Die Junge Industrie übte sich in Scherz, Satire und Ironie
Leichtgläubigkeit muss ziemlich verbreitet sein, sonst würden nicht dauernd Mails wie diese eintrudeln: "Ich bin Herr Abdulaziz Mohammed, der Sohn des persönlichen Chief Security auf die späte Libyen Präsident Col. Muammar Gaddafi befestigt, bevor er von den Rebellen Kraft (Nato) führte getötet. Ich habe einen gegenseitigen Geschäftsbeziehungen Vorschlag. Es geht um die Übertragung einer großen Summe Geld."
Manche fallen auf derlei Internetbetrug herein. Ein ähnlich schlichtes Gemüt liegt vor, wenn die Meldung geglaubt wird (auch von einigen Krawallzeitungen), dass in Wien jetzt eine "Schule für Sex" gegründet wurde. Es stellt sich nun heraus, dass die Junge Industrie - sozusagen die jungen Feuerköpfe der Industriellenvereinigung - hinter diesem Hoax steckt. Der übrigens sogar ganz amüsant ist.
Allerdings kommt hinter dieser Übung in "Scherz, Satire, Ironie" eine etwas krampfige "tiefere Bedeutung" hervor. Es ist nämlich so, dass die Junge Industrie auf die Wichtigkeit einer Pensionsreform aufmerksam machen wollte, weil ... ja, weil? Na, weil ohne Sex kein Nachwuchs und ohne Nachwuchs keine Pensionsbeitragszahler möglich sind!
Äh, ja. Zweifellos. Schule für Sex - Pensionsreform. Dieser Sinnzusammenhang erschließt sich sofort. Und wenn nicht - die Welt weiß jetzt, dass in der Jungen Industrie ein paar urcoole Typen sitzen. (DER STANDARD, Printausgabe 16.12.2011)