverfahrens, dem Computertest, eingeladen. Die Literatur hält dafür viele Vorbereitungsmöglichkeiten bereit. Von logischen Denkaufgaben bis zu kniffligen mathematischen Rechenübungen und Tests zum Allgemeinwissen.

Pragmatisch ging Alexander Ebhart, im dritten Semester des Bachelors Kommunikationswirtschaft, an das Aufnahmeverfahren heran. Außer mit ein paar Online-Tests hat er sich nicht vorbereitet. "Wenn ich es nicht schaffe, dann ist es vielleicht auch nicht das Richtige für mich" , erklärt er seine Beweggründe. Das Studium der Kommunikationswirtschaft zählt zu den beliebtesten an der FH. Für die 74 Plätze bewerben sich fast 600 Interessierte. Den zweiten Teil des Aufnahmeverfahrens, in seinem Fall ein persönliches Bewerbungsgespräch, vergleicht Ebhart mit der mündlichen Matura. Drei Personen des Instituts stellten die Fragen. Beispielhaft nannte er: Was würde Ihr Klassenvorstand über Sie sagen? Oder: Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag Bundeskanzler wären. Auch für diesen Teil hat er sich nur im Internet schlaugemacht. "Wenn ich in der Kommunikation nicht improvisieren kann, ist das sicher das falsche Studium", sagt er.

Mehr Zeit in die Vorbereitung investierte Elisabeth Thalndorfer. "Nach der Matura war ich zehn Jahre berufstätig und etwas weiter weg von Prüfungssituationen" , sagt sie. Daher hat sie passende Literatur konsumiert. Man könne sich aber ohnehin nur bedingt vorbereiten, vieles sei mit dem Hausverstand zu lösen, sagt die Bachelorstudentin für Tourismus. Immerhin rund zwei Drittel der Bewerber schaffen den ersten Teil des Aufnahmeverfahrens. "Das Schwierigste war aber die Zeit, bis ich die Zusage zum Studium bekommen habe", ergänzt sie. Denn das hat fast einen Monat gedauert.

Mit intensiver Zeitungslektüre hat sich Ivana Martinovic auf das Aufnahmeverfahren für das Masterstudium Journalismus und Neue Medien vorbereitet. Für die 37 Studienplätze haben sich im letzten Jahr 169 beworben. Auch sie musste als erste Hürde den Computertest bestehen. Zeitunglesen sei dafür eine gute Vorbereitung gewesen. Im zweiten Teil wurden dann die journalistischen Fähigkeiten abgeprüft. So richtig vorbereiten könne man sich dafür nicht, sagt sie. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.12.2011)

Kommentar posten
11 Postings
justice1
01
19.3.2012, 13:48

Die Aufnahmetests sind wirklich sehr schwer. Dennoch bekommen Bewerber mit den richtigen Bekannten immer einen Studienplatz...

a_waunsinniga
01
16.1.2012, 21:34

Diese Tests sind teilweise ein Witz. Ich habe damals meinen Bachelor gemacht und habe mich danach auf der Fh des Bfi beworben für Logistik und Transportmanagement. Jedoch für den Bachelor weil mir ein ECTS Punkt gefehlt hat. Weil ich das unbedingt machen wollte, wollte ich ein Jahr Bachelor/berufsbegleitend studieren. Als ich den Prüfungsstoff sah fragte ich mich was das denn bitte für eine Anstalt ist. Gefragt wurden Inhalte aus Lechner/Egger/Schauer --> eigentlich nicht schlecht, jedoch wurde der Stoff anscheinend aufbereitet, der keine Ahnung von BWL hat. Dieses 80-seitige Dokument hat so vor gravierenden Fehlern gestrotzt, dass mir schlecht wurde. Das zweite Dokument war ein Dokument vom PC-Führerschein von 1998!

Verbatim
20
18.12.2011, 23:25

Ist halt immer blöd wenn man pro Student sein Geld bekommt... wer wird dann schon kräftig aussieben? ... da klingen Pseudotests halt schon besser... leider...

dermartino
33
18.12.2011, 13:33

Werbeeinschaltung der FH Wien?

Ich kenne niemanden, der bei einem FH-Aufnahmeverfahren durchgefallen ist... und waren schon ein paar speziellere Kandidaten dabei.

Nicolai Wsewolodowitsch
40
17.12.2011, 14:02
bezahlte Werbung?

"Die Fachhochschulen erhalten vom Bund 7940 Euro pro Student einer technischen, 6510 Euro einer wirtschaftlichen Studienrichtung."

Wie die Erfahrung zeigt besteht die primäre Motivation darin, die maximale Anzahl der Studienplätze pro Jahrgang zu erreichen, um die maximale Förderung zu erzielen.

Der "Schwierigkeitsgrad" des (Computer)tests sollte daher stets unter Berücksichtigung der maximalen Anzahl an Studierenden pro Jahrgang betrachtet werden.

Id est, die persönliche Gewichtung der einzelnen Fachhochschulen durch den potentiellen Bewerber sollte auch anhand der Menge der aufgenommenen Studierenden pro Jahr vorgenommen werden, der Test selbst sagt sehr wenig über die Qualität der schlussendlich zugelassenen Studierenden aus.

Léonor de Guzman
21
17.12.2011, 14:28
sie haben

wohl überlesen, welcher überhang an bewerbern diese fh hat .......... also ist ihr 2 absatz völlig substanzlos

the comedian
 
125
17.12.2011, 02:01
vollschasschulen

werden durch kindische aufnahmetests auch nicht besser

iPost
00
24.1.2012, 23:46
der Elfenbeinturm

soll recht windig sein

manner mag man(n) eben ..
04
19.12.2011, 21:07

und haben sie denn persönlich diese aufnahmeprüfung schon absolviert oder reden sie nur groß?

fuchstritt
51
17.12.2011, 20:46

bruhaha, genau so is es.vollschaßschule, made my day.mag (vs), das gefällt mir u triffts auf den punkt

<!-- 42 -->
15
17.12.2011, 13:18
und ihr geseier dadurch nicht richtiger,...

die uni enthebt sie auch nicht ihres offensichtlichen ranges als verblendeter vollpfosten,....

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.