Vorarlberg

Keine Pflegeplätze für Migrantenbabys

15. Dezember 2011, 18:29
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    foto: epa/narendra shrestha

    "Es wird immer schwieriger, Pflegeeltern zu finden", sagt Silvia Zabernigg vom Vorarlberger Kinderdorf.

Das Vorarlberger Kinderdorf sucht Pflegeeltern für sechs kleine Mädchen und Buben

Bregenz - Sechs Babys und Kleinkinder, eines davon gerade erst auf die Welt gekommen, warten im Vorarlberger Kinderdorf auf einen guten Pflegeplatz. Fünf der kleinen Mädchen und Buben haben Migrationshintergrund, ihre Eltern kommen aus Ost- und Südosteuropa, sind teilweise schwer traumatisiert. Die Kinder leben zurzeit in sogenannten "Krisenpflegefamilien". Diese Auffangeinrichtung ist aber nur für kurzfristige Betreuung gedacht.

"Es wird immer schwieriger, Pflegeeltern zu finden", bedauert Silvia Zabernigg, Leiterin des Pflegekinderdienstes im Vorarlberger Kinderdorf. Waren die Pflegekinder vor zehn Jahren noch alle aus Vorarlberger Familien, steige die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund zusehends. Zabernigg glaubt nicht, dass Ausländerfeindlichkeit der Grund für die fehlende Bereitschaft ist, Pflegekinder aufzunehmen: "Es liegt eher daran, dass immer weniger Menschen langfristig Verantwortung für ein Kind übernehmen wollen", sagt die Psychologin.

Langfristig bedeute einige Jahre, "manche bleiben bis zur Volljährigkeit". Zabernigg begründet die Schwierigkeit, Pflegeeltern zu finden, mit dem gesellschaftlichen Wandel: "Die Zeitressourcen sind begrenzt, der Druck auf Familien wächst ständig. Ein Kind muss in die Alltagsstruktur, in die Familienplanung passen."

Genaue Prüfung

Auch das Bild der Pflegemütter habe sich gewandelt. Sie sind längst nicht mehr Hausfrauen, die sich um eine Schar Kinder kümmern, sondern sind berufstätig, arbeiten Teilzeit. "Um ein Baby aufzunehmen, muss man aber die Berufstätigkeit für eine Weile aufgeben, damit man sich auf die Bedürfnisse des Kindes konzentrieren kann."

Der Kinderwunsch allein macht noch keine guten Pflegeeltern aus. Bevor ein Kind an einen Pflegeplatz vergeben wird, prüfen die Expertinnen des Kinderdorfs genau, ob ein Paar, eine Familie, geeignet ist. Wesentliche Voraussetzung ist die Bereitschaft, mit den leiblichen Eltern zu kooperieren. Silvia Zabernigg: "Die Kinder brauchen den Kontakt zu den richtigen Eltern. Pflegeeltern müssen akzeptieren, dass der Kontakt für die psychische Entwicklung des Kindes wesentlich ist." Auf diese Kooperation werden Pflegeeltern intensiv vorbereitet, bekommen die Unterstützung des Kinderdorfs. Was aber noch fehle, sei die Schulung in interkultureller Begegnung. (Jutta Berger, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
angelvoices
10
Mama lernt Verhütung

könnte auch am Programm stehen...

BirdFlewBy
00
Ich würde gerne so ein Kind adoptieren,

nur eine Pflegemütter sein würde ich aber nicht.

mstislav raskachlovitsch
10
Apropos!

Wo wurden die kleinen Afghanen untergebracht, die als Alleinreisende (ohne Eltern!) im Burgenland aufgegriffen worden sind?

Elisa B
12
30.12.2011, 09:53
zur Adoption freigeben!

Das Pfegeelternsystem atugt nicht. Kinder von unfähigen asozialen und wasweißichwas für Familien sollte man zur Adoption freigeben. Das ist für alle das Beste!

Rosa Stahl
01

zur Adoption freigeben können nur die leiblichen Eltern, egal wie gut oder schlecht sie sind.

