Auf Kurs

Commerzbank will Kapital­loch ohne Staat stopfen

16. Dezember 2011, 09:35

Warschau - Die Commerzbank sieht sich auf Kurs, ihr Fünf-Milliarden-Kapitalloch ohne Staatshilfe zu stopfen. Dazu sollen Randgeschäfte verkauft, Gewinne einbehalten und Risikopositionen etwa bei der Krisentochter Eurohypo abgebaut werden, wie Vorstandschef Martin Blessing der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview sagte. "Mit dieser Kombination von Maßnahmen wollen wir - auch wenn es ehrgeizig erscheint - unser Ziel erreichen und die Kapitallücke in dem vorgegebenen Zeitrahmen schließen." Experten bezweifeln, dass Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus diese Herkulesaufgabe ohne ein drittes Hilfspaket vom Staat bewältigen kann.

Nach Informationen aus Finanz- und Koalitionskreisen führt die Commerzbank schon seit Tagen intensive Gespräche in Berlin. Blessing betonte, dabei gehe es nicht um Verhandlungen über Staatshilfe: "Die Regierung hat sehr deutlich gemacht, und wir auch, dass wir in regulären Gesprächen miteinander sind. Aber wir verhandeln nicht über ein Staatshilfe-Paket", sagte er auf die Frage, ob das Institut derzeit darüber spricht.

Verhandlungen im Feber

Formelle Verhandlungen sind auch erst möglich, wenn der neue Bankenrettungsfonds seine Arbeit aufgenommen hat. Dies ist aller Voraussicht nach im Februar der Fall. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Wiederbelebung des SoFFin vorsieht, mit dem die Commerzbank schon in der ersten Finanzkrise 2008/09 gerettet worden war.

Der SoFFin II soll es Banken dieses Mal erlauben, belastende Staatspapiere in eine staatliche "Bad Bank" auszulagern. Ob dies auch eine Möglichkeit für die Commerzbank und ihren Staats- und Immobilienfinanzierer wäre, dazu wollte sich Blessing nicht äußern. Er räumte allerdings ein, dass die Eurohypo die maßgebliche Ursache für die Kapitalprobleme ist. "Fast das gesamte Loch von 5,3 Milliarden Euro geht auf die Eurohypo zurück." Der von der EU geforderte Verkauf der Tochter bis 2014 sei aktuell unmöglich. "Wir prüfen derzeit Optionen, um die Risiken in diesen Portfolien zu reduzieren."

An Polen soll die Schrumpfkur in der Bilanz vorbeigehen, wie Blessing bekräftigte. Ein Verkauf der dortigen BRE Bank stehe nicht auf der Agenda. "Wir betrachten Polen als unseren zweiten Kernmarkt." Auch Kredite sollten nicht gekürzt werden. "Wir haben hier eine wichtige Position und werden als Gruppe weiter Kredite zur Verfügung stellen." (Reuters)

CEEIT
00
16.12.2011, 11:05
No way!!!!

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