Signa vs. Berggruen

Kaufhof-Investorenrennen geht wohl ins neue Jahr

16. Dezember 2011, 18:52

Schärfster Konkurrent von Berggruen ist die österreichische Immobilienfirma Signa

Düsseldorf - Den mehr als 20.000 Kaufhof-Mitarbeitern wird voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr ein neuer Eigentümer der Warenhauskette präsentiert. Der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns Metro hat sich zwar am Freitag mit den vorliegenden Angeboten für Kaufhof beschäftigt, aber keine Entscheidung getroffen. Der Vorstand um den scheidenden Konzernchef Eckhard Cordes hat den Aufsichtsräten die Angebote für Kaufhof aber im Detail vorgestellt. Die Gespräche mit den beiden Kaufhof-Interessenten - dem österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko und dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen - werden nun fortgesetzt.

Signa gegen Berggruen

Das Bieter-Rennen um Kaufhof mit den mehr als 100 Häusern in besten Innenstadtlagen versuchen gleich mehrere Investoren für sich zu entscheiden. Vor der letzten Aufsichtsratssitzung der Metro in diesem Jahr legte Nicolas Berggruen ein verbessertes Angebot vor. Ein Sprecher des US-Investors, dem schon die etwa gleich große Warenhauskette Karstadt in Deutschland gehört, bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Information der Zeitung "Handelsblatt".

Laut "Handelsblatt" beinhaltet das verbesserte Offert nicht nur einen höheren Preis für die zum Verkauf stehende Metro-Tochter. Es werde außerdem auch deutlich, dass Berggruen an Kaufhof mit seinem Management und Mitarbeiterstamm festhalten wolle. Seit mehreren Jahren wird über ein Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt in der Handelsbranche diskutiert. In dem Zusammenhang tauchten auch Befürchtungen auf, dass es zu massiven Einschnitten kommen könnte.

Schärfster Konkurrent von Berggruen ist die österreichische Immobilienfirma Signa, die in den vergangenen Monaten in der Favoritenrolle zu sein schien. Signa-Chef Rene Benko hat bereits ein bindendes Angebot für Kaufhof vorgelegt. Zur Höhe wollte sich der Immobilienunternehmer nicht äußern. Beobachter vermuten, dass in den kommenden Tagen weitere Gespräche mit Berggruen und Benko stattfinden sollen. Außerdem hatte ein Konsortium um den Ex-KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban Interesse an Kaufhof bekundet.

Immobilien von Wert

In der Branche wird der Unternehmenswert von Kaufhof auf zwei bis drei Mrd. Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. Kaufhof erzielte 2010 einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro und einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn von 138 Mio. Euro. Die Metro veröffentlicht nicht, was ihre Töchter unter dem Strich verdienen. Neben mehr als 100 Warenhäusern und 16 Sporthäusern in Deutschland betreibt Kaufhof 15 Filialen in Belgien unter der Marke "Inno". (APA)

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