Kritik von Umweltschützern

Japan will Fukushima "kontrolliert" abschalten

15. Dezember 2011, 15:30

Journalist wirft Mafia Verwicklung in Aufräumarbeiten vor

Tokio - Japans Regierungschef Yoshihiko Noda will nach Informationen japanischer Medien am Freitag die kontrollierte Abschaltung aller Reaktoren im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi bekanntgeben. Für Freitag, 18.00 Uhr (Ortszeit, 10.00 Uhr MEZ), ist eine Pressekonferenz angesetzt, wie örtliche Medien berichteten. Es sei damit zu rechnen, dass Noda die Erfüllung des von der Regierung ausgegebenen Ziels verkünden werde, alle Reaktoren bis zum Jahresende herunterzufahren.

"Cold Shutdown"

Bei Umweltschützern trifft das Vorhaben auf Kritik. So erklärte am Donnerstag Global 2000: "Hier von kontrollierter Abschaltung zu sprechen grenzt an eine bewusste Lüge." Während Tepco den "cold shutdown" als Senkung der Temperatur am Boden des Reaktordruckbehälters auf unter 100 Grad definiere, herrschten im Inneren der Brennstoff-Klumpen immer noch mehr als 3.000 Grad.

Kaltabschaltung bezeichne bei Atomkraftwerken den Zustand des ausgeschalteten, heruntergefahrenen Reaktors. Dessen Brennelemente wurden durch die weitere Zufuhr von Kühlwasser über Monate so lange gekühlt, dass die Nachzerfallswärme von anfangs fünf Prozent der Reaktorleistung abgeführt wurde und die Brennelemente auch ohne weitere Kühlung das Wasser nicht über 100 Grad erhitzen würden. Davon sei man laut Global 2000 in Fukushima meilenweit entfernt.

Einflussnahme der Mafia

Ein Journalist warf unterdessen der Yakuza, der japanischen Mafia, vor, in die Aufräumarbeiten in Fukushima verwickelt zu sein. Die kriminellen Gruppen kümmerten sich darum, Arbeiter für die Aufräumarbeiten an den verstrahlten Reaktoren zu finden, sagte Tomohiko Suzuki, der über seine Recherchen in Fukushima ein Buch geschrieben hat. Demnach sendet die Yakuza Schuldner als Arbeiter für die Reaktoren an, damit diese so ihre Schulden beglichen.

Ein unabhängiges französisches Labor teilte mit, es habe bei Kontrollen im Staub aus Häusern im Umkreis von 200 Kilometern rund um Fukushima radioaktive Spuren entdeckt. Mit 20.000 Becquerel pro Kilogramm sei die Belastung im Distrikt Watari, 50 Kilometer vom Kraftwerk entfernt, am höchsten, teilte der französische Verband für die Kontrolle der Radioaktivität im Westen (Acro) mit. Zudem seien im Urin von Kindern aus der Präfektur Fukushima weiterhin Spuren von Radioaktivität nachweisbar.

In dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi war am 11. März 2011 durch das Erdbeben der Stärke 9,0 und den anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe mehrerer Reaktoren schmolzen. Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühte die Betreiberfirma Tepco sie mit Wasser. Die Entsorgung der bei der Kühlung radioaktiv verseuchten Wassermengen bereitet eines der größten Probleme in dem Kraftwerk. Bei dem Unglück handelt es sich um den schwersten atomaren Zwischenfall seit Tschernobyl 1986. (APA)

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11 Postings
guymontag
00
16.12.2011, 08:24

kontrolliert abschalten! ich denke, den stecker hat man doch schon irgendwann im märz rausgezogen....

Kondratjew -Zyklus
 
20
16.12.2011, 05:24
Es geht nicht ums Abschalten, sondern um die Komplettevakuierung von Honshu - ein weltweites Projekt.

Oder will man 100 Millionen Menschen beim Sterben zuschauen ?

