Isabella Reicher

    15. Dezember 2011, 19:45
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    Album
    PJ HARVEY
    Let England Shake
    (Universal)
    England hat es heuer in der Tat gebeutelt. PJ Harvey lieferte dazu schon im Februar ein zeitloses Themenalbum: Zwölf kurze Songs, schwarze Liebeslieder, böse Moritaten, trotzige Balladen von einem Land im Kriegszustand, schwungvoll rumpelnd und mit lyrischem Hintersinn dargeboten.

    Song
    LMFAO
    Party Rock Anthem
    (Universal)
    Lachende Männer in lächerlichen (Bein-)Kleidern verbreiten erfolgreich das Shuffle-Virus, das ist sympathisch und demokratisch. Man muss sich dieses - und alle anderen Einzelwerke der angeblichen Nachfahren von Berry Gordy aus sonnig Kalifornien - natürlich in Bild und Ton auf Youtube zuführen.

    Newcomer
    SHABAZZ PALACES
    Black Up
    (Sub Pop)
    Goldene Initialen auf schwarzem Samt: Ein HipHop-Veteran, Ishmael Butler von den Digable Planets, operiert nicht nur optisch virtuos mit Reduktion und schweren Zeichen. Ein gewichtiger Dröhn-Bass, leicht federnde Rhythmen zu geradlinigen Litaneien - dunkle Musik mit goldigen Einsprengseln.

    Österreich
    BROKEN HEART COLLECTOR
    (Discorporate Recs.)
    Diese Supergroup, bestehend aus Maja Osojnik, Susanna Gartmayer und bulbul, sammelt gebrochene Herzen ein und entlockt dem ausblutenden Muskel schräge, satte Impro-Jazz-Rock-Folk-Klänge. Im Kopf entsteht unter partiellem Headbangen ein sehr seltsamer Märchenfilm in Schwarz-Rot.

    Re-Issue
    STEPHIN MERRITT
    Obscurities
    (Domino)
    Vierzehn alte, teils unveröffentlichte Tracks vom Barden mit den vielen Namen. Die bittersten Wahrheiten und die seltsamsten Erfahrungen ("When I'm not looking, you're not there") werden in den menschenfreundlichsten Schrummel-Pop gekleidet - Gastauftritt: Stuart Moxham (Young Marble Giants).

    Held/en/innen
    FLEET FOXES
    Helplessness Blues
    (Bella Union)
    Als junge Helden mit Vollbart und Traditionsbewusstsein pflegen die Mittzwanziger-Multiinstrumentalisten aus Seattle auf ihrem zweiten Album schönsten Harmoniegesang.
    Mit GILLIAN WELCHS geradem Country auf The Harrow & The Harvest (Warner) ergibt das ein schönes Double Feature. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011) 

    • Artikelbild
      foto: universal
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