Wien-Favoriten

Flüchtlingshelferin Ute Bock zieht um – und wirbt um Vertrauen

15. Dezember 2011, 16:05
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    foto: christian fischer

    Plakatierter Aufruf zu Verständnis und Einmischung vor Ute Bocks neuem altem Haus. Bis April wird renoviert, dann sollen vor allem alleinstehende Asylwerber einziehen.

Bauunternehmer Haselsteiner hat Bock jenes Haus gekauft, in dem sie einst als Erzieherin tätig war

Wien - Donnerstagvormittag in Wien-Favoriten: Vor einer Imbisstube beschimpfen einander zwei Betrunkene, drinnen übt sich eine Verkäuferin in betonter Zurückhaltung. Ja, von der geplanten Rückkehr der Flüchtlingshelferin Ute Bock in die Zohmanngasse 28, nur eine Straßenecke entfernt, habe sie gehört. Manche Kunden würden sich beschweren, sie wollten keine Flüchtlinge hier. Und sie selber? "Ich sag da gar nichts", meint die Frau mit Migrationshintergrund.

Ein vor seinem Wohnhaus wartender Mann wiederum hat eine dezidierte Meinung zu dem erneuerten, caritativen Unterbringungsprojekt: "Ich bin dagegen!" Warum? "Ich habe hier schon gewohnt, als noch Jugendliche da waren. Die ganze Nacht wars laut, Aschenbecher sind auf die Straße geflogen. Das will ich nimmer."

Keinen Unterschied hingegen macht es für ihn, dass in dem ehemaligen, früher ebenfalls von Ute Bock betriebenen Gesellenheim, welches von der Stadt Wien im Jahr 2000 geschlossen wurde, ab April 80 Flüchtlinge leben sollen: "Ein Ausländer ist auch ein Mensch!", betont der türkische Staatsbürger, der 31 Jahren in Wien lebt.

"Menschen, die unsere Hilfe brauchen"

Das Haus, um das es geht, wird derzeit renoviert. Seit Mittwoch weist ein großes, vor das Baugerüst in der Zohmanngasse 28 montiertes Plakat auf die Pläne der bekannten Flüchtlingshelferin hin: "Hier wohnen bald 80 Menschen aus aller Welt. Menschen, die unsere Hilfe brauchen", steht darauf. "Das Haus hat 80 Einzelzimmer, in die vor allem alleinstehende Asylwerber einziehen sollen. Und anerkannte Flüchtlinge, die nach dem positiven Asylbescheid oft vor dem Nichts stehen. Keine Unterkunft mehr, kein Job, noch kein Sozialhilfe", erläutert Bock.

Den Prekariumsvertrag für das Objekt hat sie am Donnerstag im Strabag-Haus in Wien-Donaustadt feierlich unterzeichnet, gemeinsam mit dem Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner. Dieser hat das ehemalige Gesellenheim um 916.000 Euro für sie von der Gemeinde erworben. Jetzt lässt er es sockelsanieren, um "mehrere 100.000 Euro". "Für wohlhabende Menschen sind Investitionen für Sozialprojekte eine Pflicht - und den vielen Spendern, die sie aufrechterhalten, ist Respekt zu zollen", sagt er. Das Flüchtlingshilfsprojekt der Ute Bock unterstützt er seit 2008. Davor hatten Mietschulden Bock fast in den Konkurs getrieben.

Proteste - und die FPÖ

Im Grätzel um die Zohmanngasse gehen die Meinungen über Bocks Projekt indes auseinander. Eine "Unabhängige Aktionsgemeinschaft Zohmanngasse" hat in den umgebenden Gemeindebauten Protestzettel an die schwarzen Bretter gepinnt, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Michael Mrkvicka (FP) unterstützt dies, wie er im Standard-Gespräch sagt.

Derlei politische Vereinnahmungsversuche wollen die Projektmacher abwehren. Vor dem Hauseingang wurde ein Briefkasten angebracht, für "Anregungen, Sorgen und Bedenken": "Wir wollten mit den Anrainern ins Gespräch kommen. Werden sie einladen, zu Filmvorführung, Kochabenden und Diskussionen", sagt Josef Neumayr vom Verein "Lernen aus der Zeitgeschichte": "Das Haus soll ein Schmuckstück des Grätzels werden." (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011)

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Elisabeth Jarok
00
Wider die Vorurteile gegen Favoriten

"Donnerstagvormittag in Favoriten: Zwei Betrunkene vor einer Imbissstube....."

Wer einen Artikel so beginnt, verärgert einmal schon alle FavoritnerInnen - die hier Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag leben.

Sie Frau Brickner leben offenbar nicht in Favoriten, sondern kommen nur hierher, um sich Ihre Vorurteile gegen die Favoritner selbst zu bestätigen - und dann mit solchen Artikeln exakt diese Vorurteile gegen den Bezirk und seine BewohnerInnen medial zu verbreiten.

