Finanzhilfe

Europa ist reich genug

Kommentar | András Szigetvari, 15. Dezember 2011, 18:04

Die Eurozone braucht keine Finanzhilfen aus Ländern wie China und Brasilien

Wie hilflos Europa in der Schuldenkrise agiert, zeigt, dass auf der verzweifelten Suche nach Geld nun selbst Länder wie Brasilien und China angepumpt werden. Besser lässt sich Investoren gar nicht zeigen, wie sehr die Währungsunion an ihren eigenen Fähigkeiten zweifelt, die Krise bewältigen zu können.

Beim EU-Gipfel vergangene Woche wurde eine Aufstockung der Gelder des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 200 Milliarden Euro beschlossen. Das Geld wird von den Notenbanken kommen. Der IWF soll gestärkt werden, um im Ernstfall selbst ein Land von der Größe Italiens auffangen zu können. Doch die Deutsche Bundesbank droht, die Aktion zu blockieren, sollten nicht auch einige Schwellenländer Geld geben. Damit soll der Anschein vermieden werden, dass Europas Notenbanken über den Währungsfonds-Umweg verbotene Staatsfinanzierung betreiben. Zugleich soll mit den Beiträgen sichergestellt werden, dass genug Geld für neue Rettungspakete vorhanden ist.

Dabei ist nicht einzusehen, dass Brasilien und China herbeieilen sollen, um Europa zu helfen. Beide mögen aufstrebende Nationen sein und über hohe Geldreserven verfügen. Doch die sozialen Probleme sind in China wie Brasilien enorm und erinnern eher an bitterarme Entwicklungsländer. Das Pro-Kopf-Einkommen Italiens ist mehr als dreimal so hoch wie jenes in Brasilien. Für die Lateinamerikaner gäbe es also bessere Möglichkeiten, um sein Geld zu investieren.

Der springende Punkt ist aber, dass die Euroländer über genügend Geld verfügen, um die Krise allein zu meistern. Das gilt mit Ausnahme Griechenlands für jeden Staat der Währungsgemeinschaft und für keinen so sehr wie für Italien.

Dort ist die Staatsverschuldung mit 121 Prozent der Wirtschaftsleistung zwar gigantisch. Aber das Finanzvermögen von Bürgern und Unternehmern ist mit 170 Prozent der Wirtschaftsleistung weitaus größer. Die norditalienischen Regionen Trentino-Südtirol und Veneto zählen zu den reichsten Regionen in Europa. Sprich: Es ist genug Geld und Vermögen da, auf das der Staat zurückgreifen könnte.

In Rom wurden bereits einige Reformen auf den Weg gebracht. Doch die Abgabenlast im Land ist laut OECD immer noch deutlich niedriger als in Österreich oder Deutschland. So ist es etwa nicht nachvollziehbar, warum Italien trotz der beispiellosen Turbulenzen an den Finanzmärkten den Spitzensteuersatz bei 43 Prozent belässt und keine Vermögenssteuern einführt. Das Ganze muss sozial abgefedert passieren - allerdings wird es keine Möglichkeit geben, Einschnitte bei der breiten Masse zu verhindern.

Jeder, der so tut, als gebe es vorgefertigte Entwürfe für die richtige Staatssanierung, ist ahnungslos oder unterschätzt die Problematik. Wenn nun Italien, Österreich, Spanien und Portugal ein Sparpaket nach dem anderen auflegen, droht das Wachstum in Europa voll abgewürgt zu werden. Damit wären alle Sparanstrengungen umsonst. Andererseits geben die Finanzmärkte derzeit vielen Euroländern nur sündteure Kredite. Die Wirtschaft auf Pump anzukurbeln, um der Krise zu entwachsen, erscheint also unmöglich. Ein Einschreiten der Europäischen Zentralbank ist auch nicht risikolos.

Europa wird also weiter nur die Auswahl zwischen schlechten Optionen haben und auf einem schmalen Grat wandern müssen. Doch das Beispiel Italien zeigt, dass es dabei noch genügend Spielraum gibt. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 15.11.2011)

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Anaxagoras
00
26.12.2011, 14:13
Die Autorin hat von den Gesetzmäßigkeiten der Volkswirtschafttslehre........

....keine Ahnung. Es widerspricht allen Regeln, das Privatvermögen zur Gegenfinanzierung der Staatschulden anzurechnen. Damit würde die gute Frau faktisch die Vermögenden enteignen. Und das ist gegen die Verfassung. Traurig für den Stndard, eine solche Koryphäe zu beschäftgen.

videoopa
00
21.12.2011, 22:44
ja ja 99% wollen nur 1 % zu ist das liebe Leute

http://www.youtube.com/videoatta... D6vgb1x84U

uncle sam3
54
16.12.2011, 15:11
warum immer

nur kommentare von ahnungslose linke, die keine wirtschaftliche zusammenhänge verstehen.

zur info: alle staaten in der EU haben in 2008 sowie 2010 soviel steuern eingenommen wie noch nie. sogar GR hat in 2008 ein rekord an steuereinnahmen verzeichnet.

noch mehr steuern kann also keine lösung sein; die staaten würden einfach weitermachen über ihre verhältnisse zu leben.

eine vermögenssteuer ist ok - aber nur wenn die lohnnebenkosten gesenkt werden.

