Harrers Analysen

Übergangsphänomen Islamisten

Analyse | Gudrun Harrer, 15. Dezember 2011, 18:06

Syrien hat eine pluralistische religiöse Tradition

Die Wahlerfolge der Salafisten in Ägypten - die die Muslimbrüder moderat aussehen lassen - heizen die Sorgen mancher syrischer Christen und Säkularer an, dass ein Syrien nach dem Sturz von Bashar al-Assad ein islamistischer Staat werden könnte. Das friedliche Zusammenleben unterschiedlichster religiöser Gruppen hat zwar in Syrien Tradition, aber dieses Erbe könnte durch die Herrschaft der Alawiten - einer islamischen heterodoxen Sekte, der die Assads angehören - verspielt worden sein. Eine Revolte der Muslimbrüder Anfang der 1980er Jahre wurde vom Regime mit äußerster Brutalität niedergeschlagen. Es konnte gar nicht ausbleiben, dass die Religion auch in diesem Konflikt instrumentalisiert wird.

Rime Allaf von Chatham-House warnt davor, aus dem Frühling der Islamisten, in den sich der Arabische Frühling zu wandeln scheint, schnelle Schlüsse zu ziehen: Sie hätten sehr lange darauf gewartet, als Teil der Gesellschaft akzeptiert zu werden und hätten - gerade wegen des Abrutschens einzelner Bewegungen in die Gewalt - eine lange Transformation hinter sich, die sie in die politische Mitte gerückt hätte. Allaf hält die islamistischen Wahlsiege für ein Phänomen der Übergangsperiode. Die Menschen hätten früher nicht islamisch wählen können, nun würden sie es tun, weil es eben das sei, was sich ihnen als Alternative präsentiert.

In Syrien kommt jedoch verschärfend hinzu, dass die Alawiten schon ohne ihr politisches Gepäck bei sehr strengen Sunniten religiösen Widerwillen hervorrufen. Dennoch sieht Allaf keine Gefahr, dass Syrien in einen konfessionellen Bürgerkrieg kippt wie der Libanon oder der Irak: "Wenn Shabeha (alawitische Milizen des Regimes, Anm.) angegriffen und getötet werden, dann nicht, weil sie Alawiten sind, sondern weil sie Shabeha sind."

Alawiten - obwohl dies weder historisch noch theologisch exakt ist - werden immer wieder unter "Schiiten" subsumiert, wozu auch noch die Nähe des syrischen Regimes zum Iran beiträgt. Dass einzelne Brigaden der Free Syrian Army ihre Namen aus einem antischiitischen religiösen Kontext beziehen, missfällt Allaf, sie will es aber auch nicht überbewerten: Das sei taktisch zu sehen, als Botschaft an die syrische Armee, die ja vom Regime völlig konfessionell aufgestellt worden sei.

Und dass konfessionelle Hetze keine alleinige sunnitische Angelegenheit ist, ist auch klar. Einen Beleg liefert etwa die letzte Rede des Chefs der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, zum schiitischen Trauerfest Ashura. Unbestreitbar ist, dass das sunnitisch-schiitische Fieberthermometer ständig steigt.

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12 Postings
klaus dona
00
17.12.2011, 01:05
Die Evolution der Sprache

Zuerst hieß es Terror, Al kaida etc
Schon damals hab ich gewußt dass Moslem gleich Terrorist bedeuten wird.

klaus dona
01
16.12.2011, 15:52
Islamist

Frau Harrer sind sie ein Islamophobe? Wieso verwenden Sie Wörter die es eigentlich nicht geben sollte. Wollen sie mit dem Wort ausdrücken, dass nur Moslems böse sind? Wieso lese wir nichts von Christianisten und Jüdisten? Frau Harrer bitte um Erklärung.

