Kostenlose Lernbetreuung für Schüler mit Förderbedarf
Salzburg - Zwei Stunden Hausübungen machen, lernen und auf Tests vorbereiten, eine gesunde Jause und dann eine Stunde spielen. So gestaltet sich der Nachmittag für die 15 Kinder die im neuen Lerncafé in Salzburg von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden.
Die Caritas leitet das kostenlose Angebot, das Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus sozial schwächeren Familien eine Unterstützung beim Lernen geben soll. Nicht alle Kinder würden die Schule ohne Hilfe bewältigen und vielen Eltern sei es nicht möglich, ihre Kinder zu unterstützen, erklärt der Salzburger Caritas Direktor Hans Kreuzeder. Keine Geld für Nachhilfestunden, ein niedriges Bildungsniveau der Eltern, oder mangelnde Deutschkenntnisse seien einige Gründe, die Schülern das Lernen schwer machen, betont Kreuzeder. Auch soziales Lernen wird im Lerncafé groß geschrieben. Die Kinder sollen ein Rüstzeug für die Zukunft erhalten.
200.000 Euro jährlich für neun Lerncafés
Mit 200.000 Euro jährlich fördert das Integrationsstaatssekretariat die insgesamt neun Lerncafés in ganz Österreich. Mit 22.000 baute die Caritas Salzburg das Lerncafé in der Pfarre St. Elisabeth auf. Sieben freiwillige Helfer betreuen die Kinder an drei Nachmittagen in der Woche und helfen ihnen bei Lernschwierigkeiten.
"Gerade Sprachprobleme machen den Kindern den Schulalltag schwer", erläutert der pensionierte Lehrer und freiwilliger Helfer Manfred Meier. Die Sprache könne man aber fördern. Meier habe in der Praxis gesehen welche Nachteile die Kinder haben, deshalb arbeitet er freiwillig bei dem Projekt mit. (ruep, DER STANDARD, Printausgabe 16.12.2011)