Muss das sein? Der Standard wird nämlich auch in Favoriten gelesen, Sie werdens kaum glauben.....

armin delmenhorst
 
05
Warum richten sie

das Haus nicht in Döblin oder Hietzing ein? Warum tut man Menschen, die ohnehin sozial benachteiligt sind und in einer weniger attraktiven Umgebung leben müssen das an?

Wäre doch mal eine gute Gelegenheit zu testen, wie liberal unsere "Leistungsträger" tatsächlich sind. Denen ist es ja auch zu verdanken, dass wir all diese Leute hier haben. Natürlich ist es für dumme und feige Redakteure bequemer, sich über die Prolos da draussen lustig zu machen als sich mit den Machthabern anzulegen. Wie sagte Qualtinger so treffend über die öfft. Berichterstattung "Ist alles eine Frage der Montage"

rhodium
17
20.12.2011, 09:40
Frau Bock

bringt es unbewusst auf den Punkt

"noch keine Sozialhilfe"

Diese Formulierung zeigt genau in welche Richtung das geht.

Auch Briefträger brauchen Liebe..
11
noch keine Sozialhilfe.. ^rhodium..

..die nach dem positiven Asylbescheid oft vor dem Nichts stehen. Keine Unterkunft mehr, kein Job, noch kein Sozialhilfe", erläutert Bock..

ihr exemplarisches "Mißverstehen" synonym für alle
Neidhammel hier.

rhodium
20
Die Tatsache,

dass Sie fast zwei Monate nach dem erscheinen dieses Artikels darauf antworten, lässt eigentlich nur zwei Schlüsse zu:

- Sie haben zuviel Zeit (sie glücklicher Schüler/Pensionist)
- Sie suchen politische Artikel, durchforsten sie nach Kommentaren die nicht zu Ihrer Ideologie passen und versehen sie dann mit sinnfreien Kommentaren.

So oder so: suchen Sie sich ein vernünftiges Hobby, gerade wenn es kalt ist bietet sich Wintersport an.

Ich wurde per Mail von der Antwort unterichtet ...

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00

Die Tatsache daß ein dritter Versuch zur Veröffentlichung unternommen wird ist dem Umstand geschuldet daß meinem Wunsch der Aufhellung eines unbelesenen Zusammenhangs stärker ist als die bereits versandte Benachrichtigung per mail!

Dnadoc1
60
17.12.2011, 12:04

Bezirksvorsteher Mrkvicka (FP)

Hehe, vielleicht sollte der Mann mal in sich gehen.

Georg Bürstmayr
918
16.12.2011, 17:24
in unserer Wirtschaftsordnung

kann Herr Haselsteiner mit seinem Geld machen, was er will.

Mir fallen ein gutes Dutzend wesentlich schlechtere Verwendungen ein (über die sich hier kein Mensch aufregen würde...), als die, die er gewählt hat.

von meiner Seite nur ein: Bravo.

Zuben Elgenubi
93
16.12.2011, 18:06

Genau. MIr fallen gleich einige Beispiele für wesentlich schlechtere Verwendungsmöglichkeiten ein:

Jedes Jahr einige extrem teure Autos zu Schrott fahren.
Das Geld einem Typen wie Haider zu vererben (Beispiel Bärental).
Die Hypo-Alpe-Adria damit sponsern.
Unserer armen Raiffeisenbank, die vor lauter Not keine Steuern zu zahlen braucht, unter die dürren Arme zu greifen.
Einen Jahres-Tankgutschein für einen Eurofighter zu finanzieren.
Den WKR-Ball zu sponsern.
Und vieles andere mehr, das absurd und kaum bekannt ist und worüber sich niemand aufregt . . .

Ottakringer Wettsaufmeister
 
31

Haselsteiner könnte um das Geld auch Schulen und Kindergärten errichten, er könnte Tierheime unterstützen, etc... - ob dieses Flüchtlingsheim für alleinstehende junge Männer eine gute Idee ist? Aber vielleicht kann Haselsteiner auch gleich den Anrainern ein neues Zuhause finanzieren. Oder eine privat finanzierte Polizeistation.

Auch Briefträger brauchen Liebe..
01

Das alles ist geschehen,
er finanzierte den Aufenthalt der Z.,
auch das stieß auf Widerwillen hier

elf*assa
15
16.12.2011, 17:56
bin erleichtert...

dachte schon wir werden demnächst enteignet, wie es sich so manche Gutis wünschen.

sociovation
116
16.12.2011, 15:57
Nett vom Hr. Haselsteiner

Die Gesinnung nämlich.
Finanziell hingegen ungefähr gleichzusetzen, als wenn ich einem ungarischen Rom meinen ausrangierten Nasenhaartrimmer vererbe...

clou
41
16.12.2011, 17:08

haben`s an Rausch?

a wiener kind
00
16.12.2011, 16:20
...sie ober-sozi...

sociovation
01
16.12.2011, 17:06
Nein, bin ich nicht

Als solcher würde ich den Nasenhaartrimmer in den Müll schmeißen und zum Rom "schleich di" plärren...

