Der designierte Intendant Roland Geyer denkt "kreativ" über eine Neukonzeption der Seebühne nach. In Festspiel-, Rat- und Landhaus ist man irritiert, was wiederum Geyer überrascht
Bregenz
- Roland Geyer managt zwar noch das Theater an der Wien, ist aber
gedanklich schon am Bodensee, wo er ab 2016 die Intendanz der Bregenzer
Festspiele übernehmen wird. "Massive Umbaupläne" habe Geyer für die
Seebühne, kolportiert News und zitiert Geyer mit: "Jetzt geht es darum, dass die Seebühne bis 2015 neu konzipiert wird. Sonst sind meine Pläne obsolet."
Weder im
Festspielhaus noch bei der Besitzerin des Festspiel-areals, der Stadt
Bregenz, noch in der Kulturabteilung des Landhauses weiß man etwas von
Umbauplänen. Technische Sanierungen, wie alle paar Jahre üblich, stünden
auch in den nächsten Jahren auf dem Finanzplan, heißt es.
Gerd
Alfons, technischer Direktor der Festspiele, bestätigt die Notwendigkeit
technischer Sanierungen, aber auch Überlegungen, wie die Bühne über das
nächste Jahrzehnt hinaus funktionieren könne. "Wir sind am Beginn einer
Diskussion", sagt Alfons und betont nachdrücklich: "einer
ergebnisoffenen Diskussion." Wenig Freude mit Geyers unabgesprochenem
Vorstoß hat der Vizepräsident der Festspiele, Hans-Peter Metzler. Der
Unternehmer wird sich nächsten Frühling um die Nachfolge von
Festspielpräsident Günter Rhomberg, der Geyer nach Bregenz holte,
bewerben. Metzler: "Wahrscheinlich wurde Geyer fehlinterpretiert. Er
wird das richtigstellen müssen." Man diskutiere in Bregenz keinen großen
Umbau, sondern über technische Sanierungen und Möglichkeiten, die
Bühnentechnik effizienter zu machen.
Roland Geyer kann die Aufregung in Bregenz nicht verstehen. "Anscheinend ticken die Uhren in Vorarlberg anders", sagt er im STANDARD-Gespräch.
Man habe ihn ja engagiert, weil man sich von ihm eine neue Pionierphase
erwarte. Über diese Neukonzeption denke er nun kreativ nach. Aus seiner
Sicht geht es darum, die Seebühne "fitter" zu machen. "Das reicht vom
Unterwasserbereich bis zum Bühnenbild."
Sollte
es kein Geld geben, sei er flexibel genug umzudenken, sagt Geyer. Der
Sager von Plänen, die dann obsolet würden, sei weder als Drohung noch
Drohgebärde gemeint. Er komme 2016 fix nach Bregenz. Ende 2013 wolle er
seine Programm- und Bühnenpläne vorstellen. (Jutta Berger / DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011)