Abfahrt

Gröden: Herr Baumann schleicht sich an, Scheiber gestürzt

15. Dezember 2011, 15:31

Der Allrounder Romed Baumann traut sich Siege in vier Disziplinen zu. Die Kundigen stimmen zu. Die nächste Gelegenheit bietet sich am Freitag im Super-G auf der Saslong - Scheiber überstand Trainingssturz glimpf­lich

"Ich bin pflegeleicht." Das ist der zentrale Satz, mit dem sich Romed Baumann selbst beschreibt. Und der Weg, den er bisher ging, ist zwar unspektakulär, aber effizient. Noch nie sah sich der Tiroler aus der Biathlon-Hochburg Hochfilzen quasi vor einer Weggabelung stehen. "Ich wollte immer schon Skirennläufer werden. Diesen Ehrgeiz brauchst du auch, damit du so weit kommst. Mit 'Schau ma mal' geht da gar nichts. Und da rede ich gar nicht von den Rennen. Du musst das ganze Jahr über für dein Ziel leben."

Er, Baumann, könne gar nicht sagen, seit wann er den Skirennsport als seinen Beruf empfinde. "Vielleicht ist es der Zeitpunkt, als ich zum ersten Mal ein Preisgeld gewonnen habe. Das wird 2006 gewesen sein."

Damals debütierte er, der zuvor Junioren-Weltmeister in der Abfahrt und der Kombi gewesen war und die Abfahrtswertung im Europacup gewonnen hatte, im Weltcup. "Das alles hat sich bei mir von klein auf ergeben. Ich bin in allen Kadern aufgestiegen." 2009 hat sich für den Maturanten des Skigymnasiums Saalfelden bei der Superkombi in Sestriere der bisher einzige Weltcupsieg ergeben. Insgesamt fuhr er sechsmal aufs Podest. Im Vorjahr war er in Gröden Abfahrtszweiter, bei der WM-Abfahrt in 2011 Garmisch wurde er Vierter, bei Olympia 2010 in Vancouver landete er im Riesenslalom auf dem fünften Platz.

Der Romed, hörte man von den Trainern schon vor Jahren, ist eines der größten Talente, der kann den Gesamtweltcup gewinnen. Taugt das dem Romed? "Es macht mich stolz, dass die Trainer Vertrauen in mich haben und glauben, dass ich das Zeug dazu habe. Aber Vorschusslorbeeren sind ja nichts wert. Du hast keine bessere Startnummer deswegen, du gehst nicht mit einer halben Sekunde Vorsprung ins Rennen."

Einige seiner ehemaligen Kollegen, die es bei Junioren-WMs zu Medaillen brachten, sind auf der Strecke geblieben. "Ich weiß, warum ich es geschafft habe", sagt er dazu, "aber ich weiß nicht, warum es die anderen nicht geschafft haben. Ich habe viel gearbeitet und das Glück gehabt, von Verletzungen verschont zu bleiben. Es waren da zwar ein paar Kleinigkeiten, aber ich hab noch nie operiert werden müssen. Ich bin von daheim gut unterstützt worden. Das ist ja finanziell ein schneidiger Aufwand, bis man so weit ist, dass man fürs Material nichts mehr zahlen muss."

Baumann, 1,84 Meter hoch, 95 Kilo schwer, fühlt sich jedenfalls reif dafür, in allen Disziplinen bis auf den Slalom, den er sich nur zu Kombizwecken gibt, zu siegen. Und welcher Sieg wäre ihm persönlich am meisten wert? "Ich möcht' die anderen Disziplinen nicht schlechtreden. Aber ein Abfahrtssieg ist schon was Spezielles. Da gehört ein bisserl mehr dazu, auch die aufwändige Abstimmung des Materials. Wenn du im Riesentorlauf voll riskierst, kann dir einer aufgehen und du gewinnst. Geht's dir nicht auf, stehst du auf der Seite. Wenn du in der Abfahrt voll riskierst, und es geht nicht auf, liegst du im Netz und machst ein Jahr Pause. Man braucht Zeit, um sich ans Limit zu tasten." Und es ist schonend, wenn man sich diesem von der richtigen Seite annähert.