Reich sein muss sich lohnen!
02
16.12.2011, 18:15
Diese fiesen Linken waren allerdings die letzten Jahrzehnte in keiner Regierung vertreten

In den meisten EU-Ländern wie auch Österreich nicht einmal in den Parlamenten.

Das waren schon die mit den umfassenden Verständnis für wirtschaftliche zusammenhänge die uns in diese Lage gebracht haben.
Und weil die das bisher so toll gemacht haben, lassen wir sie natürlich weitermachen...

Ökonomie ist halt mehr Religion als Wissenschaft.
Mit dem Unterschied, dass man hier sehr wohl auf den falschen Glauben setzten kann.
Der Neoliberalismus der letzten Jahrzehnte war offensichtlich der Falsche.
Es wird Zeit für die EU, in ein anderes Ökonomisches-Glaubenssystem zu konvertieren.

zeitfuchs
13
16.12.2011, 16:38
machen Sie sich über die Rotstrichler keine Gedanken,

die sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine österreichischen Steuerzahler.

Gobi Todic
11
16.12.2011, 14:16
Tja, Mission TOP CHOP wird überfällig.

1. Kein Europäer darf mehr als 10 Mio Euro besitzen
2. Hat die Person ein höheres Vermögen darf dieses bis 31.12.2012 an die nächsten Verwandten aufgeteilt werden.
3. Sind die Verwandten aufgebraucht und trotzdem ist noch immer Geld vorhanden dann darf es an die nächsten Freunde verschenkt werden.

Ergebnis: Mehr Demokratie, weniger Monopol. Gerechtigkeit.

Frodo Der Hobbit
00
16.12.2011, 19:44

ergebnis: philippinisches clansystem LOL

steilere progression, die später beginnt ist ok.

Panzerverband
16
16.12.2011, 13:52
Naja man müsste endlich mal

Tabuthemen ansprechen: Die Enteignung von Privatvermögen derer, die sich bisher schamlos auf Kosten der Allgemeinheit bereichert haben.

Anaxagoras
00
26.12.2011, 14:19
Sie sind ein Weltmeister im Generalisieren und beim Gebrauch......

...von Allgemeinplätzen. Weil Ihnen die Sachknde abgeht.

videoopa
00
21.12.2011, 22:44
und die Steueroasen reinigen......

http://www.youtube.com/videoatta... D6vgb1x84U

Frodo Der Hobbit
00
16.12.2011, 19:51

man bräuchte bloss die "leistungsträger" und oligarchen stärker am risiko zu beteiligen, und zwar anhand ihres einflusses.
dabei ist es wie beim aktienbesitz: streubesitzer haben keinen einfluss auf kritische entscheidungen.
bei staatlichen risiken sollte das berücksichtigt werden. der bürger ist vom gewinn weiter entfernt als vom verlust, siehe der anstieg der löhne ist weit geringer als der anstieg der physischen produktivität.

Anaxagoras
00
26.12.2011, 14:21
Es gibt Haftungstregeln - und nicht nach Ihrem Gutdünken.

zeitfuchs
00
16.12.2011, 14:00
sagen Sie das den Leuten von der Finanzindustrie,

die können Ihnen genau sagen, wo's Geld liegt.

zeitfuchs
21
16.12.2011, 13:37
das Finanzvermögen von Bürgern und Unternehmern

ist nicht das Eigentum des Staates. Wenn der Staat mit den ihm zustehenden Steuergeldern nicht umzugehen weiß, oder die ihm zustehenden Steuern aufgrund der eingerissenen Freunderlwirtschaft und Korruption erst gar nicht eintreibt, dann ist doch dort Handlungsbedarf, und nicht seitens seiner Bürger. Sind wir denn jetzt schon im Kommunismus gelandet, Herr Szigetvari?

Frodo Der Hobbit
00
16.12.2011, 19:58

erst wenn man alle umverteilungen betrachtet, also auch die von unten nach oben - zb. die "bankrettungen", dann kann man sich auch um das problem kümmern, dass steuerhinterziehung und korruption im grossen schadensseitig nicht auf den bürger umgelegt werden sollten.

dazu muss aber die kapitalflucht abgestellt werden, und das geht indem man einige regelungen wieder einführt, die reagan und thatcher abgeschafft hatten.

die beiden starteten die grosse finanz-bonanza. von da an klafften die einkommen immer weiter auseinander, und die sozialen zustände verschlechterten sich.

