Viele Arzneimittelschränke sind Endlager für abgelaufene, vergessene und manchmal hochgefährliche Alt-Arzneien
Regensburg - Bei „Erster Hilfe" ist eine gut geführte Hausapotheke unverzichtbar. Ihr Sinn und Nutzen liegt auf der Hand, schließlich ereignen sich mehr Unfälle im Haushalt, im Garten, auf Treppen, Leitern, Gerüsten und Geländern als im Straßenverkehr. 100 Millionen Mal pro Jahr, so die Schätzungen, verletzen sich Bundesbürger im Haushalt, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt. Ohne Pflaster, Desinfektionsmittel und Mullbinden wäre die „Erste Hilfe" ein Problem.
Viele Hausapotheken gleichen aber oft eher einer Sondermülldeponie für Alt-Arzneien als einer Erste-Hilfe-Station. Da finden sich angebrochene Packungen von Mitteln gegen Bluthochdruck oder Gicht, noch halb volle Tuben von Rheumasalben und nicht aufgebrauchte Antibiotika oder Pilzmittel. Ein solches Durcheinander kann auch gefährlich werden: Viele Mittel werden zu lange gelagert, das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Wurden bei Erkrankung eines Familienmitglieds etwa ganz bestimmte Arzneien verordnet, dürfen diese nicht einfach von jemandem anderen genommen werden. Nebenwirkungen sind nicht auszuschließen.
Trockener, kühler Ort
Was die Hausapotheke sein sollte: Ein „Rettungsanker" für die „Erste Hilfe" bei kleineren Verletzungen oder bei körperlichen Missbefindlichkeiten und Unwohlsein. Die Hausapotheke sollte neben den unten zusammengestellten Bestandteilen auch alle wichtigen Adressen und Telefonnummern enthalten (Ärzte, Notdienste, Vergiftungszentrale, Notruf), die im Ernstfall lebensrettend sein können. Und schließlich: Die Hausapotheke sollte an einem trockenen und kühlen Ort plaziert sein. Wenn Kinder im Haus sind, sind Erste-Hilfe-Schränke abzuschließen, damit Medikamente nicht mit Smarties verwechseln werden.
Bei der Auswahl von Verbandsstoffen, Krankenpflegeartikeln oder Arzneimitteln ist eine Beratung in der Apotheke hilfreich. Auch Preis- und Qualitätsvergleiche lohnen sich. (red)