Psychoaktive Substanzen

"Legal Highs" werden verboten

16. Dezember 2011, 08:39

Unkalkulierbares Risiko bei Konsum von synthetisch hergestellten Stoffen mit psychoaktivem Wirkpotential - Ab 1. Jänner 2012 Freiheitsstrafen für Händler - Konsumenten straffrei

Wien - Synthetisch hergestellte Stoffe mit psychoaktivem Wirkpotenzial, bei denen es sich um Forschungschemikalien beziehungsweise großteils um Abfallprodukte aus der Arzneimittelforschung handelt, werden ab 1. Jänner 2012 in Österreich verboten. Das "Neue Psychoaktive Substanzen Gesetz" (NPSG) sieht für Händler Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren vor. Konsumenten sollen straffrei bleiben.

Diese sogenannten "Legal Highs" sind vor allem bei jungen Konsumenten beliebt. Die Chemikalien zum Einnehmen oder Schnupfen und Kräutermischungen zum Rauchen wurden - meist per Internet - als "legale Alternative" zu den üblichen und verbotenen Drogen angeboten. Bisher hinkten die Regierungen europaweit mit Verboten einzelner Inhaltstoffe hinterher - diese wurden nach einem etwaigen Verbot einfach leicht abgeändert, um die Substanzen weiter legal an die Konsumenten zu bringen.

Auswirkungen unbekannt

Durch den Gebrauch sind Konsumenten einem unkalkulierbaren Gesundheitsrisiko ausgesetzt, weil die Auswirkungen der oft noch unerforschten Substanzen nicht bekannt sind. Die Konsumenten sollen durch das NPSG aber geschützt und nicht kriminalisiert werden.

Ab Februar machen sich Hersteller und Vertreiber von "Legal Highs" in Österreich strafbar. Wird der Straftatbestand erfüllt, ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zu rechnen. Bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe sind vorgesehen, wenn die Straftat eine Gefahr für Leben oder Gesundheit von mehr als zehn Menschen herbeiführt. Die Strafuntergrenze beträgt hierbei ein Jahr. Stirbt ein Mensch durch den Konsum oder liegt eine schwere Körperverletzung bei mehr als zehn Personen vor, wird der Täter mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bestraft. Die legale Verwendung dieser Chemikalien zu gewerblichen Zwecken oder zu Forschungszwecken wird von dem Verbot nicht berührt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 35
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funMasta
00
21.12.2011, 19:41
ALKOHOL ist eine Substanz / Zubereitung,

die die Fähigkeit besitzt, bei ihrer Anwendung im menschlichen Körper eine psychoaktive Wirkung herbeizuführen und nicht der Einzigen Suchtgiftkonvention 1961, BGBl. Nr. 531/1978, oder dem Übereinkommen von 1971 über psychotrope Stoffe, BGBl. III Nr. 148/1997, unterliegt

2. „psychoaktive Wirkung“ die mit Halluzinationen oder Störungen der motorischen Funktionen, des Denkens, des Verhaltens, der Wahrnehmung oder der Stimmung einher gehende Anregung oder Dämpfung des Zentralnervensystems

3. „Substanz“ eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung

4. „Zubereitung“ ein Gemisch oder eine Lösung, das oder die eine Neue Psychoaktive Substanz oder mehrere solcher Substanzen enthält

funMasta
02
21.12.2011, 20:30
Was wird die Folge sein ?

Noch schneller als bisher kommen immer mehr, immer weniger getestete und qualitätskontrollierte Substanzen auf den Markt, schließlich kann man bis zu einem offiziellen Verbot am Schwarzmarkt jede menge Geld verdienen. Schlimmsten Falls werden Substanzen zweckentfremdet, was die ganze Problematik noch gefährlicher macht.

Was wäre die Alternative?

Die kontrollierte Abgabe entsprechender Substanzen durch Kontrollen wie z.B. Altersbeschränkungen bis hin zur Rezeptpflicht für harte Drogen.

Nur so kann ein vernünftiger Umgang und Prävention funktionieren.

Durch ein Verbot werden nur Reize geschaffen und eine vernünftige Prävention, auch an den Schulen verhindert.

M L3
00
14.2.2012, 16:55
Altersbeschränkung: Ja, Rezeptpflicht ist ziemlich sinnlos

Zum Arzt geht man schließlich, wenn man krank ist. Was soll der Arzt den diagnostizieren, wenn ich zB psychedelische Drogen einnehmen wollte. Oder sollte der vorher überprüfen, ob sie mir nicht (übermässig) schaden? Diese Verantwortung wird kein Arzt übernehmen können und wollen. Die muß ich schon selbst tragen.

funMasta
00
14.2.2012, 19:43
Hab ja extra geschrieben:

Rezeptgebühr bei harten Drogen.