Anaxagoras
00
26.12.2011, 14:25
Sie sind ein Daherplapperer, ohne jeglichen fundierten ...

....Sachverstand. Welche Regeln haben denn Reagan und Thatcher eingeführt?

Standard Leser4
 
04
16.12.2011, 13:36

Gratuliere Herr Szigetvari, Sie haben die Situation richtig erkannt. Wenn also Oesterreicher etwa 450 Mrd Euro auf dem Sparbuch, Aktien etc besitzen und die Oeffentliche Hand aber nur 220 Mrd Schulden. Wo ist der Rest ? Bei der OEBB, etc ?
Also da ist noch viel Spielraum, und die angebotenen 7 Mrd Euro aus Russland zur Rettung des gesamten Euroraumes ist direkt laecherlich.
Ausserdem, wieviele Mrd liegen im Kuechenkasterl der Oesterreich. Anbetracht des Falles wo einer aelteren Dame 700 000 ! Euro Bargeld geraubt wurden, eine sicherlich berechtigte Frage, oder ?
Also aufhoeren zu jammern, Geld richtig einsetzen und durchstarten.

Post-vom-Poster
 
02
16.12.2011, 13:27
auf der verzweifelten Suche nach Geld nun selbst Länder wie Brasilien und China angepumpt werden

Mit wenigen Ausnahmen rennen all die nationalistischen Polit-Gackerer herum, wie ein Stall geköpfter Hühner ...

Und: auf eines sollte man nie vergessen:
Dort, wo man "Bitte" sagt und etwas annimmt,
muss man immer auch "Danke" sagen;
in der Politik aber meist dann, wenn es einem gar nicht passt ...
Wer Kredite aufnimmt, wird abhängig, wie jeder Häuselbauer weiss, der sich überhoben hat.

Das wäre besonders bei China zu bedenken, wo in den obersten Führungsetagen etliche Leute sitzen, die ausufernde Weltmachtsphantasien pflegen ...

styx12
00
16.12.2011, 13:18

Das einzig wichtigte wäre jetzt ein rascher Umsturz und die Einrichtung eines weltweiten kommunistischen Systems.

Enteignet endlich die Besitzenden! Weg mit den Wohlhabenden und Gutverdienern!

Anaxagoras
00
26.12.2011, 14:31
Ihre Freunde, die Kommunisten, haben ja bewiesen, welche....

...Erfolge das System mit sich bringt; Alle Staaten gingen pleite und übrig sind noch Nordkorea. Und das ist eine Diktatur in Reinkultur.

Solche Vorschläge führen zu einem Ehrenplatz in der Irrenanstalt.

hellman
 
06
16.12.2011, 10:49
Dass das Geld da ist, darüber besteht kein Zweifel

aber diejenigen, die es haben geben es nicht her.
Ich möchte hier nur an unsere Schottermitzi erinnern die eine Erhöhung der Abgaben für Reiche gleich mit der Gaskammer assoziiert hat.
Es kann nicht der geringste Zweifel daran bestehen, dass die Verteilung das Problem ist und nicht die vorhandene Menge.

Post-vom-Poster
 
00
16.12.2011, 13:28
Dass das Geld da ist, darüber besteht kein Zweifel

Ja, es ist da, und in Mengen,
blöderweise hat es derzeit nur jemand anderer ... ;-)

wilcox
03
16.12.2011, 12:07

nein, die verteilung ist nicht das problem.
ein zinseszins system ist das problem. dadurch werden eben reiche immer reicher weil 2 % zinsen auf 1 mio euro einfach mehr kohle abwirft (in absoluten zahlen) als auf 10K euro. da kannst du dann umverteilen was du willst, du wirst nie auf einen gruenen zweig kommen.
ausser du enteignest. das widerspricht allerdings dem EMRK.

Thomas Geißler
00
16.12.2011, 19:02

Ich hab's wahrscheinlich überlesen, unter welchem Artikel find ich denn das Enteignungsverbot?

http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeF... r=10000308

http://de.wikipedia.org/wiki/Euro... konvention

Bekka
 
07
16.12.2011, 11:35
Wie hat der Diskussionteilnehmer von Attac

im letzten Club2 so einleuchtend erklärt. Wir haben 200Mrd Staatsschulden - und wir haben 1400 Mrd an Privat-Vermögen.

1% (!!!) Vermögenssteuer pro Jahr - und in wenigen Jahren haben wir die Verschuldung auf ein unbedenkliches Maß zurückgeschraubt.

Und die Reaktion der Diskussionsteilnehmer? 2 Minutenlang aufgeregtes und lautes Geschrei, sodass man kein Wort mehr verstanden hat.

Enteignung! Enteignung! Enteignung!

Ja - natürlich sollen auch in der Verwaltung Reformen durchgeführt und Schlupflöcher gestopft werden und und und. Aber das schließt ja eine etwas gerechtere steuerliche Lastenverteilung nicht aus.

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