Uni Wien

Studenten demonstrieren für Beibehaltung des IE-Bachelorstudiums

15. Dezember 2011, 15:21

Künftig voraussichtlich nur noch Masterstudium der Internationalen Entwicklung an der Uni Wien

Wien - Für ein Weiterbestehen des Bachelorstudiums "Internationale Entwicklung" (IE) an der Universität Wien begingen am Donnerstag Studenten einen Aktionstag inklusive Demonstration, Diskussionen und "Spontanaktionen". Protestiert wird "gegen die Abschaffung des Bachelors und für einen ausfinanzierten Studiengang IE", wie es in der Ankündigung auf Facebook heißt. Seit 10.00 Uhr fanden Aktionen des "Widerstandsplenums Internationale Entwicklung" im Hörsaal C1 am Uni-Campus statt. Danach zog man in Richtung Wissenschaftsministerium und Universität.

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) solidarisiert sich in einer Aussendung mit den IE-Studenten. Es sei "wahnwitzig", dass diese "seit Monaten darum bangen, ob es ihr Studium weiter geben wird". Nachdem die Uni Wien den für Herbst 2012 geplanten Start des IE-Masterstudiums verschoben hatte und die Bachelor-Absolventen für die Fortführung ihres Studiums protestierten, steht nun die Ablösung des Bachelorstudiums durch einen Master im Raum. "Kritische Forschung und Lehre muss an den Hochschulen Platz und Ressourcen bekommen", warnt die ÖH. "Es darf nicht sein, dass die Verantwortlichen gerade Studien, die kritisches Denken fördern, streichen."

Internationale Entwicklung als Masterstudium

Aus dem Rektorat der Universität Wien wird bestätigt, dass es künftig "voraussichtlich kein Bachelorstudium 'Internationale Entwicklung' mehr geben wird" und stattdessen ein Masterstudium eingeführt werden soll. Final beschlossen sei jedoch noch nichts, "die Universität Wien diskutiert derzeit so wie alle anderen österreichischen Universitäten in Vorbereitung zur nächsten Leistungsvereinbarungsperiode den Entwicklungsplan". In den Überlegungen zum Studienangebot fließe auch die Qualität des Studiums ein, und diese "ist im Bereich der Betreuungsqualität im IE-Bachelorstudium nicht sichergestellt".

Derzeitige IE-Bachelorstudenten müssen indes nicht um die Fortführung ihres Studiums bangen. "Alle, die jetzt ein IE-Studium begonnen haben, können das Studium auch abschließen", wird vonseiten des Rektorats klargestellt. Künftig sollen Interessenten IE als ein von verschiedenen Bachelorstudien zugängliches Masterstudium absolvieren können. Bis zum Ende des Sommersemesters 2012 solle der finale Studienplan vorliegen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 59
1 2
Fu©k O'Shima
21
22.12.2011, 13:56
Der ganze Studienzweig ist für die Würscht!

Wer nicht einmal in diesem Geschützte-Werkstätte-Studium den Master machen will, hat an einer Uni wahrscheinlich sowieso nix verloren.

Ich würd ALLE Bachelor-Studien streichen! Niemand braucht diese Schmalspur-Akademiker!

Fu©k O'Shima
10
22.12.2011, 13:53
Die ganze

Dr. Ewald Hinterfotzig
10
20.12.2011, 00:23

Proteste, Besetzung, wasauchimmer, wurde überhaupt mal versucht mit den Verantwortlichen zu verhandeln?

Und ich meine wirklich verhandeln, nicht das was die Wulz und ihre Bobos machen.

Gegen Studiengebühren kämpfen!
00
18.12.2011, 00:00
Es war ein großartiger Protesttag!

"Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns den Bachelor klaut!"

http://www.linkswende.org/5579/Hund... ntwicklung

Konsummensch
02
16.12.2011, 13:23
Wissenschaft in den Anfängen

Ich möchte in die Diskussion einwerfen, dass die Internationale Entwicklung eine sehr junge Wissenschaft ist, die gerade mal ein bisschen länger als zehn Jahre existiert. Das heißt, sie ist noch im Etablierungsprozess und hat selber noch gar keine feste Gestalt angenommen. Man kann noch gar nicht sagen, was genau dabei herauskommt. Jedoch spricht die hohe Studierendenanzahl dafür, dass sie den Nerv und die Fragen unserer Zeit trifft - so wie es die Politikwissenschaften und Soziologie vor ein oder zwei Jahrhunderten ebenfalls taten. Die Abschaffung des Bachelors wäre ein verfrühter Abbruch, eines viel versprechenden Projekts.

dasandere
10
16.12.2011, 16:02
Das grundlegende Problem

dass IE eben keine Wissenschaft, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr Theorie-Praxis, Einstellung, Bewusstsein, Ethik, etc, darstellt, wird noch nicht angesprochen. Leider auch von der IE selbst nicht.
Sollten Auswirkungen der EZA und Globalisierung wissenschaftlich untersucht werden, dann braucht es wohl tatsächlich mehr methodisches Wissen als ein IE-Studium vermitteln kann. Geht es aber um das (kritische) Berufsleben in und rum die EZA, dann braucht es einen entsprechenden Fokus in der Ausbildung auf jene, die primär einen Job wollen. Dann ist ein Master gar nicht so schlecht. In Hinsicht auf den ersten Fall, wären aber nur Master UND Doktorat sinnvoll (doch sollte man Grundlagen eigentlich früher woanders lernen)...

grünlilisch
01
16.12.2011, 17:23
methodisches Wissen

könnten Sie da bitte konkreter werden?