Und das hat auch einen guten Grund, denn ansonsten wäre der Behördenwillkür Tür und Tor geöffnet.

Der Kluge
00
20.12.2011, 14:28

Das ist eine sinnvolle Sache. Ein von den Unannehmlichkeiten, die einem langfristig Erfüllung bereiten.
Wer kann, soll das machen.

susannista
10
19.12.2011, 20:11
"richtige Eltern"

-- bin ich die Einzige, die diese Formulierung stört?

Rosa Stahl
11

nein, sind Sie nicht. auch mich störts.

Die "richtigen" Eltern sind die, die letztlich die soziale Elternschaft übernehmen. Das können die leiblichen Eltern sein oder andere.

living reef
43
17.12.2011, 09:38
solange sich männer nicht ebenso für kinderbetreuung/-erziehung zuständig sehen

wird diese problematik der weniger werdenden pflegekinderplätze ansteigen. es darf dochnjicht wahr sein, dass kinder noch immer nur den frauen "umgehängt" werden. frauen werden damit meist bis an ihr lebensende in die armutsfalle gedrängt. gerade bei pflegekindern gilt auch nicht die ausrede, dass "die mutter" ihren ganz "natürlichen mutterinstinkt" folgt und der erwerbsarbeit fernbleibt, um sich der kindererziehung zu widmen.

moody 100
 
05
17.12.2011, 08:10
das Problem...

ist wahrscheinlich nicht, dass niemand "langfristig Verantwortung übernehmen" oder die Arbeit dafür aufgeben will, sondern dass Pflegekinder eben jederzeit den leiblichen Eltern "zurückgegeben" (sorry) werden müssen. Damit muss man mal leben, wenn man ein Kind aufzieht.
Adoptionsinteressierte Eltern gibt es genug.

Frusty
24
16.12.2011, 19:13
Problem Sozialarbeiter

Haben nach 1,5 Jahren als Pflegeeltern aufgegeben nachdem die Sozialarbeiter den leiblichen Eltern mehr (Besuchs-)Rechte geben wollten. Die haben ja das Kind nicht erziehen können! Könnten uns vorstellen dass das bei Migrationskindern noch problematischer ist.

ClaraZ
00
17.1.2012, 14:47

Ich verstehe nicht, ganz was das Problem bei vermehrten Besuchen ist!?
Sinn der Fremdunterbringung ist, Kinder aus einer akuten Gefahrensituation heraus zu nehmen. Die Eltern haben dann die Möglichkeit an sich zu arbeiten und sollten somit auch die Möglichkiet bekommen, bei Verbesserung der Situation ihre Kinder öfter zu sehen.
Generell ist IMMER das Ziel, die Kinder wieder in ihre Ursprungsfamilie rückzuführen, wenn es dem Wohl des Kindes nicht schadet.

Haupt Stadt
00
20.12.2011, 09:52

Nicht die Sozialarbeiter sondern die Gerichte entscheiden immer öfter für eine Ausweitung der Besuchskontakte!

Irgendein Jürgen
04
17.12.2011, 23:45

Ich kenne nur die Umstände von Kinderdorfkindern, aber dort ist es ähnlich.

Die Kinderdorfmutter muss sich ca. 50 Wochen pro Jahr um das Kind kümmern, es erziehen und mit begrenzten Ressourcen haushalten. Ca. 2 Wochen pro Jahr gibt's Heimaturlaub bei den leiblichen Eltern. Dort ist alles erlaubt was man will, es gibt Berge von Geschenken und keine Regeln. Wer ist für das Kind der Böse, die die es abgeschoben haben, oder die die es aufziehen?

chaote2
 
75
16.12.2011, 15:12
kein inntesses ?

Denke es ist ein Problem bei Immigranten aus dem muslimischen Raum welch ja immer mehr werden.
Pflegefamilie christlich will zb . ja eine christliche ERZIEHUNG- ELTERN MUSLIME WOLLEN EINE MUSLIMISCH ERZIEHUNG. Ramadam, Weihnachten ,Ostern ,Kopftuch ect. sind dann die Streitfälle.
Paßt halt alles nicht zusammen.

tassen im schrank
71
16.12.2011, 18:59
Es ist schon sehr interessant, dass es immer wieder Leute gibt, ...

