Doris Hummer will die Direktoren mit mehr Macht ausstatten: Sie sollen ihre Wunschlehrer auswählen und nach einem Jahr bewerten
Die Entscheidung, an welcher Schule Junglehrer eine Stelle bekommen, soll in Oberösterreich in Zukunft nicht mehr der Landesschulrat alleine treffen. Die Direktoren sollen ein Wörtchen mitzureden haben und sich aus einer Gruppe von Bewerbern ihren Wunschkandidaten auswählen dürfen. Das sieht ein Gesetzesentwurf der ÖVP-Bildungslandesrätin Doris Hummer vor, berichten die Oberösterreichischen Nachrichten.
Das landesweit gültige Objektivierungsgesetz bleibe dabei bestehen. Junglehrer, die auf eine Stelle in einer Volks- oder Hauptschule warten, werden weiterhin nach bestimmten Kriterien wie Ausbildung, Zusatzqualifikation, Berufsbiographie oder sozialen Komponenten gereiht. Wer an erster Stelle gereiht ist, darf sich für eine frei werdende Stelle bewerben.
Kandidatenauswahl
Gibt es in einem Schulbezirk aber beispielsweise acht freie Stellen und ebenso viele Bewerber, kann der Direktor seinen Wunschkandidaten wählen. Wählen mehrere Direktoren denselben Kandidaten, darf sich der Lehrer aussuchen, an welche Schule er gehen will. Wird ein Bewerber von keinem Direktor gewählt, "dann bemüht sich der Bezirksschulinspektor um eine Lösung." Aber keinem Direktor dürfe ein Kandidat aufgezwungen werden, sagt Hummer.
Beurteilung durch Direktoren
Hummer fordert zudem, dass die Arbeit der Junglehrer nach einem Jahr vom Direktor bewertet wird. Fällt die Beurteilung positiv aus, kann der Lehrer an der Schule bleiben. Fällt sie negativ aus, muss sie der Lehrer verlassen und sich anderswo um eine Stelle bewerben. "Die Ablehnung eines Lehrers muss natürlich sachlich und schlüssig begründet werden", sagt Hummer in den OÖN.
Das Mitspracherecht für Direktoren muss allerdings erst vom Landtag beschlossen werden. Grüne und FPÖ signalisierten Zustimmung. Die SPÖ ist skeptisch: "Wir wollen kein Hire and Fire. Wichtig ist, dass die Junglehrer bestmöglich ausgebildet und beim Berufseinstieg begleitet werden", sagte Klubchefin Gertraud Jahn. Es gebe noch sehr viele offene Fragen. (red, derStandard.at, 16.12.2011)