Christian Eder
66
16.12.2011, 15:51
Michael Mrkvicka, FPÖ

Den Namen muss man sich- gerade im Zusammenhang mit dieser Debatte- wahrlich auf der Zunge zergehen lassen! Herr Mrkvicka: Glauben Sie, dass Ihre Vorfahren in den deutschen Heldensagen vorgekommen sind?

Der lachende Mann
13
16.12.2011, 17:57
Trampeln Sie auf dem Namen nicht herum!

http://de.wikipedia.org/wiki/Mrkvicka

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
1015
16.12.2011, 13:54
Weiter hinten wird die Vergangenheit der Fr. B. erwähnt.

Ich konnte das nicht glauben, wie wahrscheinlich die allermeisten, die die harmlos wirkende Frau nur aus den Medien kennen - doch das Unfassbare stimmt!

Ich habe mir das, entlarvenden Enthüllungen zuvorkommende, Geständnis der Frau, die bald schon an eine der Stätten ihrer fragwürdigen Erzieherinnentätigkeit zurückkehren wird, rausgegoogelt:
- http://www.erstaunlich.at/index.php... r-ute-bock
- http://www.erstaunlich.at/index.php... bock-teil2

Eine schreckliche Enttäuschung, ausgerechnet zur Weihnachtszeit...ein Schlag ins Gesicht der ehemaligen Zöglinge...furchtbar, einfach nur furchtbar...

silvia hanna
 
00
die info ist so "neu" nicht

http://derstandard.at/plink/131... id23359504

und nach wie vor, stehe ich zu meinem kommentar:
detschn wurden in vergangenen zeiten eben als adäquates erziehungsmittel gesehen. meine (schockierten) eltern mussten meinen großeltern noch erklären, dass sie nie mehr wieder kommen würden, wenn sie die rute nicht aus der wohnung entfernen, welche sie sich anlässlich meiner geburt besorgt hatten. jahre später, bei der geburt ihres urenkels würde ihnen das nicht mehr einfallen. zeiten ändern sich & zum glück manche menschen mit ihnen...

mister moster
31
17.12.2011, 13:36
Dh Sie glauben, dass Menschen sich nicht ändern?

Ich kenne die Geschichte, weiter unten gibt's ja auch andere Links, als die von Ihnen.
Aber jetzt auf der Frau herum trampeln, weil sie gestanden hat, dass sie in einer Erziehungsanstalt war, die alles andere als lustig war, ist anmaßend. Sie gesteht ihre Fehler ein und macht jetzt ein wirklich altruistisches Projekt, von dem Sie mir keinesfalls erzählen können, dass sie die Leute dort schlecht behandelt. Warum sollte sie denn so etwas überhaupt tun, wenn sie nicht helfen würde wollen und sich jeden Tag für ihre Leute aufopfert? Sie könnte sich ja auch einfach zurück ziehen und nichts tun. Tut sie aber nicht.

Sie kommen mir sehr scheinheilig und ziemlich nachtragend vor. Werden Sie erwachsen.

anthropophagus
32
16.12.2011, 21:26
naja,

der herr reder betreibt auf "erstaunlich" schon einen ziemlich "gepflegten" gossenjournalismus. besonders witzig finde ich dass er sich ein paar artikel weiter unten über "frauenverachtende rotlichtanzeigen" in der KRONE aufregt, ausgerechnet er ;-) das ist ungefähr so als würde sich fritz neugebauer über "blockierer" aufregen.

dschoka
57
16.12.2011, 16:27

Ich kenne Frau Bock nicht persönlich, kann mir aber gut vorstellen, dass ihre Vergangenheit einer der wesentlichen Gründe ist, warum sie sich jetzt gerade auch um Die Leute kümmert, die große Fehler in ihrem Leben gemacht haben.

Ich sehe keinen Grund, warum ihre Arbeit deswegen nichts mehr wert sein soll, oder worauf wollen sie mit ihrer "Aufdeckung" sonst hinaus?

könnt mich aufregen wenn ich Zeit hätte
15
16.12.2011, 17:28
„Kollegen, die sich nicht beherrschen konnten, hätten Kinder nasse Bettwäsche ins Gesicht gedrückt oder sie mit Ohrfeigen durchs Stiegen- haus getrieben, dass überall an der Wand das Blut geklebt ist."

Hättens den Bericht vom Vorposter gelesen dann hättens Verstanden.

nuts1
01
16.12.2011, 20:30

weiter konnte ich nicht lesen

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