Wovon träumt Romed Baumann? "Sag ich nicht. Aber eine WM-Medaille nächstes Jahr in Schladming wäre schon eine coole Sache."

Olsson flott, Scheiber stürzt

Der Schwede Hans Olsson, schon am Mittwoch der Schnellste, fixierte auch im Abschlusstraining für die Abfahrt am Samstag Bestzeit. Zweiter wurde Klaus Kröll, Fünfter Baumann. Comebacker Mario Scheiber stürzte, blieb aber heil. (Benno Zelsacher aus Gröden, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 16. Dezember 2011)

Ergebnisse vom zweiten und letzten Abfahrts-Training der alpinen Ski-Herren am Donnerstag in Gröden:

1. Hans Olsson (SWE) 1:57,48 Minuten - 2. Klaus Kröll (AUT) + 1,22 Sekunden - 3. Tobias Stechert (GER) 1,76 - 4. Adrien Theaux (FRA) 1,93 - 5. Romed Baumann (AUT) 1,98 - 6. Jan Hudec (CAN) 2,06 - 7. Marc Gisin (SUI) 2,27 - 8. Didier Cuche (SUI) 2,34 - 9. Joachim Puchner (AUT) 2,37 - 10. Erik Guay (CAN) 2,47. Weiter: 15. Max Franz (AUT) 2,72 - 16. Bode Miller (USA) 2,76 - 17. Hannes Reichelt (AUT) 2,82 - 19. Georg Streitberger (AUT) 2,89 - 23. Aksel Lund Svindal (NOR) 3,20 - 28. Otmar Striedinger (AUT) 3,69 - 35. Johannes Kröll (AUT) 4,09 - 45. Matthias Mayer (AUT) 4,70 - 52. Markus Dürager (AUT) 5,25 - 55. Bernhard Graf (AUT) 5,34 - 62. Manuel Kramer (AUT) 6,56

Kommentar posten
19 Postings
Raphael Hythlodeus
00
16.12.2011, 09:54
mario scheiber, der kiesbettralf des alpinen schisports...

Am Punkt
00
16.12.2011, 09:35

2 österreicher am podest und wo stehts?????
nicht im standard, geh bitte!!!

http://relevant.at/sport/win... ride.story

Meerwelle
00
17.12.2011, 11:19

Snowboard ist halt leider eine eher unattraktive Sportart.

souveræn
00
16.12.2011, 11:57
"...wo stehts?????"

Hier: http://goo.gl/eVo5H

Raphael Hythlodeus
21
16.12.2011, 09:54
snowboard ist etwas für pickelige teenager.

Nicator
51
15.12.2011, 20:34
Cuche wird zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt

Federer auf Platz 3. Ich lach mir eins als Tennisspierler. Comedymäßig sind die Schweizer gut drauf.
Nur mal ein kleiner Vergleich.
http://de-de.facebook.com/cuche
vs.
http://www.facebook.com/Federer

selmasupersad
 
18
15.12.2011, 21:07

soll heißen? nur weil tennis eine weltsportart und ski fahren auf jahreszeiten und klimazonen beschränkt ist, soll federer immer automatisch der bessere sportler sein? und: machen mehr facefuck-freunde einen menschen wertvoller?

p.s. äpfel, birnen usw.

Nicator
110
15.12.2011, 23:10
das federer immer der bessere sportler ist

im vergleich zu cuche ist ja wohl selbstverständlich.
sonst fragen sie mal einen tennisspieler welchen aufwand er betreibt und dann einen skifahrer.

machen mehr facebook freunde einen menschen wertvoller? wenn wir von federer oder cuche sprechen.JA. es ist ein unterschied ob sich eine 14 jährige 800fb freunde zusammensammelt oder 9 mio mit federer verlinkt sein wollen, er sendet ja nicht die anfrage oder hast du eine bekommen?
Übrigens der Herminator hat auch Glück gehabt und durfte federer mal die Hand schütteln, musste dafür aber nach wimbledon reisen. http://www.blick.ch/sport/ten... tor-122275
"der Herminator strahlte nach der begegnung wie nach einem weltcupsieg" "..dass ich ihn treffen Durfte"