Ja, ein Arzt wird z.b. ein Rezept für Heroin aus der Apotheke ausstellen, wenn er einen Opiatsüchtigen behandelt. Viele der Substitutionsmittel sind nämlich sogar gefährlicher als Heroin, v.a. wenn sie zweckentfremdet konsumiert (z.b. gespritzt statt oral eingenommen) werden. Für einen Drogenmediziner macht es keinen Unterschied ob er Substitol, Methadon oder Heroin verschreibt, wenn er das auch darf, denn der Vorteil von Heroin aus der Apotheke ist, dass es qualitätskontrolliert ist / sein sollte.

Superhead
 
02
19.12.2011, 18:55
Verbote heben die Preise und das Angebot wird steigen.

...und in der nächsten Statistik stellt man Anstiege der gefundenen Mengen um bis zu ...meinetwegen...200% fest.
Also auf zum nächsten Verbot von irgendwas.

Liebe Politik!
Ist schon jemandem aufgefallen, dass durch Verbote die Märkte für Händler erst richtig attraktiv werden?

Wollt Ihr mir ernsthaft einreden, dass zum Thema "Finanzwirtschaft" eure Experten IMMER Recht haben, bei Fragen in der Drogenpolitik ANERKANNTE Experten (z.B. Sozialarbeiter), die zumindest zu >75% richtig liegen, NIE ernst genommen werden?

Eure bezahlten "Finanzexperten" wären alle schon reich, wenn sie wüssten, wie es läuft.

Auto Bus
32
19.12.2011, 01:01
habe nie verstanden

warum sich geistig gesunde menschen freiwillig mit chemischen stoffen ihr gehirn kaputt machen wollen. ich liebe mein bewusstsein zu sehr als dass ich es riskieren wuerde es wegen einem kurzem rausch zu zerstoeren um dann mit geistiger behinderung weiter zu vegetieren. die faehigkeit zu denken, wahrzunehmen, abstraktes denken, fantasie, philosophieren, zu lernen, entdecken, beobachten, analysieren, sich wissen anzueignen, fuehlen, lachen, lieben etc. das ganze emotionale spektrum ist mir zu teuer und lebenswichtig als dass ich sie freiwillig mit zerstoerung oder sei es auch nur mit einer beintraechtigung zum spasszwecken gefaehrden wuerde.

AltFreak
01
19.12.2011, 09:46

Ich gebe Ihnen sogar teilweise Recht, glaube allerdings, daß eine differenziertere Sichtweise dem Thema angemessen wäre.
Der Grat zwischen Missbrauch und Gebrauch ist bei allen Substanzen ein schmaler. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, daß der Gebrauch gewisser Substanzen zu einer echten (verzeihen Sie mir das abgenutze Wort) Bewußtseinserweiterung und Intensivierung der Fähigkeiten, die Sie so sehr schätzen, führen kann.
Der seit 20 Jahren bekiffte Freak, der sein Leben nur gerade so auf die Reihe kriegt, ist natürlich das Negativbeispiel. Auch der ausschließliche Gebrauch als "Partydroge" ist symptomatisch für unsere Gesellschaft. Aber in diesen Bereichen ist die Volksdroge Alkohol das weitaus größere Problem....

spartacus1020
00
19.12.2011, 09:35
sie technokratischer spiesser sie };->

Der, der es besser weiß
02
19.12.2011, 04:15

Ich versteh es auch nicht.

Aber der Körper gehört jedem selbst und folglich hat man das Recht ihn auch zu zerstören.

Deshalb bin ich dafür alle Drogen und auch Doping im Sport zu erlauben.
Wenn die alle tot umfallen ist das ihre eigene Schuld, das haben sie selbst gewählt und der Staat darf diese Freiheit nicht nehmen.

Handsome Bob
01
18.12.2011, 18:49
blanke idiotie

das ändert an der nachfrage genau nix

Nick Knattertoni
04
18.12.2011, 17:03

was wird genau verboten? das versprechen eine highs mittles chemikalien und/oder kraeuter? falls letztes kann man auch krautertee (gutenmorgen-tee) verbieten, falls erstes, wuerden da auch energydrinks reinfallen..
die entscheidungen duerften willkuerlich fallen.

