In unserer Auswahl finden Sie unter anderem Tipps zur gesunden Lebensführung und Interessantes zum Thema Gendiagnostik
Schmunzeln statt Zeigefinger
Gesund oder nicht gesund: Im Alltag ist das immer öfter die Frage.
Die Marketingabteilungen von Lebensmittel- und Pharmaindustrie sind
erbarmungslos, und der Mensch ist bereit, alles Mögliche zu glauben.
Werner Bartens, Wissenschafts-redakteur der Süddeutschen Zeitung, nimmt
sich der vielen vermeintlichen und manchmal tatsächlich wirksamen Tipps
zur gesunden Lebensführung in seinem Buch Glücksmedizin an. Diäten,
Alkohol, Sport, Vitamine, Sex, Schlaf und Vergesslichkeit: Bartens,
selbst Arzt, liefert die medizinischen Grundlagen ("Es gibt keine
Schlacken im Körper") und findet die wissenschaftliche Evidenz für seine
Argumente in Studien ("Untersuchungen der Harvard-Universität an 12.000
Männern haben ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts
durch regelmäßiges Trinken etwas gemindert wird, weil mäßiger
Alkoholkonsum den Blutdruck senkt") - Quellenangaben inklusive.
Vor allem ist Bartens aber auch ein guter Autor, der die Sache mit
Humor angeht. Schmunzeln statt Zeigefinger ist bei der
Informationsvermittlung die Devise, auch schwierige Sachverhalte werden
kurzweilig präsentiert. Nach der Lektüre darf man sich gegen leere
Versprechen gerüstet fühlen. Und wer es vergisst, kann nachschlagen: Am
Ende jedes Kapitels sind alle Argumente zusammengefasst - als Liste.
(pok)
DNA-Striptease einer Neurobiologin
Es sind bereits etliche Bücher geschrieben worden, die sich mit den
Chancen und Risiken der Gendiagnostik beschäftigen. Selbst
Genomik-Pionier Craig Venter plaudert in seiner Autobiografie
ausführlich darüber, welche Besonderheiten seine DNA aufweist, was das
für ihn für Folgen hat und noch haben könnte.
Geradezu einen genetischen Striptease legt im Vergleich dazu die
renommierte dänische Wissenschaftsjournalistin Lone Frank in ihrem
internationalen Bestseller Mein wundervolles Genom hin. Hellsichtig
nimmt sie dabei einiges vorweg, was uns allen in den nächsten Jahren an
personalisierter Medizin mit all ihren kaum noch abschätzbaren
Konsequenzen blühen könnte.
Frank berichtet in einem höchst lebendigen Erzählton nicht nur
darüber, was die DNA-Tests über ihre Krankheitsrisiken aussagen können,
was nicht - und wie sich das auf ihr Leben auswirkt. Vor allem ist die
promovierte Neurobiologin an neuen Erkenntnissen der Verhaltensgenetik
interessiert, um ihre eigenen seelischen Kämpfe, ihre depressiven
Episoden oder ihren Hang zum Alkohol besser zu verstehen.
All das geschieht bestens informiert und zugleich sehr persönlich und
offen, was Mein wundervolles Genom zum zurzeit wohl zum ehrlichsten
Buch über das komplexe Thema Gendiagnostik macht. (tasch)
Durch die grauen Zellen spazieren
Die Welt durch die Lupe eines Hirnforschers betrachten: Wer das
einmal ausprobieren will, sollte sich an den niederländischen
Neurobiologen Dick Swaab halten. Ehemals Professor an der Universität
Amsterdam, hat der 1944 geborene Wissenschafter seine ganze Berufs- und
Lebenserfahrung in Wir sind unser Gehirn gepackt. Anatomie, Anomalie,
Entwicklung: Mit diesen Bausteinen gelingt es ihm, alle Phänomene des
Geistes bis hin zu Bewusstsein, Moral und Religion zu erklären - und das
im Plauderton. Zu Beginn ist das etwas gewöhnungsbedürftig, doch wer
sich darauf eingelassen hat, genießt den Blick des Hirnforschers, der
mit großem Selbstverständnis Stellung bezieht: Computerspiele,
Pädophilie, Aggression, Glaube, Sterbehilfe: Swaab hat zu vielen
aktuellen gesellschaftlichen Debatten eine klare Meinung - man mag zwar
nicht immer seiner Meinung sein, zum Denken regt das Buch aber in jedem
Fall an.
Swaab verpackt sein umfassendes Wissen über das Gehirn in für Laien
verständliche, kurze Kapitel. Das macht die Lektüre vergnüglich, auch
wenn die Themen oft hochkomplex sind. Was Swaab aber noch schafft: Er
arbeitet viel Anekdotisches aus seinem Leben ein, skizziert Diskussionen
unter Wissenschaftern und zeichnet so das Bild einer Disziplin, die
sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. (pok)
Homöopathische Dosen voll Medizin
Fragen, die um die Gesundheit kreisen, können fesseln. Die
Schulmedizin ist nicht wegzudenken. Dank neuer operativer Methoden
können Menschen vom fast sicheren Tod ins Leben zurückgeholt werden.
Nicht minder ist die Homöopathie zu loben. Durch den speziellen Zugang
kann mitunter in Situationen geholfen werden, wo sonst nichts mehr geht.
Sieghard Wilhelmer hat in seinem mit Anekdoten gespickten Buch Der
Magen auf Zimmer 4 auf den Punkt gebracht, was zählt: den Menschen in
seiner Gesamtheit sehen. Und vor allem: zuhören. Das Patientengespräch
gehöre mit zum Wichtigsten, um mit einer adäquaten Behandlung zu
beginnen, die nicht die Symptome kuriert, sondern die Ursachen bekämpft.
(stro)
Gesund lachen, nicht dumm und dämlich
Lachen wir, weil wir glücklich sind, oder sind wir glücklich, weil
wir lachen? Keine Frage, meint der indische Yogalehrer Madan Kataria,
Lachen mache glücklich und gesund. Der Inder hat dem Wiener Musik- und
Atemtherapeuten Peter Cubasch das Lachen beigebracht. Ob er denn wohl
noch als Psychotherapeut und Uni-Lehrer ernst genommen werde, so
lachend, fragte sich Cubasch. Die Ängste waren unbegründet. Peter
Cubasch entwickelte aus seinen Lachyoga-Erfahrungen eine eigenständige
Methode des Lach- und Atemtrainings. Mit dem reich bebilderten Buch
Lachen verbindet erzählt er über das Lachenlernen und die Wirkung des
angewandten Lachens. Eine beiliegende CD ermuntert zu Lachyoga und
Meditation. (jub)