...die hier ihre abstrusen Theorien zum besten geben, ohne nur ansatzweise Ahnung vom Inhalt des Artikels zu haben.

Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob der Artikel einfach nicht gelesen wurde oder ob es an der Auffassungsgabe von chaote2 happert...

ente gut alles gut
02
16.12.2011, 17:10

Sie sollten den Text genauer lesen, es geht um eine KURZFRISTIGE Krisenbetreuung.

Angelika70
03
17.12.2011, 00:56

Den Textabschnitt über Langfristigkeit haben sie gelesen?

ente gut alles gut
02
17.12.2011, 17:09

Schon, denke da wurden aber zwei Dinge vermischt - eigentlich hat der Bericht ja die kurzfristige Betreuung als Aufmacher und dann wirds allgemein....

ClaraZ
00
17.1.2012, 14:36

Also es geht im ersten Absatz um die kurzfristige Betreuung. Aber der Artikel dreht sich um Pflegeeltern generell.
Vielleicht zum besseren Verständnis: generell werden Pflegeeltern nur bei Kleinen Kindern eingesetzt, da ältere Kinder sonst (zumindest in Wien) zuerst in Krisenzentren und dann entweder wieder zurück zur Familie oder in betreute Wohngemeinschaften der MAG11 kommen.
Krisenpflegeltern:
Das sind Pflegeltern, die eigentlich nur für eine kurze Zeitspanne (zwischen 8 und 12 Wochen; da es aber oftmals, wie in dem Artikel erwähnt, zuwenige "richtige" Pflegeeltern gibt, auch länger) die Kleinkinder bei sich aufnehmen.
Pflegeeltern:
Die Pflegeeltern nehmen dann die Kinder längerfristig auf.

1., 2. und 3.
03
16.12.2011, 16:47
Warum ?

Könnten sich ja auch muslimische Familien als Pflegefamilien bewerben, warum nicht ? Aber vielleicht wird in diesem Bereich einfach vom Jugendamt zu wenig Werbung gemacht, die wissen gar nichts von den Möglichkeiten ?

niewieder nett
 
12
16.12.2011, 16:31

blödsinn. wer sein kind hergibt oder nicht behalten kann wird sich auch nciht drum kümmern, wie das kind erzogen wird. ich hab nciht viel erfahrung aber ich kenne zwei krisenmütter...das ist einfach ein shic job. unglaublich traurig. unglaublich anstrengend. vor allem babys die auf entzug auf die welt kommen und und und. das ist ein harte materie.

Challange122
01
16.12.2011, 12:02
man darf auch die finanzielle Herausforderung nicht übersehen.

ein Kind kostet nicht zur Zeit und Arbeit. Die Entschädigung ist gering. Warum sollte also jemand seine Arbeit unterbrechen. Auch wenn die Bereitschaft da wäre, hat man doch langfristig nur Nachteile (Pension...) Das hat uns unsere Familienministerin doch dezidiert erklärt. Leider

Verbatim
317
16.12.2011, 11:44

klar... wenn die biologischen "Eltern" dann doch wieder mal Lust auf "Kind" haben wird alles hinten angestellt... Und die die sich um alles kümmern dürfen dann brav kuschen... fein...

und keiner meldet sich Frau Psychologin? ... vielleicht haben sie auch genug von Gesprächen mit Ihnen...

ente gut alles gut
20
16.12.2011, 17:15

Noch einer der nicht sinnerfassend lesen kann und keinen Dunst hat, aber Weisheiten verbreitet.

Es geht hier um die kurzfristige Unterbringung von Kindern, deren Eltern traumatisiert sind. Hätten Sie auch nur ein bisschen mehr Ahnung von der Materie als "Frau Psychologin" - wobei Ihr Posting zeigt, dass dies nicht der Fall ist - würden Sie wissen, was das heisst und keinen Stumpfsinn verzapfen.

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