Lilith Boessse
 
04
17.12.2011, 14:03
"legal high"

tanzen

holotropes atmen

guter sex

laufen

ringelspiel fahren

....

mäx chen
01
17.12.2011, 17:52

alles strafbar!

spartacus1020
00
19.12.2011, 09:36
und das zu recht!!! ^^

Zarathustra
04
17.12.2011, 13:00
Konsumenten straffrei und Händler in Österreich strafbar......Auf gut Deutsch:

Es ändert sich eh nix. Das Zeug halt dann einfach übers Internet bestellen und noch besser: Pfeifts auf diese dämlichen Gesetze, die euch erst dazu drängen euch so einen Mist zu kaufen und bauts selbst an. Ich komm auch ganz gut allein zurecht. Ich brauch dazu nicht die Gesetze dieses Staates einhalten.
Ich hab vor ein paar Tagen mit einem Taxler gesprochen, der mir seine Lebensgeschichte erzählt hat und welche Hürden er nehmen musste, damit er hier nicht mehr auf Kosten des Steuerzahlers degenerieren muss, sondern produktiv sein darf. Da hats mir immer mehr gedämmert: Dieser Staat hat meine Kooperation gar nicht verdient. 70% Steuern abführen (alles Steuern zusammengerechnet) reicht für sich allein bereits.
Gruß
Ein Nichtkiffer

AltFreak
05
17.12.2011, 11:40

Die Zeiten ändern sich...als Youngsters waren wir die besten Kunden einer Kräuterhandlung...Damianatee, Besenginster, Kavawurzeln...
Die Motivation war natürlich dieselbe: der drohenden Faust des Gesetzes durch legale Alternativen zu entgehen und pure Lust am Experimentieren.
Wir konnten auch noch mit 12 Zigaretten kaufen und mit 15 eine Flasche Whisky. Trotzdem sind wir nicht alle Alkoholiker und Drogensüchtige geworden.
Ich beneide die Jugendlichen, die mit immer mehr Verboten in einer immer spießigeren Gesellschaft aufwachsen müssen, die nur die Konsumsucht als verbreitete Sucht wünscht, nicht. Auch wenn ich persönlich den Konsum synthetischer Substanzen mangels legaler gesundheitlich vertretbarer Alternativen für bedenklich halte..

Peter Widzky
00
18.12.2011, 16:52

sehe ich auch so, die gefahr beginnt erst so richtig wenn man den legalen rahmen verlassen hat.

subspace99
20
17.12.2011, 20:23

Ganz so durch die rosa Brille würde ich das dann doch nicht sehen. ~38 % der ÖsterreicherInnen sind Nikotin-abhängig, jeder Zehnte wird in seinem Leben alkohol-abhängig.

Also alle nicht, ein erschreckend hoher Teil aber schon.

spartacus1020
00
19.12.2011, 09:41
ja das ist ja genau das paradoxe....

tschik und alk sind die industrialisierten "legal highs", mit denen sich trefflich steuergelder lukrieren lassen und die auch von mächtigen lobbies verteten, stets danach trachten alles was ihre sucht-monopole ersetzen könnten zu kriminalisieren.

weis waswill
04
16.12.2011, 22:20
Wird Alkohol auch verboten?

Ist doch auch ein "legal high", um in der Fachsprache zu reden.
Wär' schade, hab Bier und Wein sehr gern'.

Ulrike Reiter
14
16.12.2011, 17:37
Das Kräuterweiblein weiß Rat

Unter uns liebe Kinder: Das Zauberwort lautet Muskatnuss. Bei der Dosierung ist allerdings maximale Vorsicht geboten, denn ein wenig zu viel (durchschnittlich um die 5 Gramm und mehr) und das Leben ist vorbei oder man verbringt das restliche Sein mit schweren Behinderungen. Hm, vielleicht ist das doch kein guter Rat? Ich glaube, liebe Kinder, dass Ihr doch eher andere Drogen nehmen solltet, selbst wenn sie illegal sind.

DENKT DENN NIEMAND AN DIE KINDER? MUSKATNUSSVERBOT JETZT!

Fritz Meyer
00
16.12.2011, 16:30
Velocet or Synthemesc or Drencrom.

Die Droogs werden schon bald was anderes finden.

hugoundso
015
16.12.2011, 17:51
suche

ist die entstehung dieser legal highs nicht ein suchen nach alternativen zu thc?
wer braucht dieses gedöns, wenn er sich sein gras in einer "grastrafik" o.ä. holen könnte?
wenn die neuen stoffe so unabsehbar gefährlich sind, wieso nicht die alten, gut getesten erlauben und die suche somit unterbinden?

ach ja. ich habe vergessen. klüger ists natürlich alles zu verbieten.

macstar
80
16.12.2011, 19:21
da trommeln sie wieder, unsere kiffer-freunde

aber nein, die meisten dieser legal highs waren upper/stims und daher eher mehr die mdma/speed alternative. teilweise sogar mit beeindruckender therapeutischer Wirkung, wie mir mal gesagt wurde.

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