Már
11
16.12.2011, 10:22

Sie meinen wohl Federer hat Glück gehabt und durfte dem Herminator mal die Hand schütteln..

gaisbock
14
16.12.2011, 00:12
hoffentlich

liest dein Roger deinen Sch..ß nicht, der würd´ dich wahrscheinlich entlinken.

selmasupersad
 
13
15.12.2011, 23:28

na, zumindest sind wir alle sehr froh, dass roger federer selber immer noch sehr sympathisch wirkt und oft sogar bescheiden! das ist ganz sicher ein sehr netter kerl, der niemals von sich behaupten würde, wertvoller als jmd. anderer zu sein.

ad trainingsaufwand: da brauch ich niemanden zu fragen, ich kenne einen skisportler (nordisch), der in seiner disziplin seit jahren zu den weltbesten zählt. die fokussieren sich genau so das ganze jahr auf ihren sport und trainieren in verschiedensten bereichen, wie alle sportler, die in ihrem bereich zur absoluten spitze gehören wollen.

aber bitte, wenn es dir was bringt: tennis ist toller als jeder andere sport!! tennisspieler sind besser, klüger, schöner und schlauer als ALLE ANDEREN!!! *verbeug*

Nicator
50
15.12.2011, 23:51
sicher dein kombinierer ist auch mit ....

14 von zu hause ausgezogen um in ein internat zu wechseln damit er bessere trainingsbedingungen erhält. sicher dein kombinierer hat mit 7 jahren täglich 5 stunden trainiert um die feinmotorik, koordination und ballgefühl zu trainieren. sicher dein kombinierer hat auch finanziell immer zu kämpfen gehabt da er ständig auf reisen ist um sich mit den besten zu messen zu können um sich weiterzuentwickeln. sicher dein kombinierer hat tagtäglich mit sieg oder niederlage zu tun und muss das mental verarbeiten weil es besteht ja ein beinhartes ko system. sicher dein kombinierer hat auch in seiner sportart von der er natürlich leben kann oder nicht? 5000 Mitbewerber die nur das gleiche wollen wie er selbst, nämlich siegen. wir sind die besten.

gabren
21
16.12.2011, 10:49

Was für ein Schwachsinn zu sagen, welche Sportarten "besser" und "anstrengender" und "wertvoller" sind! Tatsache ist doch, dass alle Sportler, die ihren Sport wettkampfmäßig betreiben, einfach bewundernswert sind. Und ALLE geben sehr viel auf - schauen Sie sich Lindsey Vonn an z. B., da übersiedelte die ganze Familie, nur um sie zu fördern, dann kam Scheidung der Eltern. Wie ja jeder schon weiß, bin ich kein Vonn-Fan, aber Tatsache ist auch, dass die Gute jeden Tag an die 8 Stunden in der Kraftkammer verbringt, plus Schneetraining etc.

Natürlich ist Tennis ein Jahressport, aber schauen Sie sich auch mal den Kalender der alpinen Skirennläufer an, was die in kurzer Zeit für ein Programm haben und was die Allrounder leisten müssen.

stasi4u stasi4u
23
15.12.2011, 23:59

ich glaub da packts wer net dass tennis sowas von 80iger ist *ggggg*

selmasupersad
 
11
15.12.2011, 23:53

du bist einfach verbittert, weil du es nicht geschafft hast. tschau.

Abersaidschan Oida
00
15.12.2011, 16:31
wie schon vor ein paar tagen geschrieben (siehe mein posting)

http://derstandard.at/plink/132... id24046567

Guy_fawkes_(lucullus1)
06
15.12.2011, 15:49

Liebe Trainer!

Ihr habt eine gewisse Verantwortung: Bitte schützt's den Scheiber vor sich selbst und lasst's ihn nimmer Skirennen fahren!

Onkel Tom´s Hütte
00
16.12.2011, 10:18
Stimmt

Beim Scheiber fragt man sich ned, wie weit er nach vor kommt, sondern wie weit er runterkommt.

jah fathead
00
15.12.2011, 15:53

ja der sollt wirklich aufhören.

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