Michael Schmied
00
16.12.2011, 01:22

Sind die nicht explodiert, läuft das nicht unter Super-GAU: http://www.stern.de/panorama/... 73943.html

Comedian
00
16.12.2011, 01:20
Kontrolliert abschalten ...

... Zeitrahmen 740.000 Jahre

no_milk_today
00
15.12.2011, 21:48

http://www.heise.de/tp/artike... 083/1.html

Zwei japanische Abgeordnete, die Mitglieder im unabhängigen Ausschuss zur Untersuchung der Fukushima-Katastrophe sind, fordern die Verstaatlichung des AKW Daiichi. Tomoyuki Taira und der frühere Premierminister Yukio Hatoyama, der Leiter des am 24. März eingesetzten Ausschusses, erklären in einem Beitrag für die Zeitschrift Nature, dass nur mit einem solchen Schritt und durch den Zutritt unabhängiger Wissenschaftler die Öffentlichkeit umfassend darüber informiert werden kann, was wirklich passiert ist und wie die Situation in den Reaktoren gegenwärtig ist.

->2

no_milk_today
00
15.12.2011, 21:51

Wichtig sei, dass endlich alles auf den Tisch gelegt werde, weil nur dann klar werde, ob der bislang vom Betreiber Tepco aufgestellte Plan zur Sicherung der Reaktoren und Brennstäbe ausreichend ist und inwiefern er verändert werden müsste.

fritz1004
18
15.12.2011, 17:58
Neusprech?

Will kontrolliert abschalten?
Ungefähr so, als würde man nach einem Frontalcrash 2 Schrotthaufen "kontrolliert" abbremsen und einparken wollen.

Gerhard Ingolf
00
15.12.2011, 22:15
Wie wäre es mit einer - auch sinngemäß - richtigen Übersetzung?

Gemeint ist damit ein Zustand eines Reaktors, bei dem die Nachzerfallswärme des heruntergefahrenen Reaktors diesen auch bei Ausfall der Zwangskühlung nicht mehr überhitzt. Die Nachzerfallswärme nimmt, entsprechend dem Zerfall von Isotopen mit kurzer und mittlerer Halbwertszeit ab - unabhängig davon, ob der Reaktor gekühlt wurde, oder ob, wie in Fukushima, die Kühlung ausgefallen ist und die Brennelemente geschmolzen waren. Dieser Zustand, bei dem die Wärmeabgabe des Rektorbehälters nach außen ausreicht um die Kühlwassertemperatur auch ohne Kühlung nicht über 100°C ansteigen zu lassen ist mit "Cold Shutdown" gemeint! Das dauert eben ca. 9 Monate, außer die Brennelemente werden entfernt - geht aber bei geschmolzenen nicht einfach.

fritz1004
01
16.12.2011, 18:49
Ja schon!

Gut, daß mit der eingerichteten Notkühlung fortschreitend ein Zustand erreicht wird, in dem es auch bei Ausfall dieser Notkühlung nicht zu einer neuen Katastrophe kommt. Dennoch, eine Abschaltung ist eben eine Abschaltung eines intakten Systems.
In meinem Vergleich: Wenn ein Auto crasht, sich überschlägt, und am dahinschleifend irgendwann am Dach liegend stehenbleibt, ist es gut, daß es dann steht, aber ein kontrollierter Stillstand als normale Abremsung wird daraus einfach nie mehr. Wenn ich Bremsen als Verringerung der Bewegungsenergie durch Reibung definiere, dann ist auch das ein "Bremsen", aber deswegen zu verkünden, ich hätte mein Auto nach dem Unfall "normal" gebremst, ist einfach witzlos.
Besser als das Auto schlittert weiter, ja

fritz1004
00
16.12.2011, 18:40
Ja, schon!

Der Schärdinger
 
03
15.12.2011, 16:36
Der Schärdinger

Japan fängt auch Wale zu Forschungszwecken, alle wissen es, dass das nicht stimmt, alle lügen weiter!
Jeden Bericht über Japan bitte einstellen, wenn man sowieso weiß, dass alles gelogen ist!
Danke!!!!!

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