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
16.12.2011, 02:43
die Syrer sind doch nicht auf sich selbst gestellt

da sind massiv Salafisten von der arabischen halbinsel gesponsort unterwegs - da können die Syrer noch so bedacht vorgehen, die Extremen schaukeln das schon auf durch die Blutspur die sie ziehen. Siehe Irak.

a al-kilani
01
15.12.2011, 20:55

ich finde es sollte ein gesetzt geben der es demokratischen länder verbietet mit diktaturen geschäfte zu machen weil egal welcher religion man angehört hat jeder mesch das recht auf recht und freiheit wie in deutschland oder?

a al-kilani
20
15.12.2011, 20:39
es gibt keine menschlichkeit mehr

in deutschland sind die moslems und juden die minderheit sollen die jetzt auch immer angst haben vor den christen? es sterben jeden tag menschen in syrien und die einzige sorge ist jetzt die angst vor islamisten? das ist aber traurig und häftig gleichzeitig das ein menschen leben in der islamischen welt nichts wert ist in syrien ist ein massen mörder als präsi. kinder sterben frauen werden vergewaltigt diese mänschen werden seit 40 jahren von dieser familie unterdrückt und er mordet allein in den 80-er worden tausende von menschen ermordet und genau diese Diktaturen wurden von westen unterstützt jetzt erst werden Sanktionen gemacht? Ben laden ist tot wie lange will man dieses spiel noch machen.

santa fe
 
01
15.12.2011, 18:43

obwohl alle indikatoren und insbesondere die konsequenzen in allen seit 1991 angeblich demokratisierten ländern (mehr als 2 millionen tote) darauf hinweisen, wird es diesmal keinen bürgerkrieg (der bereits ausgebrochen ist) geben. diesmal wird wirklich demokratie er-massakriert werden, es sei denn nur während einer zu vernachlässigenden aber schwer zu befristetenden "übergangsphase".

soweit das zentralorgan des propagandakrieges, von dem hier in hoffentlich unschuldiger gläubigkeit abgeschrieben wird, von zarten frauenfingern, an denen kein blut klebt, das man sehen könnte.

santa fe
 
00
16.12.2011, 16:00
die frauenrechtlerinnen von ägypten sollten unserer prophetin des "arabischen frühlings", frau gudrun harrer, die augen öffnen.

http://diestandard.at/plink/132... d=24092721

Harry Meier
 
00
16.12.2011, 00:18
Im diktatorisch regierten Irak gab es um die 2 ...

.. Millionen Opfer durch Saddams Völkermord und Angriffskriege auf Kuweit, Iran und Israel. Soll das die Alternative sein? Was in Libyen unter Gaddaffi abgegangen ist, ist auch sehr vielen bekannt. Angriffskriege gegen den Tschad, Unterstützung des internationalen Terrorismus, Unterstützung von Menschenschlächtern wie Bokassa und Idi Amin. Soll das eine Alternative sein?

santa fe
 
00
17.12.2011, 00:15

unmenschlichkeit kann nicht mit noch grösseren massakern beseitigt werden.

flotter denker
01
15.12.2011, 18:19
Der Islamismus wird nicht so schnell voruebergehen.

Aber ausser vor dem Alkoholverbot muss man sich als Mann eigentlich vor nix fuerchten.

NoRiC
00
16.12.2011, 00:33

ja, kein Bier ist schon schwer hinzunehmen....

...aber dass die Maedchen und Frauen als Sklaven behandelt werden ....

Harry Meier
 
10
16.12.2011, 00:23
Ich sehe an sich keinen wirklichen Unterschied zwischen

. den Islamisten und den Positionen der Harcore FPÖ oder von katholischen Vorarlberger ÖVP Politikern. Vor etwas über 30 Jahren wurden in meiner Heimat Vorsrlberg das Twisttanzen, Bikinis und Magazine wie Quick oder Stern verboten. Man kann nicht erwarten, das sich in stark islamisch geprägten Ländern die Sitten von heute auf morgen ändern. Aber in den meisten Ländern gibt es genügend westlich orientierte gut ausgebildete Menschen die hoffen lassen. Auch der Iran wird irgendwann eine Revolution erleben. Dort ist die Hälfte der Bevölkerung unter 30 Jahren, sehr gut ausgebildet und die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Es gibt nichts schlimmeres für ein Regime als arbeitslose und frustrierte Akademiker.

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