Welches methodische Wissen genau würde Ihrer Meinung nach ein Untersuchen der Auswirkungen der EZA und Globalisierung ermöglich und fehlt in der IE?

Bzw. was denken Sie, wird auf der IE gelehrt?

dasandere
00
16.12.2011, 18:45
Ja, gerne

Je nach Fokus, braucht es dafür solide anthropologische Kenntnisse und Erfahrung (die durchaus selbst-reflexiv kritisch sind), zB. Interviewtechnik, Beobachtungen, etc., und was sonst so zur qualitativen Forschung gehört (qualitative Datenverarbeitung). Anders gewichtete Forschung braucht solide Kenntnisse in quantitativer Datenerhebung und Analyse. Wer Abkommen studiert, sollte von Wirtschaft wirkliche eine Ahnung haben, dh. Regressionsanalysen vornehmen können. Wer sie kritisiert, ebenfalls. Wer historisch forscht, sollte die Methodik der Historienforschung kennen - Archive finden und benützen, zB.
Und wer trans- und interdisziplinär forschen will, muss all das kennen, sich aneignen, und dann weiterentwickeln - Lehrplan IE, oberflächlich

Konsummensch
00
16.12.2011, 22:06

Danke dafür. Ich denke an dem Bewusstsein, Ethik etc. ist was dran - was für mich aber nicht heißt, das es keine Wissenschaft im herkömmlichen Sinne ist. Jeder Wissenschaftler vertritt eine gewisse Ethik und ein gewisses Bewusstsein. Die Frage ist bloß welche.
Und tatsächlich ist ein Bachelorstudium äußerst kurz, um soviel methodisches, aber auch theoretisches Wissen zu vermitteln. Außerdem fehlen die Ressourcen - ein IE-Student ist im Vergleich einer der billigsten Studenten, ein kleines Institut betreut fast 3000 Studierende. Deshalb fordern die IE-Studenten ja auch ein Regel Studium mit Bachelor und Master und v.a. auch deren angemessene Finanzierung.

smeki
13
16.12.2011, 00:24

Es könnte, wenn schon notwendig, sinnvoller, eingespart werden: BWL. Die Züchtung dieser unkritischen, systemerhaltenden Elite erfolgt eh bereits an der WU, die Uni Wien könnte sich wieder der Aufgabe und dem Anspruch Bildung widmen, kritische Wissenschaft erhalten und Denken im allgemeinen fördern, und der Erhaltung system- und sozialkritischer Studien den Vorzug vor der Technokratenausbildung geben.

the bugger_off
00
16.12.2011, 10:51

bei den massen die bwl studieren weis ich nicht ob das noch was mit elite zu tun hat...

jack johnson
 
10
16.12.2011, 09:47
Genau, bwl ist ja so unwichtig

http://noev1.orf.at/stories/58125

stopfen wir sie lieber mit theorie von der bösen ungerechten Welt voll, damit sie weiter jammern können, wie oarm sie san.

grünlilisch
01
16.12.2011, 12:44
die "böse, ungerechte Welt"...

ist nicht Theorie sondern Realität.

Wenngleich auch die "oarmen" hierzulande davon nicht wirklich schlimm betroffen sind...

only somebody
01
16.12.2011, 12:32
hmm...

... also wenn Sie mit Schlagzeilen argumentieren wollen, dann find ich bei orf.at im Kopfbereich gleich vier davon, die für die Studienrichtung IE sprechen:

http://orf.at/stories/2094925/
http://orf.at/stories/2093479/
http://orf.at/stories/2095075/
http://salzburg.orf.at/news/stor... s/2513451/

Sie werden vermutlich meinen, solche Phänomene können auch disziplinär betrachtet werden. Ich glaube, dass das nicht reicht und ein gesamtheitlicher(er) Blick ebenso wichtig ist.
Und, dass die Ausbildung einen solchen zu entwickeln - auch wenn man sich danach disziplinär spezialisiert - an der Universität möglich sein sollte - und zwar in mehr Studienrichtungen, statt in einer (der einzigen explizit so gestalteten) weniger.

Der Chronist
83
15.12.2011, 20:11

Weg mit dem unnötigen Studium. Jede(r) Studierende der Politikwissenschaften oder Soziologie erwirbt die Kompetenzen, die IE zu bieten vorgibt. IE ist Teildisziplin der genannten Fächer, aber kein Fach mit Alleinstellungsmerkmal.

grünlilisch
05
15.12.2011, 20:26
kein Alleinstellungsmerkmal?

Das Alleinstellungsmerkmal der IE ist das, was diesem Studium auch seine Vorreiterrolle verleiht: Interdisziplinarität.
Natürlich kann dann nicht ALLES von Politikwissenschaft, ALLES von Soziologie, ALLES von Wirtschaft, ALLES von Geschichte, etc. gelehrt werden. Aber das Alleinstellungsmekmal ist, dass fächerübergreifendes Vernetzen, Denken und Forschen gelehrt wird - und das ist sehr wohl einzigartig. Und in welchem anderen Studium gibt es transdisziplinäre Entwicklungsforschung?? Ich kenne keines.

der grammatik
00
16.12.2011, 18:20
Was sie meinen:

IE ist multidisziplinär. Nicht interdisziplinär.

Meine Meinung: Gut, dass es so ein Studium gibt. Aber damit sie ihrem Gegenstand gerecht werden, müssten sie jede einzelne Disziplin, aus der sich dieses Studium zusammensetzt, ausführlich studieren.
Und im Grunde arbeitet jede Sozialwissenschaft interdisziplinär. Zwangsweise.

Der Chronist
10
16.12.2011, 08:21

Wenn die von Ihnen angeführten Disziplinen nicht längst interdisziplinär arbeiten würden, wären sie längst nicht mehr relevant. Und für den einen oder anderen Dinosaurier in Wien kann ich auch nichts, die sitzen halt bis zur Pensionierung in der Uni und machen sich wichtig.

Interdisziplinarität als Alleinstellungsmermal? Ein armseliger Begründungsversuch.

grünlilisch
00
16.12.2011, 15:12

Transdisziplinarität. Besser?
Die IE betreibt beides.

es sei bemerkt
33
15.12.2011, 21:59

dann ist die lösung kein bachelor und nur master ideal. denn interdisziplinarität lohnt sich besonders dann, wenn man auf einem soliden fundament aufstocken kann.

grünlilisch
12
15.12.2011, 22:10
nein

weil: was im Bachelor IE gelehrt wird, sind zunächst (die ersten 3-4 Semester, sprich schon die Studiendauer eines Masters) die Grundlagen aller erwähnten Disziplinen plus IE- spezifische Kurse. Dabei wird ein Grundwissen in allen Bereichen aufgebaut, das absolut notwendig ist, um danach transdisziplinär forschen zu können. Während dieses Grundwissen vermittelt wird, wird natürlich auch schon darauf geschaut, was später so zu lernen ist - sprich aus einer der IE eigenen Perspektive gelehrt. DANACH kann man sich dann erst wirklich dem transdisziplinären Forschen widme.

Und jetzt sagen Sie mir: wie kann das alles in einen MA gepresst werden?

IE ist eine eigene Disziplin.

ilse schmidt
25
15.12.2011, 18:56
Alles was mit Internationalität zu tun hat...

...macht den ÖsterreicherInnen Angst!

Ausnahme: die Studierenden, die sich ihr - in der Oberstufe teilweise schon sauer errungenes - Interesse an Internationalität, nicht von der dörflichen Blasmusikkapellenmentalität der ÖVP-hörigen RektorInnenschaft kaputtschlagen lassen wollen.

An diesem Interesse der Jungen über den "eigenen Tellerrand" schauen zu wollen, den Sparstift anzusetzen, offenbart wieder einmal in aller Deutlichkeit, die Angst, die Wehleidigkeit, die Kleingeistigkeit und die Trostlosigkeit österreichischer Universitätspolitik.

Was hält Sie, meine Damen und Herren RektorInnen, davon ab - sich endlich auf die Seite der Jungen zu stellen, die nichts anderes wollen, als aus dem Morast der Kleingeistigkeit - in die Welt hinaus.

jack johnson
 
00
15.12.2011, 22:01
nur weil international im Titel steht^^

epic fail

Nele_1
12
15.12.2011, 18:47
Da wird schon bewusst in sozialkritischen Fächern gespart!!

Die "typische" Chaospoltik", Handschrift einer verblödeten Bildungspolitik. Bewusst gefordert von den ehemals in Entwicklungsländern aktiven Kreditgebern (IWF und Weltbank)zur Durchsetzung ihrer Dauerbeschäftigung, dem Aussaugen und Aushöhlen ganzer Staaten, für ein paar korrupte Eliten, die jetzt (siehe Brasilien, Russland) in Europa darangehen und seit Jahren "kaputtregulieren" und "kaputtsparen". Anders kann man die Marionetten der Bildungspolitik nicht bezeichen, wenn man ihnen zuschaut was sie so "treiben".

Nathaniel Winerib
104
15.12.2011, 18:29

IE produziert nur arbeiitslose. die studienanfaenger glauben hingegen, sie koennten damit in die diplomatie gehen, zu intl. organisationen, etc. das ist reoner nepp. p.s.: die uni sollte wachsam sein: die anarchistischen randale 2010 haben auch mit einer zusammenkunft gelanhweilter IE studenten begonnen. schaden: 1 mio euro...

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